Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Communicator-Preis 2002 für Wolfgang Heckl

29.05.2002


Münchener Nanoforscher erhält 50.000 Euro für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit

... mehr zu:
»Physik »Stifterverband

Der "Communicator-Preis - Wissenschaftspreis des Stifterverbandes" geht in diesem Jahr an Wolfgang M. Heckl. Der Münchener Physiker und Nanowissenschaftler erhält 50.000 Euro für herausragende Leistungen in der Vermittlung seiner wissenschaftlichen Arbeit in die Öffentlichkeit. Die Verleihung des Preises auf Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch den Stifterverband erfolgt am 22. August im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Wissenschaftssommer in Bremen. Der Preis wird gemeinsam überreicht vom Präsidenten des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, Dr. Arend Oetker, und Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Die Idee des Communicator-Preises ist in enger Zusammenarbeit zwischen Stifterverband und DFG entstanden. Der Stifterverband hat ihn aus der Taufe gehoben und finanziert ihn, die DFG hat das Profil des Preises erarbeitet, sie schreibt ihn aus und organisiert die Juryarbeit. Die Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten beurteilt die Bewerbungen nach den Kriterien Relevanz, Zielgruppe, Originalität und Nachhaltigkeit. Insgesamt gingen für die dritte Runde 29 Bewerbungen aus verschiedenen Fachgebieten ein. Nach einer Vorauswahl beriet die Jury über 13 Bewerbungen, die in die engere Wahl gekommen waren, und wählte Wolfgang Heckl als Träger des Communicator-Preises 2002.


Wolfgang Heckl ist seit 1993 Professor für Experimentalphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und leitet dort am Department für Geo- und Umweltwissenschaften eine Arbeitsgruppe im Bereich Nanowissenschaften. Heckl schlägt mit seiner fächerübergreifenden Forschung eine Brücke von den Nano- zu den Geowissenschaften sowie zur Biologie und

Physik. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Thema "Ursprung des Lebens" und untersucht in diesem Zusammenhang die Kristallisation und Selbstordnung von organischen Molekülen auf Mineraloberflächen. Die von Heckl entwickelten Techniken zur Suche nach Lebensspuren im Nanobereich werden künftig auch in der Erforschung von Leben auf anderen Planeten eingesetzt: Mit Hilfe des mobilen Rastersondenmikroskops, das Heckl kürzlich mit seiner Forschergruppe entwickelt hat, sollen bei einer der nächsten Marsmissionen Oberflächensedimente nach Spuren von Wasser aus der Frühzeit der Marsgeschichte abgesucht werden.
Wolfgang Heckl wurde 1958 in der Oberpfalz geboren und studierte nach dem Abitur an der TU München Physik. Nach der Promotion im Fach Biophysik ging er 1989 als Postdoktorand zunächst für ein Jahr nach Kanada an die University of Toronto und anschließend in die Schweiz zu Prof. Gerd Binnig an das IBM Research Laboratory. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Assistent an der LMU München schloss er dort 1993 seine Habilitation in Physik ab und nahm im gleichen Jahr den Ruf auf die Professur für Experimentalphysik an. Privat beschäftigt sich der Familienvater Heckl am liebsten mit dem Sammeln alter Maschinen, dem Tanzen und Skifahren. Die Verbindung zur Wissenschaft sucht er auch in der Freizeit: Mit Begeisterung widmet er sich dem Malen von Bildern mit Forschungsbezug.
Wolfgang Heckl engagiert sich seit über zehn Jahren für die Vermittlung seiner Forschungsergebnisse in die breite Öffentlichkeit. Bereits Anfang der 90er Jahre wurde er durch verschiedene Fernsehbeiträge mit seinen rastertunnelmikroskopischen Untersuchungen am menschlichen Erbgut bekannt, die erstmals eine Darstellung der DNA-Basen als Bausteine des genetischen Codes ermöglichten. In zahlreichen Wissenschaftssendungen, darunter "Abenteuer Forschung" (ZDF) und "Nano" (3sat), hat Heckl seitdem der Öffentlichkeit Einblicke in die Welt der Nanotechnologie eröffnet. Dabei ermöglichten Lifeschaltungen in sein Labor und der Einsatz eigens angefertigter Videofilme zu rastertunnelmikroskopischen Untersuchungen vielen Menschen, diese komplexe Forschungsarbeit unmittelbar mitzuerleben.
In seinen Bemühungen um ein besseres Verständnis der Nanotechnologie nutzt Heckl vielfältige Möglichkeiten der Vermittlung und will Menschen jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht ansprechen. Neben zahlreichen Beiträgen und Interviews in Rundfunk und Fernsehen hat Heckl den Nanokosmos einer breiten Öffentlichkeit auch in Zeitungsartikeln, Vorträgen und in Buchform näher gebracht. Heckl sucht aber besonders den direkten Kontakt und engagiert sich daher verstärkt in Ausstellungsprojekten und Messen zu naturwissenschaftlichen Themen. So präsentierte er als wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung "Physik und Leben", die 2001 im Deutschen Museum München gezeigt wurde, deutsche Spitzenforschung für über 6000 Besucher. Dabei galt seine besondere Aufmerksamkeit den über 30 Schulklassen, denen Heckl mit persönlichen Führungen die Highlights der Physik nahe brachte.
Heckls Motto "hinein in die Menschenherzen" wird besonders in seiner Vermittlungsarbeit für Kinder und Jugendliche deutlich. Mit pädagogisch und wissenschaftlich anspruchsvollen Konzepten will er vor allem eines erreichen: Kinder sollen Spaß an der Wissenschaft haben und einen spielerischen, vorurteilsfreien Zugang zu wissenschaftlichen Themen finden. Heckl engagiert sich daher nicht nur für Schülerwettbewerbe, wie "Jugend forscht", "Physics on Stage" und "Life in the Universe", sondern setzt sich mit seiner Kommunikationsarbeit auch für neue Wege in der Didaktik der Naturwissenschaften ein.
Wolfgang Heckl bemüht sich bei der Vermittlung seiner Forschungsergebnisse nicht zuletzt auch um die Akzeptanz des wissenschaftlichen Fortschritts in der Gesellschaft und sucht daher immer wieder auch den Dialog mit Skeptikern der Wissenschaft. Sein Einsatz für Public Understanding of Science schließt auch die Politik mit ein; hier, wie bei der Arbeit mit Jugendlichen, sieht Heckl seine Bemühung um Verständnis und Begeisterung für die Wissenschaft als Investition in die Zukunft.
Die Nachhaltigkeit seines Engagements und die breite und umfangreiche Vermittlungsarbeit in verschiedenen Medien hat die Jury letztlich bewogen, sich für Wolfgang Heckl als Communicator-Preisträger zu entscheiden.
Der Communicator-Preis ist nicht nur mit einem Geldpreis verbunden, sondern wird auch durch ein vom Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltetes Hologramm symbolisiert, das den Gedanken der Transparenz in der Wissenschaft verdeutlichen soll und sichtbar macht, dass es sich lohnt, die Dinge ins "rechte" Licht zu setzen. Wie das Hologramm entfaltet auch die Wissenschaft nur dann ihre ganze Leuchtkraft.
Ein ausführliches Porträt des Preisträgers und weitere Informationen können ab 6. Juni zum Abdruck, auch ohne Quellenangabe, im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG angefordert oder im Internet unter http://www.dfg.de/aktuell/c_preis2002/index.html abgerufen werden. Der Preisträger selbst ist unter folgender Adresse zu erreichen:
Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kristallographie und Angewandte Mineralogie
Theresienstr. 41
80333 München
Tel.: (089) 2180-4331
E-Mail: Heckl@lrz.uni-muenchen.de

Dr. Eva-Maria Streier | idw

Weitere Berichte zu: Physik Stifterverband

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik