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European Vision Award 2008 für Hendrik Scholl von der Universität Bonn

28.08.2008
Privatdozent Dr. med. Hendrik Scholl, Oberarzt an der Universitäts-Augenklinik Bonn, erhält den European Vision Award. Diese Auszeichnung gehört zu angesehensten Wissenschaftspreisen der Augenheilkunde in Europa.

Sie wird vergeben vom European Vision Institute, einem europaweiten Zusammenschluss führender Universitätsaugenkliniken und Forschungsinstitute aus 16 Ländern.

Hendrik Scholl wird ausgezeichnet für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung erblicher Netzhauterkrankungen und der altersabhängigen Makuladegeneration. Außerdem werden seine Verdienste in der Planung und Koordinierung europäischer Forschungsprojekte gewürdigt. Der Preis wird bei einem Festakt auf dem größten europäischen Augenheilkundekongress, der European Association for Vision and Eye Research (EVER), am 3. Oktober in Portoroz (Slowenien) verliehen.

Mit der Verleihung des Preises würdigt das European Vision Institute die "herausragenden wissenschaftlichen Leistungen" von Hendrik Scholl auf dem Gebiet der erblich bedingten Netzhauterkrankungen. Zu diesen zählt auch die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die häufigste Erblindungsursache in westlichen Industrienationen. Die AMD ist eine genetisch komplexe Erkrankung, bei der Genetik und Umweltfaktoren eng verzahnt sind. Erst kürzlich ist einem deutsch-englischen Forscherteam unter Leitung von Hendrik Scholl der Nachweis gelungen, dass das sogenannte Komplementsystem als Teil des angeborenen Immunsystems bei Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration überaktiv ist. Diese Überaktivität war gekoppelt an Varianten bestimmter Gene, die bekanntermaßen das Risiko für die Erkrankung erhöhen.

Das European Vision Institute würdigt mit der Vergabe des Preises außerdem das hohe Engagement und den großen Erfolg in der Planung und Durchführung europäischer Forschungsprojekte in der Augenheilkunde. So leitete Scholl ein Konsortium mit fünf europäischen Partnerorganisationen zur Frühdiagnose der altersabhängigen Makuladegeneration im fünften Rahmenprogramm der Europäischen Kommission. Er ist zudem maßgeblich beteiligt am Erfolg des EVI-GENORET-Projekts (www.evi-genoret.org). Dabei handelt es such um das größte, jemals durch die Europäische Kommission geförderte Forschungsprojekt der Augenheilkunde in Europa. Bei diesem Vorhaben erforschen seit April 2005 24 Wissenschaftlerteams, welche Funktionen jene Gene haben, die in der Netzhaut des Auges aktiv sind (funktionelle Genomik der Netzhaut).

Noch in diesem Jahr wird ein weiteres Forschungsprojekt im 7. Rahmenprogramm bei der Europäischen Kommission beantragt werden. Hier sollen zehn europäische Teams die Entstehung der altersabhängigen Makuladegeneration erforschen und therapeutische Strategien entwickeln.

"Die Gutachter für den European Vision Award 2008 hat maßgeblich beeindruckt, wie es Herrn Dr. Scholl gelungen ist, Partner aus so unterschiedlichen Disziplinen wie der Humangenetik, der Proteinbiochemie, der Immunologie, der Elektrophysiologie, der Bildgebung und der klinisch angewandten Augenheilkunde auf ein Thema zu konzentrieren und zum Erfolg zu führen", sagt Professor Dr. Eberhart Zrenner, Direktor des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Universität Tübingen und Präsident des European Vision Institute. Die wissenschaftliche Produktivkraft sei für einen gleichzeitig klinisch tätigen Wissenschaftler exzeptionell.

Das European Vision Institute (www.europeanvisioninstitute.org) ist eine europäische Interessenvereinigung unter Gemeinschaftsrecht. Es ist ein Zusammenschluss führender Universitätsaugenkliniken und Forschungsinstitute aus 16 Ländern. Das European Vision Institute hat sich zur Aufgabe gesetzt, als unterstützende, gemeinnützige Plattform der Sehforschung und Augenheilkunde auf europäischer Ebene zu fungieren. Wichtige weitere Ziele umfassen die translationale Forschung, die zielgerichtete Nachwuchsförderung, die professionelle Verbreitung von Wissen und die nachhaltige Unterstützung paneuropäischer klinischer Studien.

Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Hendrik Scholl
Universitäts-Augenklinik Bonn
Telefon: 0228/287-15505
E-Mail: hendrik.scholl@ukb.uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/
http://www.europeanvisioninstitute.org
http://www.europeanvisioninstitute.org/award.html

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