Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Proteinfunktionen in die "Tasche" gesteckt

29.12.2007



Dr. Jutta Eichler von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)


BioFuture-Wettbewerb: Drei Millionen Mark für GBF-Nachwuchsforscherin.

... mehr zu:
»Eiweiß »Hormon »Molekül »Proteinfunktion

Im Wettbewerb BioFuture des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat am 21. Mai Ministerin Edelgard Bulmahn Dr. Jutta Eichler von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) für ihr Forschungsvorhaben ausgezeichnet. Die Nachwuchsforscherin setzte sich in der Endrunde mit ihrem Projekt "Synthetische Nachahmungen von Proteinbindungstaschen" gegen mehr als 80 Mitbewerber aus dem gesamten Bundesgebiet durch. Neben dem GBF-Projekt werden weitere fünf mit je 2,9 Millionen Mark gefördert.

"Mit dem Geld wollen wir vier Mitarbeiter in den kommenden vier Jahren beschäftigen", sagt Dr. Jutta Eichler zuversichtlich. Sie verfolgt einen kombinatorischen Ansatz, bei dem Molekülbibliotheken für die Charakterisierung medizinisch relevanter Eiweiße zum Einsatz kommen. "Wir wollen dazu beitragen, Struktur und Funktion der Eiweiße zu verstehen, die sich hinter der Fülle der Gensequenzen verbergen. Dann können wir die Moleküle auch gezielt beeinflussen", erklärt Eichler. Daher sei ihr Projekt in die Aktivitäten der GBF im Kernbereich des nationalen Genomforschungsnetz eingebettet.


Alle biologischen Prozesse beruhen auf der Bindung und Kommunikation der Moleküle - Antigene reagieren mit Antikörpern, Hormone verbinden sich mit Rezeptoren. Die Architektur eines Eiweißmoleküls lässt Rückschlüsse auf seine Funktion zu. So spielen Bindungstaschen bei der Interaktion von Molekülen zum Beispiel im Verlauf einer Infektion eine entscheidende Rolle. Einen vergleichbaren systematischen Ansatz zur synthetischen Taschenbildung gibt es bisher nicht.

In dem Forschungsprojekt werden verschiedenste dreidimensionale Taschen künstlich aus Peptiden, kurzen Eiweißketten, nachgebildet. Diese Peptide werden an Trägermoleküle (Scaffolds) gebunden, die Eichler ebenfalls entwickelt. Die nachgeahmten Taschen (Mimikry) ähneln dabei den natürlichen Proteinbindungsdomänen. Diese bestehen häufig aus Bausteinen, die an verschiedenen Orten der Aminosäurekette angeordnet sind, in der räumlichen Struktur des Moleküls jedoch nah beieinander liegen. Als Modell dienen der GBF-Wissenschaftlerin die Strukturen bekannter Proteindomänen (EVH1 und WW). Mit Hilfe von Peptidbibliotheken werden verschiedenste Domänen nachgeahmt und ihre Affinität sowohl zu bekannten als auch zu unbekannten Molekülen (Antigene, Hormone, Signalproteine) getestet.




Dipl.-Biol./Dipl.-Journ. Thomas | idw

Weitere Berichte zu: Eiweiß Hormon Molekül Proteinfunktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie