Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heinz-Mauer-Preis für Dermatologische Forschung für Wissenschaftler aus der Universitäts-Hautklinik Tübingen

22.08.2008

Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Martin Schaller aus der Universitäts-Hautklinik Tübingen hat den mit 10.000 Euro dotierten Heinz-Mauer-Preis für Dermatologische Forschung 2008 im Bereich Grundlagenforschung erhalten.

Ausgezeichnet wurden Dr. Günther Weindl sowie die Co-Autoren Julian R. Naglik, Susanne Kaesler, Tilo Biedermann, Bernhard Hube, Hans Christian Korting und Martin Schaller für ihre im Journal of Clinical Investigation erschienene Untersuchung, wie sich die menschliche Schleimhaut vor Hefepilzinfektionen schützt.

Prof. Martin Schaller: "Der von uns erforschte Mechanismus erklärt, wie es Candida-Hefen schaffen, ohne Infektionsanzeichen a u f der Schleimhaut in Eintracht mit uns zu leben und wie sich die Schleimhaut bei einer Infektion, d.h. wenn die Hefepilze i n die Schleimhaut eindringen, vor den Pilzen schützen kann."

Der menschliche Körper besitzt spezielle Alarmsysteme, sogenannte Toll-like Rezeptoren (TLR). Diese sind Teil der angeborenen Immunantwort und dienen dazu, Krankheitserreger frühzeitig zu erkennen und dagegen passende Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Während diese Abwehrmechanismen gegen Bakterien und Viren schon länger bekannt sind, war bei Pilzinfektionen der Schleimhaut der genaue Mechanismus bisher ungeklärt.

Wie sich die menschliche Schleimhaut vor Hefepilzinfektionen über die Aktivierung von TLR schützen kann, hat die Arbeitsgruppe von Prof. Martin Schaller an der Universitäts-Hautklinik Tübingen jetzt erstmals an Epithelzellen des Menschen aufgezeigt.

In der am 8.11.2007 im Journal of Clinical Investigation online publizierten Arbeit weisen die Tübinger Spezialisten nach, dass Candida albicans, der wichtigste Hefepilz des Menschen, prinzipiell versucht, die Expression von TLR der Schleimhautzellen zu unterdrücken um sich vor dem Immunsystem zu verstecken.

Sobald die Schleimhautzellen in Mitleidenschaft gezogen werden, können sie mit Hilfe von Signalen hinzukommender weißer Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten) eine schützende TLR-Immunantwort aufbauen. Entscheidend ist dabei, dass die Candida-Hefen und die weißen Blutkörperchen dazu nicht in direkten Kontakt kommen müssen. Die Hilfesignale der gestressten Epithelzellen reichen aus, um die nötige Information durch körpereigene Botenstoffe an die weißen Blutkörperchen zu übermitteln. Die weißen Blutkörperchen sorgen mit ihren Signalen quasi dafür, dass der ursprüngliche Unterdrückungsmechanismus aufgehoben wird. Dies führt zur Aktivierung der TLR und damit zum Infektionsschutz der Schleimhaut.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Hautklinik, Liebermeisterstrasse 25, 72076 Tübingen
Prof. Dr. med. Martin Schaller, Leitender Oberarzt (Foto anbei)
Tel. 0 70 71/29 8 45 55, Fax 0 70 71-29 51 13
Martin.Schaller@med.uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE