Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einer von sieben Preisträgern der "Goldenen Natur" zu Besuch bei der DBU

22.08.2001


Vorsitzender des Hambrücker Naturschutzbundes (NABU) erhält den Naturschutzpreis von ZDF, HÖRZU und DBU am Sonntag für sein Engagement zur Erhaltung der Feuchtwiesen im Raum Karlsruhe

Die Aufmerksamkeit, die sein Projekt durch die Vergabe des Naturschutzpreises "Goldene Natur" am kommenden Sonntag auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin erhält, ist Franz Debatin wichtiger als die 10.000 Mark, die er wie jeder der sieben Preisträger in Empfang nehmen darf. "In unserer stark landwirtschaftlich geprägten Gegend im nördlichen Landkreis Karlsruhe benötigt der Einsatz für den Naturschutz ein hohes Maß an Durchhaltevermögen", betonte Debatin am Montag bei seinem Besuch der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Stellvertretend für die von ihm gegründete NABU-Ortsgruppe Hambrücken, die sich sehr intensiv und beispielhaft einer großflächigen Feuchtwiesenregeneration, einem Weißstorchschutzprogramm sowie der Anlage von Flachgewässern gewidmet hat, wird Debatin am Sonntag den Preis entgegennehmen. "Seinem persönlichen Engagement ist es zu verdanken, dass in einem Raum wie Karlsruhe wieder einzigartige Biotope entstehen", betonte Dr. Willi Real, stellvertretender Generalsekretär der DBU.

Jeder der sieben Preisträger hatte neben dem Preisgeld auch einen Überraschungsbesuch bei einem der Juroren gewonnen; neben dem ZDF, der HÖRZU und der DBU saßen die großen deutschen Naturschutzverbände in der Jury der "Goldenen Natur". So war Debatin zu Wochenbeginn bei der DBU Gast, wo er zunächst von Generalsekretär Fritz Brickwedde begrüßt und durch das Gebäude der Stiftung geführt wurde. Anschließend besichtigte er - ganz seinem eigenen Naturschutzthema entsprechend - die Naturschutzstation im Naturpark Dümmer. Der 16 Quadratkilometer große See wurde Anfang der 1950er Jahre eingedeicht; der Mensch griff damit intensiv in das ökologische Gleichgewicht der Dümmerniederung ein. Seitdem blieben die natürlich stattfindenden großflächigen Überflutungen der Niederung durch die Hunte und den Dümmer aus.

Diplombiologe Heinrich Beltling von der Naturschutzstation Dümmer, einer Außenstelle der Bezirkregierung Weser-Ems und der Bezirksregierung Hannover, führte Debatin durch das über 1.000 Hektar große Ochsenmoor im Naturpark Dümmer. "Dieses Moor ist Teil einer großflächigen Wiedervernetzung des Niedermoores im hiesigen Naturpark", erläuterte Beltling. Zunächst habe man durch die Rückführung der betroffenen Flächen in die öffentliche Hand das Gebiet zusammengeführt. Jetzt setze man unter anderem Staustufen und Fanggräben ein, um die Wiederverwässerung der Gebiete voranzutreiben. "In viele Bereiche des Naturparks sind so die für diese Gegend typischen feuchtigkeitsliebenden Tier- und Pflanzenarten zurückgekehrt", betonte Beltling.

Zweite Station der DBU-Überraschungsreise war der Besuch der von der DBU mit knapp 600.000 Mark geförderten Moorschutzstation "Haus im Moor" im Goldenstedter Moor. Insgesamt habe die DBU hier fünf Projekte unterstützt - das Geld erweise sich als gut angelegt, so Dr. Willi Real. Willibald Meyer, Bürgermeister von Goldenstedt und maßgeblicher Initiator des Engagements für das Goldenstedter Moor, stellt seine Initiative für die Renaturierung abgetorfter Hochmoorflächen unter das Motto "Moor erleben - Moor schützen". "Nur wer das Moor hier vor Ort erlebt hat, kann nachvollziehen, welche einzigartige Landschaft verloren ginge, würde man den Torf hier völlig abbauen", sagte Meyer. Daher schicke man die Besucher - jährlich mehr als zwanzigtausend - mit einer alten Moorbahn durch die Landschaft, um die Schönheit auch Stadtmenschen vor Augen zu führen. "Was der Mensch binnen kurzer Zeit beim Abtorfen zerstört, hat sich über Jahrhunderte aufgebaut", mahnte Meyer. So wachse eine Torfschicht nur um ein bis zwei Millimeter pro Jahr.

Sieben ehrenamtliche Naturschützer werden am Sonntag auf der IFA ihr Preisgeld in Empfang nehmen; 200.000 Mark steckt die DBU in Nachfolgeinitiativen, die die Ideen der Preisträger über das ganze Land verbreiten sollen. Einsendeschluss für Anträge: 12. Oktober 2001. Wesentliche Aufgabe dieser neu zu entwickelnden Projekte sei es, einen Beitrag zur Verbesserung und zum Erhalt naturnaher Lebensräume in Deutschland zu leisten oder Naturschutzthemen durch besonders pfiffige Ideen verschiedenen Zielgruppen nahe zu bringen, so Real.

Jeder, der sich ehrenamtlich für den Naturschutz einsetze, könne sich um die DBU-Fördergelder bewerben. Das gelte auch für die Initiativen, die sich um die "Goldene Natur 2001" vergeblich bemüht hatten, nicht allerdings für Landes- und Bundesverbände von Naturschutzorganisationen. Antragsformulare können per Post bei der DBU, "Goldene Natur", An der Bornau 2, 49090 Osnabrück angefordert oder via Internet ab dem 27. August ’01 unter www.goldenenatur.de heruntergeladen werden. Dort sind auch die Förderkriterien detailliert nachzulesen. Bis Mitte Dezember wird dann darüber entschieden, wer aus den eingegangenen Anträgen in besonderem Maße förderfähig ist und mit Geldern für die Unterstützung seines ehrenamtlichen Naturschutzengagements rechnen kann.

Franz-Georg Elpers | ots
Weitere Informationen:
http://www.goldenenatur.de

Weitere Berichte zu: Naturpark

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Dr. Philipp Schommers erhält Förderpreis für Klinische Infektionsforschung
16.10.2017 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz