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LIFE-Projekt aus Leipzig bei Landesexzellenzinitiative erfolgreich

28.08.2008
Das Leipziger Forschungsprogramm LIFE hat im Sächsischen Landesexzellenzwettbewerb den Sprung an die Spitze geschafft.

Als eines von fünf Projekten landesweit wird es zukünftig von Mitteln des Freistaats und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung profitieren, mit denen aussichtsreiche Forschungscluster gestärkt und Spitzenforschung gefördert werden sollen.

Ziel des bevölkerungs- und krankheitsbasierten Leipziger Forschungsprogramms LIFE (Leipzig Interdisciplinary Research Cluster of Genetic Factors, Clinical phenotypes and Environment; Leipziger Interdisziplinärer Forschungskomplex zum molekularen Ursachen umwelt- und lebensstilassoziierter Erkrankungen) ist es, mit Hilfe modernster biotechnologischer Analytik, Bildgebung und Bioinformatik die molekularen Ursachen bedeutender lebensstil- und umweltassoziierter Volkskrankheiten zu erforschen. Dieses Ziel soll durch einen universitätsübergreifenden Forschungsverbund international ausgewiesener Leipziger Wissenschaftler erreicht werden und zur Entwicklung neuer Verfahren, Produkte und Dienstleistungen in der Diagnostik und Prävention dieser Krankheiten führen.

Ausgangspunkt des Forschungsansatzes von LIFE ist die hohe Variabilität der Entstehung und des Verlaufes dieser Erkrankungen, die durch ein kompliziertes Zusammenspiel von Umwelt, Lebensstil und genetischen Faktoren bedingt ist. Im Zentrum des Interesses des LIFE Forschungsverbundes stehen Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Stoffwechselstörungen, Adipositas, Demenz, Depression, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Kopf-Halstumore und Allergien. In LIFE wird die bisher wenig verstandene Variabiltät dieser auch gesundheitsökonomisch wichtigen Krankheitsdispositionen in der Bevölkerung und in krankheitsbezogenen Populationen in einem großen Verbundprojekt an einem Ort und "aus einer Hand" systematisch erforscht.

Die rasanten Erkenntnisfortschritte der modernen Biowissenschaften werden im LIFE-Verbund unmittelbar nutzbar gemacht und für innovative Anwendungen in der medizinischen Diagnostik und molekularen Therapie eingesetzt. Dies erfolgt durch einen erheblichen Ausbau bereits vorhandener wissenschaftlicher Kompetenz und Technologie an der Universität Leipzig gemeinsam mit zahlreichen weiteren potenten wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern der Region. Hierfür wird mit den Mitteln der Landesexzellenzinitiative ein LIFE-Forschungszentrum neu gegründet, dem perspektivisch auch weitere Partner beitreten können. "So wird LIFE wesentlich dazu beitragen, Leipzig im Bereich der klinisch epidemiologischen und molekularen Medizin zu einem international hochkompetitiven Wissenschaftsstandort weiterzuentwickeln", sagt Professor Dr. Joachim Thiery, Sprecher des Forschungsprogramms.

Darüber hinaus sind wirtschaftlich verwertbare Produkte und Verfahren aus LIFE zu erwarten. Das prognostizierte Marktvolumen für Diagnostikprodukte, Therapieverfahren und biomedizinische Dienstleistungen ist erheblich. Das LIFE-Programm schafft damit hervorragende Voraussetzungen für Firmenausgründungen und für weiterführende Drittmitteleinwerbungen wie krankheitsorientierte Netzwerke im Rahmen des Gesundheitsforschungsprogramms der Bundesregierung, Sonderforschungsbereiche und DFG-Exzellenzcluster. Mit der Realisierung von LIFE wird eine langfristige Etablierung von weit über 100 neuen hochqualifizierten Arbeitsplätzen und eine erhebliche Steigerung der Attraktivität des Standortes für Spitzenwissenschaftler, Studierende und Doktoranden aus aller Welt erwartet. Bereits jetzt gibt es Ankündigungen von hochrangigen Firmenpartnerschaften unter Einbringung von erheblichen Investitions- und Personalmitteln.

Strukturelles Ziel sei es, LIFE nach Auslaufen der Landesexzellenzförderung als ein langfristig tätiges Spitzentechnologie-Institut für "Medizinische Sytembiologie und Molekulare Medizin" fortzuführen, betont Professor Thiery.

"Wir sind stolz, dass das Projekt für seine wissenschaftliche Exzellenz ausgezeichnet wurde. Ich gratuliere den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Namen des Rektoratskollegiums zu ihrem Erfolg", sagt Prof. Dr. Martin Schlegel, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Gleichzeitig würdigt er den "enormen Einsatz" und die "exzellente Präsentation" aller Teams der Universität Leipzig, die sich an der Landesexzellenzinitiative beteiligt hatten.

Die sächsische Landesexzellenzinitiative fördert Forschungskomplexe sächsischer Universitäten, die aus mehreren miteinander verzahnten industrienahen Forschungsprojekten bestehen. Zwischen 2008 und 2013 stehen in diesem Rahmen rund 160 Millionen Euro zur Verfügung. Bereits in der Bundesexzellenzinitiative konnte die Universität Leipzig im vorigen Jahr mit der Graduiertenschule "BuildMoNa" einen Erfolg erzielen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Martin Schlegel
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Telefon: 0341 97-30020
E-Mail: prorektorf@uni-leipzig.de

Sandra Hasse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/rektorat/prorektorf.html

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