Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exzellenter Wissenschaftler bringt 1,75 Millionen Euro EU-Fördermittel an die Universität Gießen

09.09.2008
ERC-Starting Grant für ungarischen Chemiker Dr. Zoltan Takats - Förderung kommt nur weltweit herausragenden Forschern zugute

Mit der Bewilligung von 1,75 Millionen Euro des Europäischen Forschungsrats (ERC) hat der junge ungarische Chemiker Dr. Zoltan Takats im September seine Forschungstätigkeit an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen aufgenommen.

Er ist mit einem der ersten so genannten ERC Starting Grants ausgezeichnet worden, einer neuen Exzellenz-Förderlinie der Europäischen Union, die nur herausragenden Wissenschaftlern zugute kommt. Von weltweit über 9.000 Bewerbern wurden im vergangenen Jahr nur 300 Starting Grants bewilligt, davon 32 in Deutschland und lediglich drei in Hessen. Die Dauer der Förderung beträgt insgesamt fünf Jahre.

"Ich freue mich sehr, dass Dr. Takats die Zusammenarbeit mit der JLU aufgenommen hat", sagt der Präsident der Universität Gießen, Prof. Dr. Stefan Hormuth. Seine Forschungen würden sehr gut in den Kontext der Universität und in ihr Konzept "Menschliches Leben und seine Ressourcen" passen.

Dr. Zoltan Takats hat den Antrag auf das Starting Grant gemeinsam mit der Universität Gießen mit Unterstützung von Prof. Dr. Bernhard Spengler vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie gestellt. Die JLU hat sich mit dem Starting Grant dazu verpflichtet, aus eigenen Mitteln 600.000 Euro in die Ausstattung zu investieren. Von den ERC-Mitteln soll unter anderem ein neues Massenspektrometer angeschafft werden.

"Das Projekt von Dr. Takats erweitert in idealer Weise unsere Forschungsarbeiten in der Analytischen Chemie. Mit seinen Entwicklungen wird es später möglich sein, während einer chirurgischen Operation mit einer neu entwickelten Technik sofort zu erkennen, wo das kranke Gewebe aufhört und das gesunde Gewebe anfängt, um damit zum Beispiel bei Krebserkrankungen wesentlich präziser operieren zu können", erläutert Spengler. Erfahrungen auf dem Gebiet der direkten Untersuchung von Gewebe und lebenden Objekten hat Takats bereits während seiner langjährigen Arbeit als Wissenschaftler an der renommierten Purdue University (USA) in der Arbeitsgruppe von Graham Cooks sammeln können. Dort entwickelte er die so genannte DESI-Massenspektrometrie (Desorption Electrospray Ionisation), die ein vielfältiges Anwendungsspektrum umfasst. So kann man damit zum Beispiel im Rahmen der Sicherheitstechnik am Flughafen die Haut von verdächtigen Personen auf Sprengstoffspuren untersuchen. Auch ist es möglich, Obst und Gemüse schonend und unmittelbar auf eventuell anhaftende Gifte zu untersuchen.

Am Gießener Institut für Anorganische und Analytische Chemie wird Takats nun eine eigene hervorragend ausgestattete Nachwuchsgruppe aufbauen, um diese Technik für die chemische Analyse unter anderem in der Medizin weiter zu entwickeln.

Zielgruppe für die ERC Starting Grants sind international herausragende junge Wissenschaftler am Beginn einer unabhängigen Forscherkarriere. Die Grants sollen die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Geförderten durch den Aufbau oder die Konsolidierung eines Forschungsteams unterstützen. Geförderte Forschungsprojekte müssen an einer Gastinstitution in einem EU-Mitglieds- oder Assoziierten Staat durchgeführt werden. Antragsberechtigt sind Wissenschaftler jeder Nationalität, die sich zum Zeitpunkt der Ausschreibung im Zeitraum zwischen drei und acht Jahren nach der Promotion befinden.

Der Europäische Forschungsrat ist ein neues Gremium zur Forschungsfinanzierung, das mit dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU ins Leben gerufen wurde.

Kontakt:
Prof. Dr. Bernhard Spengler,
Institut für Anorganische und Analytische Chemie,
Schubertstr. 60, Haus 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-34800, Fax: 0641 99-34809
E-Mail: bernhard.spengler@anorg.chemie.uni-giessen.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://erc.europa.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie