Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftliches Computer-Netz für Südosteuropa

31.05.2002


Akademisches Hochgeschwindigkeits-Datennetz SINSEE mit deutscher Unterstützung in Jugoslawien gestartet



Die Forscher aus dem ehemaligen Jugoslawien werden wieder stärker an die europäische Wissenschaftsgemeinde angebunden: Am 29. Mai 2002 haben in Belgrad der serbische Ministerpräsident Dr. Zoran Djindjic gemeinsam mit dem serbischen Forschungsminister Prof. Dragan Domazet und Ministerialdirigent Karsten Brenner vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung die Pilotphase eines akademischen Hochgeschwindigkeits-Computernetzwerks gestartet. Das System ist unter der wissenschaftlichen Projektleitung des Münchner Max-Planck-Instituts für Physik in Serbien aufgebaut und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Anschubfinanzierung von mehr als 300 000 Euro gefördert worden.





"Abb. 1a+b: Kernswitch des serbischen Netzes - Topologie des Gigabit-Netzes in Serbien heute."



Das jetzt zunächst in Serbien in Betrieb genommene Kernnetz legt den Grundstein für das regionale wissenschaftliche Computer-Netzwerk für Südosteuropa SINSEE (Scientific Information Network for South Eastern Europe). Es schafft damit die Grundlage für eine verbesserte wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Region. Im nächsten Schritt soll SINSEE zunächst alle akademischen Forschungseinrichtungen der südosteuropäischen Staaten untereinander und schließlich mit den entsprechenden Forschungsnetzen der Europäischen Union verbinden.

Bei diesem Pilotprojekt wurden in den Universitätsstädten Belgrad, Novi Sad und Nis moderne Hochleistungsgeräte aufgestellt und alle naturwissenschaftlichen Institute neu verkabelt. Außerdem sind diese Städte so untereinander verbunden worden, dass elektronische Kommunikation mit hohen Datenraten möglich wird. In einer Reihe von Workshops wurden die technische Planung von grenzüberschreitenden Datenleitungen zwischen allen Ländern Südosteuropas initiiert und die Voraussetzungen für ein länderübergreifendes regionales Netz geschaffen. Dazu gehörte ebenfalls die Gründung eines Konsortiums der nationalen akademischen Netzwerke der Region.

Das Pilotprojekt wird gemeinsam mit den beiden Firmen Cisco Systems GmbH Deutschland und der Telindus GmbH Deutschland sowie der Deutschen UNESCO-Kommission durchgeführt. In Jugoslawien koordiniert das Serbische Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Entwicklung das SINSEE-Projekt. Mit ebenfalls ca. 300 000 Euro hat das serbische Ministerium die Hälfte der Kosten für das Projekt getragen.

"Abb. 2: Existierende akademische Datennetze in Südosteuropa und geplante neue Verbindungen."



Für ein modernes Datennetz in Südosteuropa werden hohe Übertragungskapazitäten bei gleichzeitig geringen laufenden Kosten benötigt. Mit SINSEE soll im Rahmen der Anschubfinanzierung ein wichtiger Teil eines Computernetzwerkes (die Vermittler- und Verteilertechnologie) aufgebaut werden, um die Länder in Südosteuropa dabei zu unterstützen, eigene Initiativen zu ergreifen.

Insbesondere sollen günstige Konditionen der Telekommunikationsdienste für die wissenschaftliche Nutzung erreicht werden. Wo dies nicht möglich ist, soll durch den Aufbau einer neuen Infrastruktur mit Glasfaserleitungen eine separate Lösung geschaffen werden; beispielsweise wird derzeit in Jugoslawien ein landesweites Parallelnetz eingerichtet.

SINSEE ist Teil des sogenannten Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses in Südosteuropa (SAp). Mit Hilfe des Projekts soll durch die Verbesserung der akademischen Infrastruktur und Zusammenarbeit eine weitere Abwanderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verringert und gleichzeitig die Grundlage für Ausgründungen aus Hochschulen ("start-ups") geschaffen werden.

Dr. Bernd Wirsing | Presseinformation

Weitere Berichte zu: Anschubfinanzierung Datennetz SINSEE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften