Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bekämpfung von Infektionskrankheiten durch Genomforschung

08.06.2001

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert interdisziplinäres Genomforschungsprojekt am Klinikum der Universität Gießen mit 6 Mio. DM



Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem Programm "Krankheitsbekämpfung durch Genomforschung" ausgewählte qualifizierte Forschungszentren, die sich in Forschungsnetzwerken zusammengeschlossen haben. Die funktionelle Genomforschung in diesen nationalen Genomnetzen soll einen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Diagnostik, Prävention und Therapie von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Infektionskrankheiten leisten. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt des Universitätsklinikums der Justus-Liebig-Universität Gießen für die Erforschung der genetischen Grundlagen von Infektionserkrankungen wurde vom Bundesforschungsministerium unter zahlreichen Bewerbungen für eine finanzielle Förderung ausgewählt. In den kommenden drei Jahren wird das Projekt Funktionelle Genomforschung von Bakterium-Wirt-Interaktionen bei Sepsis mit 6 Mio. DM durch das Bundesforschungsministerium gefördert. Zu einer Pressekonferenz am Dienstag, den 12. Juni 2001, um 11.30 Uhr im Institut für Medizinische Mikrobiologie (Frankfurter Straße 107, 35392 Gießen) laden wir Sie herzlich ein.



Bei ca. 1% aller Krankenhauspatienten kommt es durch Infektion mit Bakterien zu dem schweren Krankheitsbild der Sepsis (Blutvergiftung). In der modernen Intensivmedizin sind septischer Schock und septisches Organversagen mit einer Sterblichkeit von ca. 30-40% die Haupttodesursache. Ob es zu einer Sepsis kommt und wie schwer diese verläuft, hängt von dem Erreger (Eintrittspforte, Aggressivität, Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika) und von dem Wirt (Abwehrlage, Grunderkrankung) ab.

Das Gießener Forschungsvorhaben untersucht den molekularen Dialog von Bakterium und Patient bei Sepsis mit Hilfe eines hochmodernen molekularbiologischen Verfahrens, der sog. Chip-Technologie. Aus der Funktionsanalyse von Genen erwarten die Wissenschaftler erhebliche Fortschritte in dem Wissen über Entstehung, Diagnose und Behandlung dieser lebensbedrohlichen bakteriellen Infektionen.

In den kommenden drei Jahren wird das Projekt Funktionelle Genomforschung von Bakterium-Wirt-Interaktionen bei Sepsis mit 6 Mio. DM durch das Bundesforschungsministerium gefördert; die Forschungsgelder stammen aus den UMTS-Zinserlösen; insgesamt werden so am Klinikum 19 Stellen für Wissenschaftler (Ärzte, Biologen), Doktoranden, Ärzte im Praktikum und technische Assistenten neu geschaffen.

Folgende Zentren des Universitätsklinikums sind an dem beschriebenen Projekt beteiligt: Institut für Medizinische Mikrobiologie (Koordinator des Gesamtprojekts: Professor Chakraborty), Klinik für Innere Medizin, Klinik für Kinderheilkunde, Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, Klinik für Anästhesiologie und klinische Intensivmedizin, Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin, Institut für Pathologie, Institut für Biochemie und Institut für Klinische und Administrative Datenverarbeitung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wichtig, um alle relevanten Informationen bei der Behandlung lebensbedrohlicher bakterieller Infektionen zu erfassen.

Innerhalb des nationalen Forschungsnetzwerkes ist das Gießener Projekt mit vier weiteren Genomnetzen für Infektion/Entzündung in Tübingen, München, Berlin und Hamburg sowie mit dem Kernbereich in Braunschweig (Gesellschaft für Biotechnologische Forschung) verknüpft (siehe Abbildung). Die Forschungstätigkeit innerhalb dieses leistungsfähigen nationalen Genomforschungsnetzes wird einen wichtigen Beitrag zur effektiven Bekämpfung von Infektionskrankheiten im klinischen Alltag leisten.

Christel Lauterbach | idw

Weitere Berichte zu: Genomforschung Infektion Infektionskrankheit Sepsis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten