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Neues Graduiertenkolleg zu globalisierten Finanzmärkten erhält Millionenförderung

19.08.2008
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) etablieren im kommenden Wintersemester gemeinsam ein Graduiertenkolleg zum Thema "Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte - Stabilität und Wandel".

Für das Projekt erhalten sie verteilt auf fünf Jahre 1,5 Millionen Euro von der Stiftung "Geld und Währung". Die Stiftung wurde 2002 von der Bundesrepublik Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Forschung im Bereich internationaler Finanz- und Währungsbeziehungen zu fördern.

Das Graduiertenkolleg widmet sich der Frage, wie grundlegende Regeln auf den internationalen Finanzmärkten zur Gewährleistung von Finanzsystemstabilität fortentwickelt und gesichert werden können.

Die beiden mitteldeutschen Universitäten in Jena und Halle wollen sich mit dem Graduiertenkolleg einem zentralen, interdisziplinären Forschungsgegenstand aus juristischer und ökonomischer Sicht widmen: der Stabilität des Finanzsystems. "Es gibt eine ganze Reihe von aktuellen Herausforderungen, die es erschweren, den Finanzmärkten Rahmenbedingungen aufzuerlegen.", sagt Prof. Dr. Christoph Ohler, Sprecher des Kollegs und an der FSU Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht.

"Als Faktoren zu nennen sind zum Beispiel die erhebliche Innovationskraft der Märkte, ihre sich ständig wandelnde Verflechtung und das Auseinanderfallen zwischen ihrer globalen Dimension und der regional begrenzten Steuerungskraft öffentlicher Stellen." Ziel des Forschungsprogramms sei es daher, vor dem Hintergrund erheblicher Erkenntnisunsicherheit Ordnungsziele herauszuarbeiten, die als Stabilitätsanker wirken können.

"Natürlich werden auch Forschungen zur Angemessenheit der internationalen Finanzarchitektur im Lichte des Zieles Systemstabilität eine Rolle spielen", ergänzt Prof. Dr. Christian Tietje, Direktor des Instituts für Wirtschaftsrecht der MLU und stellvertretender Sprecher des neuen Graduiertenkollegs. "Zudem soll untersucht werden, welche Teilmärkte von besonderer Bedeutung für das Stabilitätsziel sind und deshalb spezifische Herausforderungen für Geldpolitik, Wirtschaftspolitik und die Finanzmarktaufsicht begründen."

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiden mitteldeutschen Universitäten in Jena und Halle ist in vielen Projekten erfolgreich erprobt, auch im Bereich der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Beide Hochschulen bieten zudem bereits spezielle Aufbaustudiengänge zum Wirtschaftsrecht an. Der Studiengang "Wirtschaftsrecht" in Halle existiert seit 1997 und ist damit der älteste Master-Studiengang zu diesem Thema in Deutschland. In Jena können Absolventen der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften im Studiengang "Privates und Öffentliches Wirtschaftsrecht" seit 1998 ihre Kenntnisse vertiefen und erweitern.

Der Großteil der Förderung des Graduiertenkollegs durch die Stiftung "Geld und Währung" wird für Stipendien verwandt. Bereits im ersten Jahr sollen acht bis zehn Stipendiaten aufgenommen werden. Insgesamt sollen es rund 20 Stipendiaten werden. In einem zweijährigen verbindlichen Kursprogramm vertiefen die Kollegiaten ihr Wissen aus dem vorangegangenen Studium, ein drittes Förderjahr dient dem Abschluss der Dissertation.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christoph Ohler
Sprecher des Graduiertenkollegs
Tel.: 03641 942261
E-Mail: christoph.ohler[at]recht.uni-jena.de
Prof. Dr. Christian Tietje
Stellv. Sprecher des Graduiertenkollegs
Tel.: 0345 5523180
E-Mail: tietje[at]jura.uni-halle.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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