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Technologisches Potenzial der Regionen fördern

07.09.2001


Rostocker Forscher erhalten Förderpreis 2001 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

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Für ihre Arbeiten zum Sicherheitsmanagement im Schiffsbetrieb wurden Forscher vom Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) in Rostock ausgezeichnet. Das innovative Projekt "Maritime Safety Assistance" erhielt den 3. Preis im Rahmen des Förderwettbewerbes "Innovative Regionale Wachstumskerne" des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel des Innovationsprojektes ist es, ein effizientes und flexibles Sicherheits- und Servicesystem zu entwickeln, um künftig die Sicherheit und Qualität im Schiffsbetrieb nachhaltig zu verbessern. "Die steigende Mobilität und der wachsende Transportverkehr in unserer Gesellschaft verlangen auch im maritimen Bereich zukunftsweisende Konzepte" erklärt Stefan Haßinger, Geschäftsstellenleiter des ZGDV in Rostock. Er und sein Team nutzen innovative Technologien wie die Virtuelle Realität (VR), um Wissen in neuer und attraktiver Form zu vermitteln - z. B. in maritimen Trainings- und Ausbildungsszenarien: Der Lernende kann problemlos - innerhalb einer verteilten, virtuellen Trainingsumgebung - mit Steuerungselementen wie Ventilen, Aggregaten oder Pumpen die Schiffsmaschinen bedienen. Er erhält sofort die daraus resultierenden Werte im virtuellen Maschinenraum, etwa über Zeigeinstrumente, angezeigt. Ferner kann die Person über ein multimediales Hilfesystem jederzeit technische Zusatzinformationen, wie Navigationspläne oder Notfallbestimmungen, abrufen. So ist es z. B. möglich, innerhalb einer nautischen Trainingseinheit einen Notfall an Bord realistisch zu simulieren. Ein Team kann damit das richtige Verhalten in einer Gefahrensituation einüben. Ein wichtiger Faktor findet Stefan Haßinger, "denn diese neuen Möglichkeiten fachspezifischer Ausbildung reduzieren nicht nur den Zeit- und Kostenaufwand erheblich, die richtige Reaktion kann im Ernstfall lebensrettend sein".

Die Projektgruppe beabsichtigt, fachspezifische Informationen mit intelligenten technischen Systemen multimedial aufzubereiten, und so ein hochwertiges Sicherheits-Management für Schiffe bereitzustellen. Dieses neuartige Konzept entwickeln die Rostocker Wissenschaftler des ZGDV kontinuierlich weiter mit ihren lokalen Partnern aus Industrie, Forschung und Entwicklung (FuE). Damit will sich das Kooperationsnetzwerk aus dem Raum Mecklenburg-Vorpommern unter der Führung der Marinesoft Entwicklungs- und Logistikgesellschaft mbH ein neues Geschäftsfeld erschließen, das für die Region Rostock strategische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung besitzt.


Das große Innovationspotenzial in den Regionen der neuen Länder bündeln will das BMBF mit seinem Forschungsförderprogramm "Innovative Regionale Wachstumskerne", das an die Erfolge aus dem InnoRegioWettbewerb des letzten Jahres anknüpft. Die in einer ersten Auswahlrunde im Juli 2001 prämierten Projekte des weiterführenden Förderprogrammes decken ein breites inhaltliches Spektrum ab. Die Themen reichen von der Pharmakologie über neue Werkstoffe, die Verkehrstechnik bis zu maritimen Technologien.

An der Bewerbung um den Innovationswettbewerb hatten sich bis Ende Mai dieses Jahres 123 Initiativen aus den neuen Ländern beteiligt. Das ZGDV erzielte mit dem Projekt "Maritime Safety Assistance" den 3. Platz von neun ausgezeichneten regionalen Initiativen. Das Projekt für sichere Schifffahrt der Rostocker Forscher startet im September 2001 mit einer Laufzeit von 30 Monaten und ist mit rund sechs Millionen Mark dotiert.


Projektkoordination:

Marinesoft Entwicklungs- und Logistikgesellschaft mbH
Dr. Harro Kucharzewski
Telefon: +49 (0) 381 / 5196 - 350
Telefax: +49 (0) 381 / 5196 - 355
E-Mail: ceo@marinesoft.de


Ansprechpartner:

Stefan Haßinger
Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) Rostock
Telefon: +49 (0) 381/ 4024 - 150
Telefax: +49 (0) 381/ 446088
E-Mail: hasinger@rostock.zgdv.de



Kurzprofil des INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães (Portugal).
Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 560 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 41 Millionen EURO bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.





Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.wachstumskerne.de/

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