Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

300 Millionen Mark für die Umweltbildung

13.12.2001


Prof. Dr. Gerhard de Haan erläutert die Ergebnisse der von der Freien Universität (FU) Berlin durchgeführten Evaluation von Umweltbildungseinrichtungen in Deutschland.


DBU wichtigster nichtstaatlicher Förderer

Deutsche Bundesstiftung Umwelt führt umfangreiche Evaluation der Umweltbildungseinrichtungen in Deutschland durch - Ergebnisse vorgestellt

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist der größte nichtstaatliche Förderer der Umweltbildung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die bisher umfangreichste wissenschaftliche Untersuchung von Umweltbildungseinrichtungen in Deutschland, durchgeführt vom Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin. "300 Millionen Mark haben wir in den vergangenen zehn Jahren investiert, um die Kompetenz in diesem Bereich voranzubringen", resümierte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, jetzt auf der Tagung "Außerschulische Umweltbildung - Lage, Trends, Perspektiven" in Osnabrück. Prof. Dr. Gerhard de Haan, Leiter der empirischen Studie, stellte hier die Ergebnisse der von der DBU geförderten Untersuchung vor. In Zeiten einer zurückgegangenen Bedeutung des Umweltthemas und damit schwindender Finanzierungsspielräume, so de Haan, müsse sich die Umweltbildung stärker profilieren, um ihre Stellung behaupten zu können.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl von Umweltbildungseinrichtungen stetig und mit hohen Zuwachsraten erhöht. Die Expansion sei auch auf die Förderung der außerschulischen Umweltbildung durch die DBU zurückzuführen. "Wir haben die jetzt abgeschlossene Studie ausgeschrieben, um mehr über den Stand und die Entwicklungsperspektiven in diesem Feld der Umweltkommunikation zu erfahren", erläuterte Brickwedde. Die Auswertung habe ergeben, dass es in Deutschland über 4.600 Umweltbildungseinrichtungen mit 80.000 Beschäftigten gebe. "Sie sind nicht gleichmäßig über die Bundesrepublik verteilt. Es zeigt sich vielmehr ein Nord-Süd-Gefälle", sagte de Haan.

Besonders in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg sei ein im Vergleich hoher Versorgungsgrad mit Umweltbildungseinrichtungen erreicht. Auf der anderen Seite wiesen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen die meisten Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und niedrigem Versorgungsgrad mit Umweltbildungseinrichtungen auf. Das Nord-Süd-Gefälle zeige sich auch bei den Leistungen der Umweltbildungseinrichtungen, von denen ein Fünftel durch Umweltverbände und -initiativen gegründet worden seien.

Neben einer Bestandsaufnahme liefere die Studie auch Anregungen für eine Neuorientierung der Umweltbildung. Sie ist nach Angaben von de Haan zugleich ein Plädoyer für mehr Professionalisierung auf personeller und institutioneller Ebene. Denn auch Umweltbildungseinrichtungen seien angehalten, sich ihrer Konkurrenz zu stellen und ihre Konzepte beständig zu verbessern. Neben der Qualifikation und Profession müsse die Wirtschaftlichkeit gewährleistet sein. "Diese erreicht man vor allem mit der Ausdehnung der Umweltbildung auf publikumsstarke Orte wie Tierparks und Museen", betonte Brickwedde. Das Interesse an der Entwicklung zeitgemäßer Konzepte in der Umweltbildung sei hoch - das habe auch die mit über 200 Teilnehmern ausgebuchte Tagung in Osnabrück bewiesen.

Franz-Georg Elpers | ots

Weitere Berichte zu: Umweltbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie