Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenforschung nimmt sich den Vertrieb von Finanzprodukten an

12.09.2008
Der Frankfurter Wirtschaftswissenschaftler Roman Inderst, Inhaber der Professur für Finanzen und Ökonomie am Institute for Monetary and Financial Stability der Goethe-Universität, ist für einen der begehrten Advanced Investigator Grants vom European Research Council (ERC) ausgewählt worden.
Mit den rund 1,3 Millionen Euro an Fördermittel will Roman Inderst einen Kompetenzschwerpunkt "Retail Finance" am House of Finance aufbauen.

Roman Inderst ist einer der renommiertesten Ökonomen in Europa.

Das einschlägige Handelsblatt-Ranking weist ihn als aktuell forschungsstärksten Ökonomen im deutschsprachigen Raum sowie auch unter allen deutschen Ökonomen im Ausland aus. Roman Inderst war zuvor Professor für Ökonomie und Professor für Finanzen an der London School of Economics sowie am Institut Européen d'Administration des Affaires (INSEAD), eine der weltweit größten und renommiertesten Business Schools in Fontainebleau und Singapur.

Der Erfolg beim ERC kann aufbauen auf eine in diesem Jahr begonnene Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Roman Inderst zusammen mit dem Makroökonomen Michael Haliassos von der Goethe-Universität für ein verwandtes Forschungsprojekt zu "Retail Finance" erhalten hat. Bei den geförderten Forschungsprojekten geht es insgesamt um den Verkauf von Finanzprodukten an private Haushalte. Aus Sicht der Banken sind hierbei speziell Fragen des Produktdesigns aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht interessant. Die im Kompetenzschwerpunkt geplante Forschung wird sich aber auch intensiv mit Fragen der Finanzaufsicht und des Verbraucherschutzes befassen.

"Dies beinhaltet beispielsweise eine kritische Auseinandersetzung mit Forderungen nach mehr Transparenz im Vertrieb, wie etwa der Offenlegung von Provisionen. Auch die Bewertung einer einheitlichen europaweiten Regulierung, die zur Zeit besonders kontrovers bei Immobilienkrediten diskutiert wird, wird Gegenstand der Arbeit sein", konkretisiert Inderst, dessen vornehmliches Interesse allerdings weiter der wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagenforschung gilt: "Die Arbeit wird sich formaler Modellierung, also mathematischer Modelle, bedienen, aber auch Experimente mit einbeziehen und im Kontakt mit der Wirtschaft versuchen, Felddaten zu erhalten und auszuwerten.."

Trotz des Praxisbezugs will der Wirtschaftswissenschaftler den Erfolg seiner Arbeit an einer einzigen Größe messen lassen: der Produktion international wettbewerbsfähiger Forschungsleistung und damit der entsprechenden Publikationen.

Inderst ist einer von fünf Forschern einer deutschen Wissenschaftseinrichtung, deren Projekt aus über 400 Anträgen im Bereich "Social Sciences & Humanities" in dieser ersten ERC-Ausschreibung zum Zuge kamen. Der European Research Council (ERC) will mit seinen neuaufgelegten Programmen exzellente Wissenschaftler und anspruchsvollste Projekte fördern; dabei spielt die Nationalität der Forscher keine Rolle, ausschlaggebend ist allein, dass ihre wissenschaftliche Qualifikation herausragend ist und dass ihr Projekt innerhalb der Europäischen Union, der Schweiz oder Israel umgesetzt wird.

Ein Ziel ist es unter anderem, Europa als Forschungsstandort insbesondere in Konkurrenz mit den USA wieder attraktiver zu gestalten. ERC-Grants decken bis zu 100 Prozent der direkten Forschungskosten ab - dazu gehören unter anderem Personalkosten, Ausstattung, Material und Reisekosten - und darüber hinaus ein 20-prozentiger Zuschuss zu den indirekten Projektkosten (Overhead-Kosten).

Informationen:
Prof. Roman Inderst,
Institute for Monetary and Financial Stability,
House of Finance, Campus Westend,
Tel: (069) 798 - 23443;
sekretariat.inderst@finance.uni-frankfurt.de

Ulrike Jaspers | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE