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1,8 Million Euro für Marburger Universitätsmedizin

09.09.2008
Von bildgebenden Verfahren bis zu Therapien gegen Gefäßverkalkung reichen die Themen, mit denen die Marburger Universitätsmedizin in der ersten Förderrunde der "Von Behring-Röntgen-Stiftung" erfolgreich war.

Sechs geförderte Forschungsvorhaben erhalten Zuwendungen in Höhe von einer Million Euro, die aus Privatisierungserlösen des Universitätsklinikums stammen.

Darüber hinaus unterstützt die Stiftung wissenschaftliche Symposien sowie zwei Kooperationsprojekte, bei denen Marburger und Gießener Mediziner zusammenarbeiten.

Der Dekan des Fachbereichs Medizin zeigte sich erfreut über das Ergebnis der ersten Förderrunde: "Das überdurchschnittlich gute Abschneiden der Marburger Universitätsmedizin belegt, dass wir mit unserer Schwerpunktbildung richtig liegen", sagte Professor Dr. Matthias Rothmund aus Anlass der Entscheidung. Das Hauptgewicht der Förderung liegt auf Projekten der Krebsforschung: Die Hälfte der Marburger Forschungsvorhaben ist auf diesem Gebiet angesiedelt.

"Die Exzellenzbildung in der Universitätsmedizin hat oberste Priorität", erläuterte Stiftungspräsident Professor Dr. Joachim-Felix Leonhard die Ziele, die seine Institution mit der Forschungsförderung verfolgt. Die "Von Behring-Röntgen-Stiftung" wurde im Jahr 2006 vom Land Hessen errichtet, um die medizinische Forschung an den beiden Standorten der fusionierten Universitätskliniken Gießen und Marburg zu unterstützen. Sie bestreitet ihre Förderung aus den Erträgen des Stammkapitals, das 100 Millionen Euro beträgt.

Im Einzelnen werden folgende Forschungsvorhaben gefördert:

Das Projekt "Untersuchungen des mitotischen Spindelcheckpoints als Zielstruktur für die Tumortherapie" hat zum Ziel, neuartige Substanzen zu entwickeln, die den Zellteilungsapparat blockieren und somit für die chemotherapeutische Behandlung von Tumoren eingesetzt werden können. Hierfür erhält Antragsteller Dr. Holger Bastians 148.000 Euro.

Tumore, die im fortgeschrittenen Stadium festgestellt werden, können nur selten medikamentös behandelt werden, da sie resistent gegen die eingesetzten Chemotherapeutika sind. Ziel des Projekts "Genetik der Resistenz in Tumorzellen" ist es, die für die Resistenz verantwortlichen Gene zu identifizieren, um neue Therapien entwickeln zu können. Die Stiftung fördert die Arbeit von Dr. Andreas Burchert, Dr. Patrick Michl und Professor Dr. Andreas Neubauer mit 400.500 Euro.

Die Marburger Mediziner Dr. Nadia Al-Fakhri sowie Dr. Michael Schoppet und ihr Dresdner Kollege Professor Dr. Lorenz Hofbauer befassen sich mit Wechselwirkungen zwischen der Wand von Blutgefäßen und Immunzellen, die vermutlich bei der Entstehung von Kalkablagerungen in der Gefäßwand und von Arteriosklerose bedeutsam sind. Das Forschungsvorhaben "Bedeutung des Osteoklasten-assoziierten Rezeptors OSCAR für Erkrankungen des Gefäßsystems" wird mit 200.000 Euro unterstützt.

Für die "Anlayse des DeltaNp73-Onkogens im transgenen Mausmodell" wendet die Stiftung 115.000 Euro auf. Der Antragsteller, Professor Dr. Thorsten Stiewe, möchte die Wirkungsmechanismen von Proteinen aufklären, die das Tumorwachstum unterbinden.

Das Projekt "Molekulare Pathologie von Missenese-Mutationen im PORCN-Gen bei der Fokalen Dermalen Hypoplasie" befasst sich mit einer Erkrankung der Haut, die auf einem von den Antragstellern kürzlich entdeckten Gendefekt beruht. Sie wollen zum einen diagnostische Verfahren zum Einsatz in der humangenetischen Praxis entwickeln, zum anderen soll geklärt werden, ob der Gendefekt Bedeutung für die Entstehung von Tumoren hat. Das Vorhaben der Professoren Dr. Karl-Heinz Grzeschik und Dr. Frank Oeffner wird mit 40.000 Euro gefördert.

Boris R. Keil erhält 59.100 Euro für die "Entwicklung von beschleunigten Magnetresonanz-Bildgebungstechniken im Kleintiermodell".

Bei dem Forschungsvorhaben mit dem Titel "Chronic and acute effects of transforming growth factor-ß on alveolar ion transport: a role in acute lung injury" arbeitet Professor Dr. Siegfried Waldegger von der Philipps-Universität mit Dr. Rory Morty aus Gießen zusammen, um die Ursachen für Flüssigkeitsansammlungen im Lungengewebe aufzuklären, die mit akutem Lungenversagen einher gehent. Zudem sollen Methoden zur Verbesserung des Abflusses entwickelt werden. Die Wissenschaftler erhalten hierfür 44.000 Euro.

Die Sauerstoffunterversorgung der Lunge ist die Ursache verschiedener lebensbedrohlicher Krankheitsprozesse. Das Marburg-Gießener Kooperationsprojekt "Vaskuläre und vaskulär-endotheliale Funktionen von TRPC-Kationenkanälen in der pulmonalen Strombahn - Neue Ansätze zur Behandlung von Gasaustauschstörungen, pulmonaler Hypertonie und dem Ischämie-Reperfusionssyndrom" soll die Mechanismen der Krankheiten aufklären und neue Strategien zur ihrer Behandlung entwickeln. An dem Vorhaben ist von Marburger Seite Dr. Alexander Dietrich beteiligt, aus Gießen die Professoren Dr. Norbert Weißmann und Dr. Hossein Ghofrani. Die Förderung beträgt 180.000 Euro.

Der Marburger Leibnizpreisträger Professor Dr. Roland Lill erhält ein "Von Behring-Röntgen-Fellowship", das mit einer Zuwendung in Höhe von 600.000 Euro verbunden ist.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Matthias Rothmund
Dekan des Fachbereichs Medizin
Tel.: 06421 28-66200
Fax: 06421 28-61548
E-Mail: rothmund.dekan@staff.uni-marburg.de

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.br-stiftung.de/
http://www.uni-marburg.de

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