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Toshi-Aki Shibata erhält Siebold-Preis 2001

12.06.2001

Verleihung durch den Bundespräsidenten anlässlich der


Jahrestagung der Humboldt-Stiftung in Berlin

Der japanische Physiker Toshi-Aki Shibata erhält den Philipp Franz von Siebold-Preis 2001. Der Preis gilt als höchste Auszeichnung für Wissenschaftler aus Japan, die in der Bundesrepublik Deutschland vergeben wird. Bundespräsident Johannes Rau überreicht die Urkunde am 15. Juni 2001 während der Jahrestagung der Alexander von Humboldt-Stiftung in seinem Berliner Amtssitz, Schloss Bellevue. Der Preis würdigt Shibatas wissenschaftliche Arbeiten und seine besonderen Verdienste um die deutsch-japanische Zusammenarbeit.

Die Untersuchung von Antiproton-Proton Wechselwirkung am CERN LEAR (Low Energy Antiproton Ring) in den Jahren 1982-1986 war ein erstes Ergebnis in einer deutschen Wissenschaftlergruppe. Danach arbeitete er im Rahmen der EMC (European Muon Collaboration) und NMC (New Muon Collaboration) am CERN. Die Entdeckung von EMC, dass Quarks in Proton nur einen geringen Teil des Protonspins 1/2 tragen, war eine wichtige experimentelle Information für die Physik der Gegenwart. Jetzt untersuchen über 300 Physiker in aller Welt dieses Problem.

Toshi-Aki Shibata, Jahrgang 1952, seit 1993 Professor am Department of Physics des Tokyo Institute of Technology, hat seit 20 Jahren engste Beziehungen zu Deutschland. Er war mehrere Jahre am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Mainz und am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg tätig, wo er 1992 auch habilitierte. Professor Shibata ist einer der führenden japanischen Wissenschaftler in seinem Forschungsbereich, veröffentlichte 69 wissenschaftliche Publikationen und übersetzte 1998 ein deutsches Lehrbuch ins Japanische. Seit 1994 nimmt er mit großem Erfolg an einer Forschungszusammenarbeit am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg teil. Er beabsichtigt, die Einladung zu einem langfristigen Forschungsaufenthalt in Deutschland für weitere Forschungen bei DESY zu nutzen.

Der Philipp Franz von Siebold-Preis wird einmal pro Jahr vergeben. Der Preisträger ist eingeladen, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Kooperation mit Fachkollegen in der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen. Der Preis ist mit DM 100.000 dotiert. Die Auswahl der Preisträger liegt in den Händen einer deutsch-japanischen Auswahlkommission in Tokyo. In den über 20 Jahren seines Bestehens ist der Siebold-Preis zu einer festen Größe in der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Japan geworden. Die Betreuung der Preisträger und die Verwaltung des Preises übernimmt die Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Preisträger werden in das Nachkontaktprogramm der Humboldt-Stiftung und damit in ein weltweites Netzwerk von über 20.000 Wissenschaftlern aus 130 Ländern einbezogen.

(verantwortlich:Ulrike Lakemeier, Grundsatzabteilung, Tel.: 0228/833-129, Fax: 0228/833-216, E-Mail: lak@avh.de; Auskunft gibt Dr. Steffen Mehlich, Abteilung Förderung Inland, Tel.: 0228/833-209)

Dr. Isabel Kobus | idw

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