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Preiswürdig: Haifischhaut war Vorbild für Schiffslack

03.07.2008
Wenn sich ein Hai ebenso elegant wie geschmeidig durchs Wasser bewegt, liegt das auch an der Mikrostruktur seiner Haut.

An deren Oberfläche orientierte sich der 27jährige Chemiestudent Andreas Brinkmann aus Essen, als es galt, einen Schiffslack zu entwickeln, der besonders strömungsgünstig ist.

Im Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung in Bremen löste er die Aufgabe so hervorragend, dass ihm jetzt in der Hochschule Niederrhein zum Abschluss seines Studiums ein Preis verliehen wurde. Gestiftet hat ihn die Hamburger Lackfabrik Mankiewicz. Peter Witte als Mitglied der Geschäftsleitung überreichte 1.000 Euro Preisgeld und lobte: "Diese Diplomarbeit hilft Treibstoff und damit Kosten zu sparen. Und sie schont die Umwelt". Das Fraunhofer-Institut behielt den Preisträger gleich da - als Entwicklungsingenieur.

Ohne Ingenieur-Nachwuchs könnte die Lackindustrie mit ihren 25.000 Mitarbeitern nicht glänzen, unterstrich Witte. Von den etwa 50 Lackingenieuren, die jährlich in Deutschland ausgebildet werden, kommen 20 aus Krefeld - einem der drei Hochschulstandorte mit diesem Spezialgebiet.

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Zu den frischgebackenen Absolventen gehört auch die 27jährige Anja Zockoll. Ebenfalls am Fraunhofer-Institut in Bremen entwickelte sie neuartige Methoden zum Korrosionsschutz. Und ebenfalls war diese Arbeit preiswürdig: die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA) zeichnete sie ganz frisch mit dem Max-Buchner-Preis aus. Und als ob das noch nicht genug Übereinstimmung wäre: Die beiden Preisträger sind auch privat miteinander verbandelt. Da kommen die zusammen 2.000 Euro Preissumme gerade recht, um gemeinsame Träume zu verwirklichen.

Die Krefelder Studienrichtung Lackingenieurwesen ist eben "ein Nest guter Leute". Vor 85 Jahren wurde sie als Abteilung für Lacke und Farben an der Färberei- und Appreturschule gegründet. Und die gibt es seit genau 125 Jahren. Auch an diese Jubiläen wurde beim 4. Krefelder Lackfest erinnert, zu dem die Professoren Thomas Brock, Michael Groteklaes und Peter Mischke eingeladen hatten. Da gab sich auch ein Airbrush-Künstler wie Thomas Mund die Ehre, der immerhin schon den Helm von Michael Schumacher verschönerte. An dem Cluster Chemie/Lackrohstoffe, den das Land NRW einrichte, werde die Hochschule Niederrhein sehr wahrscheinlich beteiligt sein, war zu hören.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

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