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Interdisziplinäres Denken in die Praxis übertragen

12.09.2008
Im Rahmen des 37. Deutschen Lebensmittelchemikertages in Kaiserslautern wurde Dr. Hauke Hilz, Projektleiter am ttz Bremerhaven, der Gerhard-Billek-Preis für die beste Dissertation im Fach Lebensmittelchemie verliehen.

Der Nachwuchswissenschaftler hat in seiner 2007 an der Universität Wageningen/Niederlande eingereichten Arbeit die Zellwandstrukturen von Heidelbeeren und Johannisbeeren untersucht und dabei ihre Veränderung bei der Hochdruck- und Enzymbehandlung während der Saftproduktion dargestellt.

Dabei wurden verschiedene Oligomere und neue Polysaccharidstrukturen in den Zellwänden charakterisiert, die bisher noch nicht in der Literatur beschrieben wurden. Der Saftindustrie und Produzenten von Enzympräparaten liefert die Arbeit wichtige Erkenntnisse für eine wirtschaftlich optimierte Verarbeitung der Beeren durch neue Prozesstechnik.

Forscher vom ttz Bremerhaven für herausragende Dissertation ausgezeichnet

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) honoriert mit der Vergabe des Gerhard-Billek-Preises an den Lebensmittelchemiker Dr. Hauke Hilz seine hervorragende Arbeit im Bereich der Zellwandanalytik. Die Dissertation

"Charakterisierung von Zellwandpolysacchariden in Heidelbeeren und schwarzen Johannisbeeren"von Herrn Dr. Hilz ist die bisher einzige Arbeit, die sich so intensiv mit der Beschaffenheit von Zellwänden in Beeren auseinandersetzt und auch die Veränderungen in den Zellwänden während der technologischen Verarbeitung beschreibt.

Die Ergebnisse aller 5 Forschungskapitel der Dissertation wurden zum Zeitpunkt der Promotion in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Besonders erwähnenswert ist der Innovationsgehalt, das wirtschaftliche Potential und der interdisziplinäre Ansatz seiner Dissertation. Als Fazit stellt die Arbeit den synergetischen Effekt vor, der bei Hochdruckbehandlung und gleichzeitiger Enzymbehandlung der Beeren im Verarbeitungsprozess erzielt werden kann. Die Ausbeute bei der Saftproduktion könnte durch die Umsetzung dieses prozesstechnischen Know-hows signifikant gesteigert werden.

Durch eine Hochdruckbehandlung erhöht sich die Calciumaffinität der Pektine, sie werden leichter extrahierbar, doch die Saftausbeute wird dadurch vermindert. Werden in diesem Prozess allerdings Enzympräparate zugesetzt, werden die Pektine weiter abgebaut als bei atmosphärischem Druck. Neue Prozesstechnologien können damit die Veränderung von Zellwandkomponenten positiv beeinflussen.

Mit der Darstellung aktueller chromatographischer, elektrophoresischer und massensprektrometrischer Methoden macht Dr. Hilz die Veränderungen der Zellwände während der Beerenverarbeitung nachvollziehbar und trug einen Beitrag zum Verständnis der Zellwandarchitektur auf molekularer Ebene bei. Nach erfolgreicher Promotion setzt Dr. Hilz sein Wissen als Arbeitsgruppenleiter am ttz Bremerhaven ein, wo er unter anderem das EU-Projekt QUALIJUICE koordiniert.

Dr. Hilz, der aktives Mitglied der Lebensmittelchemischen Gesellschaft ist, trat außerdem bereits mit zahlreichen Vorträgen und Präsentationen auf Fachkongressen in Erscheinung.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement, Gesundheitssysteme sowie Verwaltung & Software.

Kontakt:
ttz Bremerhaven
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Britta Rollert
Telefon: 0471 / 4832-121/-124
Fax: 0471 / 4832-129
brollert@ttz-bremerhaven.de

Britta Rollert | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de
http://www.gdch.de

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