Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltpreis 2001/02 für Biomonitoring als Beitrag zum Schutz des Comoé-Nationalparks

14.11.2002


Für ihr Engagement im Naturschutz hat Dr. Frauke Fischer vom Biozentrum der Uni Würzburg den mit 5.100 Euro dotierten Umweltpreis 2001/02 der Ford Motor Company verliehen bekommen. Die Biologin unterstützt im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste den Schutz des Comoé-Nationalparks.


Das Biomonitoring-Team, das von Wissenschaftlern der Uni Würzburg im Comoé-Nationalpark (Elfenbeinküste) ausgebildet und ausgerüstet wurde - unter anderem mit Fahrrädern

Foto: Frauke Fischer



Dr. Fischer, die am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie tätig ist, arbeitete bei ihrem preisgekrönten Projekt mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) zusammen: Sie hat sechs Einheimische im so genannten Biomonitoring ausgebildet: Aufgabe der Männer ist es, im Nationalpark regelmäßig Daten zu erheben, um die Bestandsentwicklung wichtiger Wildtierarten zu überwachen. Sie nehmen Tierspuren auf und notieren, wann welche Tiere gesichtet wurden. Außerdem erfassen sie die Blüh- und Fruchtzeiten von Pflanzen, die für die Ernährung vieler Wildtiere von großer Bedeutung sind.



Flankiert werden diese Arbeiten von einer Öffentlichkeitsoffensive: Aus Mitteln der Fritz-Thyssen-Stiftung (Köln) haben die Würzburger Tropenbiologen um Prof. Dr. Karl Eduard Linsenmair im Nationalpark eine Forschungsstation sowie ein Informations- und Ausbildungszentrum errichtet. Es dient der Aufklärung von Touristen und Einheimischen und soll diese Personengruppen für die Schutzbemühungen sensibilisieren und ihnen die vielschichtige Bedeutung des Parks deutlich machen.

Schon jetzt seien die sechs Biomonitoring-Experten "Anwälte und Botschafter" des Nationalparks, so eine Mitteilung von Ford. Man schätze ein derart konzeptioniertes Team als einen viel versprechenden Baustein im Rahmen von Schutzkonzepten ein. Hierbei habe Dr. Fischer "die unterschiedlichsten Ansätze intelligent verknüpft". Ihr Preisgeld hat die Biologin bereits ausgegeben: "Ich habe es für die Ausrüstung des Biomonitoring-Teams verwendet." Angeschafft wurden unter anderem Fahrräder, feste Schuhe und Regenjacken.

Der Comoé-Nationalpark liegt im Osten der Republik Elfenbeinküste. Mit 11.500 Quadratkilometern ist er das größte Schutzgebiet in Westafrika und einer der 15 größten Nationalparks der Welt. Die UNESCO hat ihn aufgrund seiner reichen Flora und Fauna zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat ausgerufen. Der Park leidet stark unter der Wilderei; neben allen Säugetieren ab Hasengröße sind dabei auch Vogel- und Fischarten bedroht.

Die Tropenbiologen der Uni Würzburg unterhalten im Rahmen ihres Projekts "Biodiversität" seit mehr als zehn Jahren ein Forschungscamp und seit 2000 die Forschungsstation in der Feuchtsavanne des Nationalparks. Dort führen sie unterschiedliche Forschungsarbeiten am Ökosystem durch. Es gibt bislang keine andere Universität in Deutschland, die eine derartige Forschungsstation unterhält.

Dr. Frauke Fischer
Telefon 0931-888-4365
Fax 0931-888-4352
E-Mail: fischer@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Biomonitoring Forschungsstation Umweltpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften