Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ben Cao Gang Mu: Chinesische Medizin verstehen

10.09.2008
VolkswagenStiftung bewilligt rund 450.000 Euro für die Übersetzung einer bedeutenden chinesischen Enzyklopädie der Arznei- und Naturkunde

Das Ben Cao Gang Mu gilt Kennern als eines der bedeutendsten Werke der chinesischen Heilkunde und als ein Weltkulturerbe, das auch der westlichen Medizin zugänglich sein sollte.

Nicht weniger als 1900 Arzneidrogen hat der chinesische Arzt Li Shi Zhen im 16. Jahrhundert in dieser Enzyklopädie beschrieben, mehr als 11.000 Rezepte für die Medizin sind darin enthalten. Darüber hinaus gibt die "Monographisch geordnete Arzneikunde" vielfältige Einblicke in die chinesische Gesellschaft und seine Medizingeschichte. Dieses geballte Wissen möchte Professor Dr. Paul U. Unschuld von der Charité - Universitätsmedizin Berlin nun auch Lesern ohne Chinesisch-Kenntnisse erschließen, er plant eine annotierte Übersetzung ins Englische. Die VolkswagenStiftung unterstützt das ambitionierte Vorhaben in einer Pilotphase mit rund 450.000 Euro.

Drei Jahre hat Professor Unschuld für das Pilotprojekt veranschlagt, für die Hauptphase dann weitere 14 Jahre. Dabei kann er auf Erfahrung mit chinesischen Werken aufbauen; so übersetzte er - ebenfalls mit Unterstützung der VolkswagenStiftung - den chinesischen naturphilosophischen und medizinischen Klassiker Huangdi Neijing Suwen.

Für das aktuelle Pilotvorhaben geht es insbesondere darum, zunächst methodisch-technisch eine Basis für die Übersetzung zu schaffen. Sie soll mit Hilfe anspruchsvoller computergestützter Technologien erfolgen. Ein Blick auf die chinesischen Schriftzeichen lässt erahnen, welche Entwicklungsarbeit für die Software und das Zusammenspiel mit einem Übersetzer zu leisten ist. Darüber hinaus sollen die Fachtermini auf historische Bedeutung analysiert werden, eine standardisierte Übersetzung ist das Ziel. Das Ergebnis wird nicht nur für die Übersetzung dieser Enzyklopädie bedeutend sein, sondern hilfreich auch für den künftigen Umgang mit anderen historischen chinesischen Texten aus Medizin und Pharmazie.

Um das Vorhaben zu bewältigen, sind Experten aus verschiedenen Disziplinen gefragt. Chinesische Muttersprachler und Kenner der Geschichte chinesischer Heilwissenschaften werden ebenso beteiligt wie Sinologen und Informatiker. Das Projekt, das die VolkswagenStiftung im Rahmen ihrer Initiative "Offen - für Außergewöhnliches" fördert, könnte über einen Expertenkreis hinaus Aufmerksamkeit erlangen. Denn die traditionelle chinesische Medizin stößt im Westen seit Jahren auf großes Interesse.

Kontakt Projekt
Charite - Universitätsmedizin Berlin
Horst-Görtz-Stiftungsinstitut
Prof. Dr. Paul U. Unschuld
Telefon: 030 450 52 93 51
E-Mail: unschuld@charite.de
Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Kontakt
Förderinitiative der VolkswagenStiftung
Dr. Adelheid Wessler
Telefon: 0511 8381 276
E-Mail: wessler@volkswagenstiftung.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie