Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemokine - Lockstoffe des Immunsystems; Langener Wissenschaftspreis 2001 an Prof. Reinhold Förster

06.11.2001


Mit Prof. Reinhold Förster (40), Lehrstuhl für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover, hat am Freitag, 02. November 2001, ein Wissenschaftler den Langener Wissenschaftspreis erhalten, der seine Berufung in der Grundlagenforschung sieht. Die mit 20.000 Mark dotierte Auszeichnung überreichte der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), Dr. Klaus Theo Schröder. In seiner Ansprache hob der Staatssekretär die Bedeutung der Grundlagenforschung als wesentliche Voraussetzung für nachfolgende, anwendungsorientierte Arbeiten hervor. Er betonte, dass Initiativen wie der Langener Wissenschaftpreis für junge Wissenschaftler eine gute Ergänzung in der Wissenschaftsförderung sind, für die gesellschaftliches Engagement wünschenswert ist. "Staatliche Fördermittel des Bundes und der Länder können zwar viele Projekte fördern, bei weitem jedoch nicht alles, was unterstützenswert ist. Darum ist die Gesellschaft insgesamt gefordert, hier tätig zu werden", so Klaus Theo Schröder.

Prof. Johannes Löwer, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts würdigte in seiner Begrüßung das Engagement von Forschern wie Prof. Förster in der Grundlagenforschung. "So wichtig es ist, gezielt Verfahren zur Behandlung von Krankheiten wie AIDS, Krebs oder den zahlreichen Autoimmunkrankheiten zu entwickeln, so notwendig ist es auch, die normalen Lebenserscheinungen wie die Arbeitsweise des Immunsystems bis ins kleinste Detail, bis hin zu den Reaktionen einzelner Moleküle, zu verstehen. Nur mit solchen Kenntnissen kann eine Therapie auf eine rationale Basis gestellt werden".

Manfred Pusdrowski, Direkter der Stadtwerke Langen GmbH, bekräftigte, dass die Stadtwerke Langen auch unter seiner Leitung das Engagement für den Wissenschaftspreis fortsetzen werden: "Die Begründer des Wissenschaftspreises - mein Vorgänger Herr Breidenbach und der frühere Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Herr Professor Kurth - haben 1993 etwas ins Leben gerufen, was man ganz einfach beibehalten muss. Daher setzen die Stadtwerke Langen auch unter meiner Leitung gerne ihre finanzielle und ideelle Förderung des Preises fort"

Der fünfte Langener Wissenschaftspreis geht an einen Mann, von dem Prof. Lothar Bergmann, Universität Frankfurt, in der Laudatio sagte: " Seine Arbeiten tragen ganz wesentlich zum modernen Verständnis immunologischer Reaktionen und Interaktionen bei und führen so die Grundlagen Paul Ehrlich`scher Immunologie in ganz besonderer Weise fort." Insbesondere lobte Bergmann die Systematik, Konsequenz und Methodenvielfalt, mit der Förster seine innovative Ideen zum Erfolg führt.

Die Forschungsarbeiten von Prof. Förster fallen in den Bereich der Imunologie. Hier ist Grundlagenforschung notwendig, um bei-spielsweise verstehen zu können, wie Krankheitserreger arbeiten oder wie das Immunsystem auf Fremdkörper reagiert. Antworten auf diese Fragen bilden die Voraussetzung, ohne die konkrete Forschungen mit dem Ziel neuer therapeutischer Ansätze oder auch vorbeugender Maßnahmen nicht möglich wären. Försters Forschungsgebiet sind spezifische Moleküle des Immunsystems, die als Chemokine und Chemokin-Rezeptoren bezeichnet werden. Diese Moleküle sind als eine Art Botenstoff bzw. dessen Rezeptor von immenser Bedeutung für das Immunsystem.

Das menschliche Immunsystem ist ein empfindliches und hochspezialisiertes Netzwerk. Försters Arbeiten mit diesen Molekülen haben wesentlich dazu beigetragen, die Feinregulation innerhalb dieses Netzwerkes "Immunsystem" besser zu verstehen. Damit hat er eine wesentliche Voraussetzung für diejenigen geschaffen, die nun an die Entwicklung therapeutischer Möglichkeiten gehen wollen. Langfristig gesehen, werden die Arbeiten von Reinhold Förster daher auch praktische Bedeutung erlangen. Es gibt einige Viren, zu denen auch das AIDS-Virus HIV gehört, die das Chemokin-System für ihre Infektionsstrategie ausnutzen. Auch bei Autoimmunerkrankungen und Tumorerkrankungen spielen Chemokine eine wichtige Rolle. Um hier eingreifen zu können, ist ein grundlegendes Verständnis der beteiligten Moleküle und ihrer Funktionen die Vorbedingung. Die Arbeiten von Prof. Förster, für die er mit dem Langener Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde, sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Einige Informationen zum Preisträger:
Prof. Förster (*08.06.1961 in Pegnitz) ist seit 01. Oktober 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Immunologie der Universität Hannover. Zuvor hatte er eine C3-Professur für Experimentelle Chirurgie und Immunologie an der Universität Erlangen inne (Nikolaus-Fiebiger-Zentrum). Von 1995 bis 2000 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch.


Nach dem Studium der Veterinärmedizin an den Universitäten München und Cambridge erlangte er 1989 die Approbation als Tierarzt, promovierte 1991 im Fach Veterinärmedizin (summa cum laude) und habilitierte 1998 für das Fach "Immunologie und Molekularbiologie"


Der Langener Wissenschaftspreis:
Der Langener Wissenschaftspreis wurde 1993 ins Leben gerufen und wird 2001 zum fünften Mal vergeben. Den Forschungspreis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen schreiben das Paul-Ehrlich-Institut und die Stadtwerke Langen GmbH alle zwei Jahre gemeinsam aus. Die Finanzierung des Preises stellte von Beginn an die Stadtwerke Langen GmbH sicher. Den Preisträger benennt ein sechsköpfiges Kuratorium, dem neben Prof. Reinhard Kurth, dem ehemaligen Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Dieter Pitthan, dem Bürgermeister von Langen und Diplom-Volkswirt Manfred Pusdrowski, dem Direktor der Stadtwerke Langen GmbH, drei Wissenschaftler aus Deutschland angehören.

Wie schon 1997 und 1999 unterstützt auch dieses Jahr die DFS - Deutsche Flugsicherung GmbH die Verleihung des Langener Wissenschaftspreises, indem sie den festlichen Rahmen der Preisverleihung um ein Abendessen zu Ehren des Preisträgers in ihren Räumen erweitert. Als weitere Sponsoren konnten in diesem Jahr gewonnen werden:

  • die Firma Biotest, Dreieich
  • die Sparkasse Langen-Seligenstadt
  • die Langener Baugenossenschaft
  • das Reisebüro KTS, Langen
  • die Firma Otaro

Sie finden diese Pressemitteilung auch online (mit weiterführenden Links)

Dr. Susanne Stöcker | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie