Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Festplatten für viele Daten

17.07.2008
Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik der TU Chemnitz ist an einem neu gegründeten EU-Forschungsprojekt beteiligt

Digitale Daten durchdringen mittlerweile unseren Alltag. Urlaubsbilder gibt es meist schon nicht mehr zum Anfassen, sondern sie liegen in digitaler Form auf Festplatten und Speicherkarten.

Zeitschriften und Bücher erscheinen zunehmend in digitaler Ausgabe und wie selbstverständlich werden komplette Musikalben oder Filme auf das Handy oder den MP3-Player übertragen. Immer mehr Daten müssen folglich auf immer kleinerem Raum gespeichert werden. Diese fortschreitende Miniaturisierung erfordert aber auch immer höher entwickelte Technologien. Bei der magnetischen Festplatte gelingt dies nur durch eine stetige Erhöhung der Speicherdichte.

Genau diesem Thema widmen sich derzeit Physiker der TU Chemnitz.
TERAMAGSTOR - die Abkürzung steht für "Terabit Magnetic Storage Technologies" - heißt das neu gegründete EU-Projekt an dem die Chemnitzer Universität mit der Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik beteiligt ist. Ziel des Projektes ist es, die Speicherdichte von Festplatten weiter zu erhöhen und die erste Festplatte mit einer Speicherdichte von einem Terabit pro Quadratinch zu entwickeln.
... mehr zu:
»Grenzflächenphysik

Zum Vergleich: Aktuell erwerbbare Festplatten haben eine Speicherdichte von bis zu 300 Gigabit pro Quadratinch. Und mit der Speicherdichte wächst auch die Kapazität. "Die Speicherkapazität kann dabei ebenfalls verdreifacht werden", berichtet Prof. Dr. Manfred Albrecht, Inhaber der Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik. Man möchte mit dem Projekt eine neue Generation von ultradichten magnetischen Speichern schaffen. Dazu müssen aber neben technologischen auch ökonomische Aspekte berücksichtigt werden.

Durch intensive Forschung auf dem Gebiet der Nanotechnologie möchte TERAMAGSTOR technologische Barrieren wie thermische Stabilität und Schreibbarkeit überwinden, gleichzeitig aber auch geringe Herstellungskosten und geeignete Herstellungsverfahren realisieren.

Die Europäische Union (EU) fördert seit dem 1. Mai 2008 das Forschungsvorhaben mit knapp 3,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von 36 Monaten. Davon fließen 420.000 Euro an die TU Chemnitz. Die Forschungsgruppe um Prof. Albrecht ist einer von neun Partnern aus sechs Ländern.

Zu den weiteren Projektpartnern gehören die Forschungszentren Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Frankreich, das Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) in Italien sowie das National Center of Scientific Research (NCSR) in Griechenland, von dem auch die Projektkoordination ausgeht. Darüber hinaus beteiligen sich Universitäten in Wien und Paris, die mittelständische FHR Anlagenbau GmbH in Dresden, der Halbleiterhersteller STMicroelectronics und Oerlikon Balzers, der weltweit führende Anbieter von Beschichtungen.

Die Gruppe um Prof. Albrecht arbeitet im Rahmen des Projektes in mehreren Teilbereichen mit. Es werden Untersuchungen zur Nanostrukturierung von magnetischen Schichtsystemen basierend auf Selbstorganisation durchgeführt und dazu benötigte Materialien hergestellt und charakterisiert.

Darüber hinaus beschäftigen sich die Wissenschaftler mit mikromagnetischen Simulationen und der Lese/Schreib-Performance von neuartigen Speichermedien. Langfristig können durch dieses Projekt kostengünstig viel mehr Daten auf immer kleinerem Raum untergebracht werden. Und das wird auch weiterhin Trend bleiben. Auch nach Meinung von Prof. Dr. Albrecht wird vor allem eine Minifestplatte für mobile Anwendungen wie Handys, Digitalkameras und eventuell Armbanduhren von der gegenwärtigen Forschung profitieren.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Manfred Albrecht, Professur
Oberflächen- und Grenzflächenphysik, Telefon 0371 531-36831, E-Mail manfred.albrecht@physik.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Berichte zu: Grenzflächenphysik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten