Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Physikprofessor der Universität Hamburg bei europäischer Exzellenzinitiative erfolgreich

28.08.2008
Prof. Dr. Roland Wiesendanger, Leiter des Instituts für Angewandte Physik, erhält vom Europäischen Forschungsrat ERC (European Research Council) über 2 Millionen Euro für seine Forschungsarbeiten zum Magnetismus auf atomarer und molekularer Ebene.

Mit seinem Antrag "FURORE: FUndamental studies and innovative appROaches of REsearch on magnetism" konnte er sich in einem europaweiten Wettbewerb erfolgreich durchsetzen. Die Mittel kommen aus dem ERC-Förderprogramm "Advanced Grant" für den Forschungsbereich Naturwissenschaft und Technik.

Mit dem Förderprogramm werden führende Wissenschaftler darin unterstützt, ihre Forschungen weiter auszubauen. Für die Bewilligung spielt neben der Innovationskraft des beantragten Forschungsprogramms aus dem Bereich der Grundlagenforschung besonders die wissenschaftliche Reputation des Antragstellers eine Rolle. Insgesamt hatten 997 Wissenschaftler aus ganz Europa Anträge für den Schwerpunkt "Physical Science and Engineering" eingereicht, bewilligt wurden 105, davon lediglich 8 aus Deutschland.

Dazu die Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz: "Für den Advanced Grant im Bereich Naturwissenschaft und Technik haben nur wenige Anträge aus Deutschland den Zuschlag erhalten. Umso mehr freue ich mich, dass die Universität Hamburg bei diesem sehr wettbewerbsorientierten Verfahren erfolgreich war. Der Forschungsbereich von Professor Wiesendanger gehört zu unseren Exzellenzbereichen, die For-schungsinfrastruktur auf dem Gebiet der Rastersondentechnik ist international herausragend und wirkt als Magnet für Spitzenforscherinnen und -forscher aus aller Welt. Ich bin überzeugt davon, dass das Projekt FURORE zu eindrucksvollen neuen Erkenntnissen in der Grundlagenforschung führt und wünsche Herrn Wiesendanger und seiner Forschergruppe weiterhin viel Erfolg."

Das Projekt FURORE soll neue Einblicke in magnetische Strukturen und Phänomene auf atomarer Skala ermöglichen. Mit innovativen Experimentiertechniken wie der Spinpolarisierten Rastertunnelspektroskopie werden Wechselwirkungen von Atomen und Molekülen auf metallischen und isolierenden Oberflächen oder in magnetischen Halbleitern untersucht. Von den Ergebnissen wird langfristig die Entwicklung elektronischer Geräte wie Mobiltelefone, Digitalkameras und Computer profitieren, da hierfür immer größere Speicherkapazitäten benötigt werden. FURORE soll beispielsweise Aufschluss darüber geben, welche kleinsten magnetischen Einheiten für die Datenspeichertechnik einsetzbar sind oder wie magnetisch kodierte Daten möglichst schnell abgerufen werden können.

Fünf Jahre werden die derzeit 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschergruppe von Roland Wiesendanger an den Untersuchungen für das Projekt FURORE arbeiten, Projektbeginn ist voraussichtlich der 1.1.2009. Vier neue Nachwuchswissenschaftler werden direkt durch die Mittel des ERC gefördert werden können.

Dazu Prof. Dr. Roland Wiesendanger: "Ich habe mich sehr gefreut, dass es mir die in Aussicht gestellte Bewilligungssumme von über 2 Millionen Euro - wie bei keinem anderen Forschungspreis - ermöglichen wird, meine Forschungsaktivitäten weiter zu intensivieren und dabei noch stärker den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern zu können."

Prof. Wiesendanger gilt international als Experte auf dem Gebiet der Rastersondenmikroskopie. Seine Forschergruppe hat die Spinpolarisierte Rastertunnelmikroskopie zur Untersuchung magnetischer Phänomene auf atomarer Skala erfunden und zahlreiche neue magnetische Phänomene auf der Nanometer-Skala entdeckt. Wiesendanger hat rund 400 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, weltweit etwa 300 Vorträge auf internationalen Konferenzen gehalten und bisher über 100 drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte an der Universität Hamburg durchgeführt. Bis heute haben in seiner Arbeitsgruppe 35 Mitarbeiter promoviert und 5 habilitiert. Im Gutachten des ERC wird das Team von Wiesendanger hervorgehoben als europaweit einzige Forschergruppe, die das vorgeschlagene anspruchsvolle Forschungsprogramm auf dem Gebiet des Nanomagnetismus durchführen kann.

Das europäische Förderprogramm "Advanced Grant" wurde nicht nur für den Forschungsbereich Naturwissenschaft und Technik, sondern auch für Lebenswissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften ausgeschrieben. Über 2600 Wissenschaftler haben sich insgesamt beworben. Das Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Roland Wiesendanger
Institut für Angewandte Physik und Zentrum für Mikrostrukturforschung Universität Hamburg
Tel.: 040 42838 - 5244
wiesendanger@physnet.uni-hamburg.de

Viola Griehl | idw
Weitere Informationen:
http://www.nanoscience.de
http://www.uni-hamburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics