Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Genomforschung gegen Infektionskrankheiten

30.03.2001


Braunschweig erhält über 20 Mio. DM Projektmittel vom BMBF
Mit über 20 Mio. DM Projektmitteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bekommt Braunschweig in den nächsten drei Jahren einen kräftigen Schub als Standort der Genomforschung für Infektionskrankheiten. Wie das BMBF heute mitteilte, wird die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) eine von fünf Einrichtungen im Kernbereich des Nationalen Genomforschungsnetz und erhält dafür in den kommenden drei Jahren 15 Mio. DM. Für die Entwicklung von Plattformtechnologien werden weitere 5,4 Mio. DM an das von der GBF koordinierte Kompetenzzentrum Bioinformatik vergeben.


Die GBF profitiert dabei von ihren langjährigen Erfahrungen zum Beispiel bei der Entschlüsselung des Chromosom 21. Prof. Dr. Rudi Balling, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF, begrüßt, dass mit den Mitteln auch die Infektionsforschung gestärkt wird. Infektionskrankheiten sind weltweit für ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich. Sie gehören zu den großen Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Allergien. Balling: "Die Genomforschung bietet uns erstmals ein geeignetes Instrument, um die Mechanismen dieser komplexen Erkrankungen aufzuklären. Mit diesem Wissen haben wir die Möglichkeit, Krankheiten ursächlich zu bekämpfen, bei denen heute nur eine Behandlung der Symptome möglich ist." Das BMBF habe zudem eine einmalige Chance genutzt, um den Abstand zu den auf diesem Gebiet führenden Nationen wie den USA zu verringern.

Die GBF wird an mehreren Plattformen des Nationalen Genomforschungsnetz beteiligt sein. Eine zentrale Aktivität bildet die Entwicklung von Tiermodellen. Die GBF-Wissenschaftler werden dabei gezielt Mäuse untersuchen, die besonders empfindlich oder widerstandsfähig gegenüber Infektionen sind. "Diese Phänome finden wir ebenso beim Menschen, so dass sich hier ganz neue Ansatzpunkte für die Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten ergeben könnten. Unser Ziel wird auch die Entwicklung neuer Schutzimpfungen sein", sagt Balling. Beteiligt ist die GBF weiterhin an der Sequenzierung des Rattengenoms. Die Ratte ist das wichtigste Tiermodell für die Erforschung von Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck, an deren Entstehung eine Vielzahl von Faktoren beteiligt sind. Weitere Aktivitäten sind die Entwicklung von Datenbanken oder die systematische Herstellung von Antikörpern.

Die GBF wird weiterhin ein Kompetenzzentrum für Bioinformatik. An dem Projekt "Intergenomics" sind neben der GBF die Technische Universität Braunschweig, die FH Braunschweig/Wolfenbüttel sowie das Unternehmen Biobase GmbH beteiligt. Mit Computermodellen wollen die Wissenschaftler simulieren, wie sich die Genome von Wirt und Erreger bei einer Infektion verhalten. Im Rahmen des Projekts sollen die dafür erforderlichen Datenbanken, Werkzeuge und Dienstleistungen etabliert werden. Ergänzt werden die Aktivitäten durch ein spezielles Studienprogramm, an dem Biologie- und Informatikgruppen sowohl aus der Universität als auch aus der Fachhochschule beteiligt sind.

Insgesamt investiert das BMBF in den kommenden drei Jahren 350 Mio. DM in das Nationale Genomforschungsnetz. Die Institute im Kernbereich werden eigene systematische Genomforschung betreiben und zusätzlich neue Techniken sowie Dienstleistungen anbieten. Um diese fünf Institute wird jeweils ein medizinisches Netzwerk etabliert. Im Krankheitsbereich Infektion verknüpft die GBF die Kompetenzen, in der Krebsforschung ist es das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ, Heidelberg), bei Umwelterkrankungen das GSF-Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GSF, München), bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin (MDC, Berlin) und bei Erkrankungen des Nervensystems das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Berlin). In den medizinischen Netzwerken werden konkrete Ansätze zur Bekämpfung der Krankheiten entwickelt. Hier sind Hochschulen besonders stark eingebunden. Die Fördersumme teilen sich der Kernbereich und die medizinischen Netzwerke, die 133 bzw. 132 Mio. DM erhalten. Unterstützt werden die Arbeiten von den Kompetenzzentren für "Bioinformatik" und "Proteomforschung". An die sechs Koordinatoren fließen insgesamt 65 Mio. DM. Für begleitende Projekte zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen werden 20 Mio. DM bereitgestellt.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Biol./Dipl.-Journ. Thomas Gazlig |

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie