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Franziska-Kolb-Preis für Leukämieforschung

28.06.2002


Franziska-Kolb-Preis 2002



Am 5. Juli 2002, anlässlich des 35. Jahrestages der Universität Ulm, wird der jetzt mit 4000,- Euro dotierte Franziska-Kolb-Preis für Leukämieforschung zum neunten Mal verliehen. Preisträger 2002 sind Dr. Daniel Mertens und Dr. Stephan Wolf aus der von Prof. Dr. Peter Lichter geleiteten Abteilung "Organisation komplexer Genome" des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg. Sie erhalten den Preis für Ihre Arbeiten über die "Identifizierung und Charakterisierung des Kandidaten-Tumorsuppressorgens BCMS in der chromosomalen Bande 13q14 bei der chronisch-lymphatischen Leukämie".

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Mertens und Wolf befassen sich schwerpunktmäßig mit der Erforschung von genetischen Veränderungen bei der chronisch-lymphatischen Leukämie, der häufigsten Leukämieform im Erwachsenenalter. In den letzten Jahren haben Veränderungen der Erbträger, der Chromosomen, bei bösartigen Erkrankungen des Blutes und der Lymphknoten zunehmendes Interesse auf sich gezogen. Es ist gelungen, einen Teil dieser Veränderungen auf molekularer Ebene, das heißt auf der Ebene der DNA, aufzuklären. Zahlreiche sogenannte Onkogene und Tumorsuppressorgene wurden gefunden, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Erkrankungen spielen.

Ziel der von Mertens und Wolf durchgeführten Untersuchungen ist es, ein solches Tumorsuppressorgen, das bei der Mehrzahl, wenn nicht bei allen Formen der chronisch-lymphatischen Leukämie mutiert ist, in der chromosomalen Bande 13q14 zu identifizieren. Den beiden Wissenschaftlern gelang es erstmals, ein großes Gen, genannt BCMS, zu beschreiben, das sehr wahrscheinlich von allen Deletionen (Verlusten chromosomalen Materials) in dieser Bande betroffen ist. Das Gen weist keinerlei Ähnlichkeiten zu bisher bekannten menschlichen Genen auf. Die Mechanismen, die im einzelnen zur Entstehung der chronisch-lymphatischen Leukämie führen, sind allerdings noch unklar. Die aktuellen und in Planung begriffenen Experimente der Preisträger sollen dazu beitragen, diese Mechanismen aufzuklären.

Peter Pietschmann | idw

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