Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preis für erfolgreichen Forschungstransfer

28.10.2002


Der neugeschaffene Transferpreis der Universität Münster


Den in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschriebenen Transferpreis der Universität Münster erhalten der Mediziner Dr. Dietmar Enk und der Chemiker Dr. Heinrich Luftmann. Die beiden Preisträger teilen sich die Preissumme von 20.000 Euro und erhalten zusätzlich eine für den Preis geschaffene Skulptur. Verliehen wird der Transferpreis am 21. November 2002 im Düsseldorfer Landtag im Rahmen der Ausstellung "Die 3. Mission - Forschung und Transfer im Parlament", die Beispiele für Spitzenforschung und erfolgreichen Forschungstransfer aus den nordrhein-westfälischen Hochschulen präsentiert.


Der Transferpreis war vom Rektorat der Universität Münster ausgeschrieben worden für besondere Leistungen von Universitätsmitgliedern beim Forschungstransfer und bei der wissenschaftlichen Kooperation mit Partnern der außeruniversitären Praxis. Der Wirtschaftsbeirat der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Universität Münster hatte die schwierige Aufgabe, als Jury die ersten Preisträger unter mehreren hervorragenden Vorschlägen aus verschiedenen Bereichen der Universität auszuwählen.

Dr. Dietmar Enk, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster, erhält den Preis für eine von ihm entwickelte "Spritze mit integrierter Druckanzeige". Das Einführen von Kathetern in Blutgefäße zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken gehört heute in vielen Bereichen der Medizin zum klinischen Standard. Um mögliche Komplikationen zu vermeiden, ist es dabei wichtig, die Blutgefäße nicht versehentlich zu verletzen. Die von Dr. Enk entwickelte, in enger Kooperation mit der Firma B. Braun Melsungen AG zur Marktreife geführte und mittlerweile durch internationale Patente geschützte Spritze ermöglicht es, den Druck in einem punktierten Blutgefäß durch eine Messvorrichtung in der Punktionskanüle zu ermitteln. Auf diese Weise können drohende Fehlpunktionen rechtzeitig erkannt und mögliche Schäden für den Patienten ausgeschlossen werden. Die "Spitze mit integrierter Druckanzeige" befindet sich derzeit in der klinischen Erprobung, die Markteinführung ist für das kommende Jahr geplant.


Dr. Heinrich Luftmann vom Organisch-Chemischen Institut der Universität Münster wird ausgezeichnet für die Entwicklung eines "Dünnschichtextraktors". Die Dünnschichtchromatographie ist eine leistungsfähige, schnelle und preiswerte Methode zur Trennung chemischer Verbindungen. Das Ablösen der getrennten Substanzen vom Trennmedium war bislang jedoch zeitaufwendig und barg die Gefahr von Verschmutzungen. Der von Dr. Luftmann entwickelte Extraktor löst diese Aufgabe elegant und schnell. Besonders günstig ist die Koppelbarkeit mit einem Elektrospray-Massenspektrometer. Auf diese Weise ist eine Identifizierung der chemischen Substanz ohne Zwischenisolierung möglich. Für diese Vorrichtung hat der Chemiker inzwischen ein Patent erhalten und mit der Firma ChromAn in Leipzig einen Lizenzvertrag zur Herstellung und Vertrieb des "ChromeXtrakt" geschlossen.


Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://afo.uni-muenster.de/afo/AFO.home

Weitere Berichte zu: Blutgefäß Forschungstransfer Transferpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie