Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Carlo Ginzburg erhält Humboldt-Forschungspreis 2008

02.07.2008
Der Historiker Carlo Ginzburg, Honorary Member des ZfL, erhält auf Vorschlag des ZfL den mit 60.000 EURO dotierten Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung

Carlo Ginzburg ist einer der international herausragenden Historiker unserer Zeit. Seine philologisch geschulten Untersuchungen sind vor allem dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit gewidmet, reichen aber bis in die Gegenwart hinein.

Als Mitbegründer der Microstoria, der Mikrogeschichte, gelingt es ihm, Ideen, Mentalitäten oder kulturelle Muster durch die intensive Analyse einer Person, eines Ereignisses oder eines Ortes zu erhellen. Ob es um das Weltbild eines ketzerischen Müllers um 1600 geht, das Ginzburg aus Inquisitionsakten rekonstruiert, um die Interpretation von Picassos "Guernica" oder um erkenntnistheoretische Fragen der historischen Perspektivik: In seinem in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzten Werk - bisher u.a. mit dem Premio Salento, dem Premio Viareggio sowie dem Aby-M.-Warburg-Preis der Stadt Hamburg ausgezeichnet - erforscht er mit geradezu detektivischer Akribie die Quellen, Spuren und Bilder der Geschichte.

Nach Stationen in Rom, Bologna und Lecce war Ginzburg von 1988-2006 Franklin D. Murphy Professor of Italian Renaissance Studies an der University of California (UCLA). Fellowships führten ihn u.a. nach Princeton, Paris, Chicago, an das Londoner Warburg Institute, das Getty Center, das Wissenschaftskolleg zu Berlin, die Columbia University und die Siemens Stiftung in München. Ginzburg ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences, korrespondierendes Mitglied der British Academy, Mitglied der Accademia Raffaello, Urbino und Honorary Member des ZfL. Seit 2006 ist Ginzburg Professor für Europäische Kulturgeschichte an der Scuola Normale Superiore in Pisa.

Mit dem Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung werden Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet, deren grundlegende Erkenntnisse das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben und von denen auch in der Zukunft weitere Spitzenleistungen erwartet werden können.
... mehr zu:
»Forschungspreis »ZfL

Publikationen in deutscher Übersetzung (Auswahl): "Vergegenwärtigung des Feindes. Zur Mehrdeutigkeit historischer Evidenz", in: Trajekte 16, 2008, S. 7-17; Hexensabbat. Entzifferung einer nächtlichen Geschichte, Berlin 2005; Die Wahrheit der Geschichte. Rhetorik und Beweis, Berlin 2001; Das Schwert und die Glühbirne, Frankfurt/ M. 1999; Holzaugen. Über Nähe und Distanz, Berlin 1999; Spurensicherung. Die Wissenschaft auf der Suche nach sich selbst, Berlin 1995; Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600, Berlin 1993.

Carlo Ginzburg nutzt die Mittel des Forschungspreises u.a., um am ZfL an seinem Buch zur Reproduktion im Mittelalter zu arbeiten. Darin geht es ihm um Analogien von (biologischer) Reproduktion und der Vervielfältigung von Dingen.

Auf der Festveranstaltung "Zukunft für die Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin" am 30.6.2008 hielt er zu diesem Thema den Festvortrag: "Reproduction/Reproduction. An Experiment in Historical Anthropology".

Carlo Ginzburg wird noch bis zum 13. Juli in Berlin sein. Für Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:

Dr. Dirk Naguschewski
ZfL - Presse & Kommunikation
Schützenstr. 18, 10117 Berlin
Tel: 0049/30/20192-180, Email: nagu@zfl.gwz-berlin.de

Dirk Naguschewski | idw
Weitere Informationen:
http://www.zfl.gwz-berlin.de

Weitere Berichte zu: Forschungspreis ZfL

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops