Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrobenforscher Jörg Hacker bekommt den Carus-Preis

16.01.2002


Jörg Hacker


Die Stadt Schweinfurt vergibt am 18. Januar den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Carus-Preis für herausragende naturwissenschaftliche Forschungsleistungen. Ausgezeichnet werden Prof. Dr. Jörg Hacker von der Uni Würzburg für seine Analysen der krank machenden Eigenschaften von Mikroorganismen und Prof. Dr. Martin E. Schwab aus Zürich für seine Beiträge zur Regeneration von Faserbahnen im Zentralen Nervensystem. Die Professoren teilen sich das Preisgeld.


Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Parasiten sind weltweit verbreitet. Allerdings löst nur ein kleiner Teil der Mikroben beim Menschen Infektionskrankheiten aus. Was also macht diese Kleinstlebewesen zu Krankheitserregern?

Dieser Frage geht Jörg Hacker vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg seit Jahren nach. Er habe zeigen können, so die Laudatio, dass einige Stämme des Bakteriums Escherichia coli DNA-Abschnitte (Pathogenitätsinseln) enthalten, die für Giftstoffe und andere krank machende Faktoren verantwortlich sind. Nur wenn ein Mikroorganismus solche DNA-Abschnitte enthält, löst er Krankheiten aus.


Diese krank machenden DNA-Sequenzen befinden sich bevorzugt auf Genabschnitten, die beweglich sind und dadurch leicht auf andere Bakterienstämme übertragen werden können. Die Erkenntnisse über eine solche Genorganisation hätten völlig neue Sichtweisen auf die Plastizität des Erbguts krankheitserregender Mikroorganismen eröffnet, wie es in der Laudatio heißt. Das Wissen über die Pathogenitätsinseln habe neue Wege für die Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Infektionskrankheiten eröffnet.

Jörg Hacker, der 1952 in Grevesmühlen in Mecklenburg geboren wurde, studierte Biologie an der Universität Halle-Wittenberg und spezialisierte sich dabei auf Genetik. Schon während seiner Diplomarbeit am Institut für Experimentelle Epidemiologie in Wernigerode begann er, sich mit den krank machenden Eigenschaften von Bakterien zu beschäftigen.

An der Uni Würzburg ist Hacker seit 1980 tätig. Er wirkte zuerst am Institut für Genetik und Mikrobiologie und hat seit 1993 den Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie inne. Er erhielt bereits zahlreiche Ehrungen, ist seit 1998 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und seit 2001 Träger der Carus-Medaille der Akademie.

Der Carus-Preis wird im Rahmen der 350-Jahrfeier der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in deren Gründungsstadt Schweinfurt durch Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser verliehen.

An ihre Gründung erinnert die Akademie mit zwei getrennten Veranstaltungen: In Schweinfurt findet am 17. Januar ein Festakt im Beisein des Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber statt. Dabei gibt es auch wissenschaftshistorische Vorträge zu hören, in denen die Zeit der Gründung der Leopoldina im 17. Jahrhundert beleuchtet und über den Stand der Wissenschaften zu dieser Zeit berichtet wird. Eine weitere Festveranstaltung läuft am 19. und 20. Juni in Halle (Saale), wo die Akademie seit 1878 ihren Sitz hat.

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Bakterium Infektionsbiologie Mikroorganismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive