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Preiswürdige Transplantationsforschung - Georg Heberer Award der LMU geht an Kieler Mediziner

25.06.2002


München, 25. Juni 2002 - Für seine Bahn brechende Arbeit zur Immuntoleranz in Ratten erhält Professor Fred Fändrich von der Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Kiel den Georg Heberer Award. Die LMU verleiht den von der US-amerikanischen Chiles Foundations gestifteten Preis in Höhe von 25.000 US-Dollar am 29. Juni 2002 anlässlich des 530. Stiftungsfestes der Universität München.

Die Operationsverfahren bei Organtransplantationen sind heutzutage nahezu perfektioniert. Entscheidend für den Erfolg ist die immunologische Reaktion des Empfängers auf das transplantierte Organ eines genetisch fremden Spenders. Um eine Organtransplantation auf Dauer zum Erfolg zu machen, müssen lebenslang hoch dosiert nebenwirkungsreiche Medikamente verabreicht oder eine Bestrahlung zur Vorbehandlung des Empfängers durchgeführt werden, damit der Empfängerorganismus das fremde Organ toleriert. Ob ein "Eindringling" akzeptiert oder bekämpft wird, hängt von bestimmten Zellen des Immunsystems ab. Das klassische Reaktionsschema wird beispielsweise während einer Schwangerschaft außer Kraft gesetzt, denn der genetisch fremde kindliche Organismus müsste im Körper der Mutter eigentlich eine Abstoßungsreaktion hervorrufen.

Die Arbeitsgruppe von Professor Fred Fändrich konnte embryonale Stammzelllinien genetisch unterschiedlicher Ratten herstellen und durch deren Applikation eine Immuntoleranz in Ratten mit sich unterscheidender Erbinformation erzeugen. Bei den auf diese Weise vorbehandelten Ratten zeigte sich eine signifikant längere Organüberlebenszeit nach Herztransplantation. Die Weiterführung dieser Erkenntnisse könnte neue Wege eröffnen, transplantierte Organe im Körper des Empfängers vor Abstoßung zu schützen. Auch bei der Behandlung von Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Diabetes könnten vollkommen neuartige Methoden entwickelt werden (F. Fändrich et al.: Preimplantationstage stem cells induce long-term allogeneic graft acceptance without supplementary host conditioning. Nature Medicine 2002, Vol. 8, Nr. 2: 171-178).

Anerkennung für Forscher-Engagement
Die Auszeichnung mit dem Georg Heberer Award soll Professor Fred Fändrich in der Fortführung seiner wissenschaftlichen Arbeit an einer deutschen Universität und Forschungseinrichtung im Rahmen seiner internationalen Kooperationen unterstützen. Der 42-jährige Fändrich absolvierte sein Studium der Humanmedizin in Mainz und begann seine klinische Karriere zunächst an der Uniklinik in Aachen, bevor er 1991 an das Universitätsklinikum Kiel wechselte. Fändrichs wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Stammzellforschung zur Behandlung bei Organtransplantationen und degenerativen Erkrankungen.

Der in diesem Jahr zum dritten Mal verliehene Georg Heberer Award ist nach dem international anerkannten Münchner Chirurgen und Wissenschaftler Georg Heberer benannt. Die jährliche Verleihung des Preises durch die LMU soll die internationale wissenschaftliche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen auf dem Gebiet der Chirurgie fördern und ist eine Anerkennung für das Engagement deutscher Forschungseinrichtungen und -fördereinrichtungen im Ausland. Gestiftet wird der Preis von der seit 50 Jahren bestehenden Chiles Foundation, die medizinische Forschung vor allem auf dem Gebiet der Krebsforschung unterstützt. Die Stiftung unterhält große Institute an der Boston University und der Stanford University sowie das Krebsforschungszentrum "Earle A. Chiles Research Institute" an der Oregon University.

Seit 1986 wird ein intensiver wissenschaftlicher Austausch zwischen der Chirurgischen Klinik des Klinikums Grosshadern der LMU unter der Leitung von Prof. Friedrich Wilhelm Schildberg und der Harvard Medical School sowie der Oregon Health & Science University gepflegt. Begabte deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen mit der Verleihung des großzügig dotierten Georg Heberer Awards unterstützt und ermuntert werden, ihre wissenschaftlichen Projekte im Rahmen internationaler Kooperationen an ihren Heimathochschulen weiterzuführen.

Ansprechpartner:

Dr. Michaela Kaps
Chirurgische Klinik und Poliklinik des Klinikums Großhadern, LMU
Tel.: 089 / 7095-1
Fax: 089 / 7095-5424
E-Mail: MFKaps@aol.com
oder kaps@gch.med.uni-muenchen.de

Cornelia Glees-zur Bonsen | idw

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