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DWD-Wissenschaftler mit dem Vaisala-Award ausgezeichnet

26.11.2001


Die beiden Wissenschaftler Ulrich Görsdorf (39) und Volker Lehmann (35) vom Meteorologischen Observatorium des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Lindenberg werden am 28. November 2001 mit dem Prof. Dr. Vilho Vaisala Award ausgezeichnet. Der mit 5.000 US $ dotierte Preis des finnischen Herstellers meteorologischer Messgeräte wird vom Generalsekretär der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), G.O.P. Obasi, im Beisein der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Johanna Wanka, des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Stephan Hilsberg, und des Präsidenten des DWD, Udo Gärtner, den Preisträgern überreicht. Die Überreichung hat der DWD für 11.30 Uhr auf dem Telegra-fenberg in Potsdam im Gebäude H des GeoForschungsZentrum (GFZ) vorgesehen. Zuvor wird noch ein Pressegespräch stattfinden. (10:45, VR1, Haus H)

Die Forscher erhalten die Auszeichnung für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur radio-akustischen Temperaturmessung in der Atmosphäre.

Um die Wettervorhersagen, insbesondere die Kurzfristvorhersagen zu verbessern, ist es erforderlich vor allem die räumliche Auflösung der genutzten numerischen Modelle ständig zu verbessern. Immer kleinräumigerer Prozesse müssen deshalb für die Initialisierung und Aktualisierung der Modelle betrachtet werden. Das ist aber nur möglich, wenn dafür Daten in einer entsprechenden Skala und mit hoher Messgenauigkeit vorliegen. Konventionelle Sondierungstechniken wie die bisher genutzten ballongetragenen Radiosonden können diese Forderungen nur eingeschränkt erfüllen. Eine Steigerung der räumlichen und zeitlichen Auflösung ist schon auf Grund des erforderlichen hohen personellen und technischen Aufwandes nicht möglich. Die Messanforderungen lassen sich nur durch den Einsatz indirekt messender Systeme, sogenannter Fernsondierungsverfahren, erfüllen. Dabei spielt die satellitengebundene Sondierung schon seit Jahren eine wichtige Rolle. Doch können Satelliten nicht alle Parameter mit der notwendigen Genauigkeit, insbesondere in den unteren Atmo-sphärenschichten erfassen und bereitstellen. Dafür müssen bodengebundene aktive und passive Fernerkundungssysteme eingesetzt werden. Eines dieser Systeme für die Temperaturmessung ist das radio-akustische Sondierungs-System (RASS). Es liefert die Temperaturverteilung in der Atmosphäre bis in eine Höhe von 4 bis 5 km mit der erforderlichen hohen zeitlichen und vertikalen Auflösung.

Mehrjährige Untersuchungen am Meteorologischen Observatorium des DWD in Lindenberg haben jedoch gezeigt, dass RASS-Messungen im Vergleich zu herkömmlichen Radiosondenmessungen einen höhenabhängigen systematischen Fehler aufweisen. Das steht jedoch dem Einsatz im operationellen Messnetz entgegen.

Durch eine systematische Analyse vieljähriger Vergleichsmessungen kombiniert mit gezielten experimentell-theoretischen Untersuchungen haben Görsdorf und Lehmann wesentlich dazu beigetragen, die Ursache für diesen Messfehler zu erkennen und ein entsprechendes Korrekturverfahren zu entwickeln. Sie konnten nachweisen, dass der vor allem in den unteren Höhen auftretende Temperaturmessfehler auf eine an die Volumenmessung des RASS nicht angepasste Hö-henzuordnung zurückzuführen ist. Mit dem Ergebnis ihrer Arbeit kön-nen die systematischen Abweichungen zur Radiosonde deutlich reduziert werden. Dies stellt einen wichtigen Schritt zu einer breiten Anwendung von RASS-Sondierungen im weltweiten operationellen aerologischen Messnetz dar.

Uwe Wesp | DWD Pressedienst

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