Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bremer Forschungseinrichtungen werden für PANGAEA® mit einem internationalen Preis für Informationstechnologie geehrt

25.06.2008
Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft (AWI) und das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) erhielten im Computerworld Honors Program den 21st Century Achievement Award in der Kategorie Umwelt und damit einen der weltweit angesehensten Preise der Informationstechnologie.

Honoriert werden Aufbau und erfolgreicher Betrieb eines einzigartigen Informationssystems zur Archivierung, Publikation und Verarbeitung von Daten der Erdsystemforschung. Da das System zur Unterstützung einer ganzheitlichen Betrachtungsweise der Erde gestaltet wurde, ist es nach dem Superkontinent benannt, in dem vor 200 Millionen Jahren alle Kontinente vereint waren: Pangaea.

Die Leistungsfähigkeit und Präzision von Geräten zur Beprobung und Analyse unserer Erde und die daraus resultierenden Datenmengen sind in den letzten Jahrzehnten exponentiell gewachsen. Gleichzeitig ermöglicht die Informationstechnologie mittlerweile die Speicherung, Verteilung und Verarbeitung nahezu unbegrenzter Datenmengen.

Da jedoch die bibliothekarische Ablage von Primärdaten zu Projekten und Publikationen kein integraler Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses ist, gehen die meisten Daten im schnellen Wandel von Hardware und Software verloren. Eine entsprechende Kultur zur nachhaltigen Überlieferung wissenschaftlicher Daten ist bislang nur in Ansätzen vorhanden. Dies wird derzeit als eines der größten Defizite in der internationalen Forschung angesehen. Weltweit haben namhafte Organisationen - insbesondere die OECD - Empfehlungen zu einer verbesserten Datenarchivierung von Forschungsinstituten, Fördereinrichtungen und Organisationen formuliert.

Mit Unterstützung durch das leistungsfähige Rechenzentrum des Alfred-Wegener-Instituts ist es Wissenschaftlern am AWI und MARUM in langjähriger Arbeit gelungen, mit PANGAEA® eine zuverlässige Langzeitverfügbarkeit von vielfältigsten Daten der Erdsystemforschung zu gewährleisten. Die universelle Datenbibliothek fügt sich dank der Orientierung an internationalen Standards nicht nur harmonisch in die sich global entwickelnden Geodateninfrastrukturen ein, sondern dient gleichzeitig auch als Publikationssystem und integriert so Daten in den etablierten Prozess der wissenschaftlichen Veröffentlichung. PANGAEA® ist somit auch ein Anreizsystem für die Wissenschaft, Daten überhaupt zur Veröffentlichung zu bringen.

In einem wohl definierten redaktionellen Prozess werden Daten bei der Erfassung mit allen zum Verständnis notwendigen Informationen verknüpft und zitierfähig und zuverlässig findbar in einem Format abgelegt, das internationalen Standards entspricht. Die Universalität des Systems zeigt sich in der Möglichkeit, jegliche Messparameter von der hohen Atmosphäre bis in die tiefe Erde aus allen Disziplinen naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung zu erfassen. Der Extrakt beliebiger Teilmengen aus dem Gesamtdatenbestand wird durch ein so genanntes Datenwarenhaus ermöglicht, welches als Teilsystem von PANGAEA® die Bearbeitung umfassender neuer wissenschaftlicher Fragestellungen zum Wissen um unsere Erde unterstützt.

Hinweise für Redaktionen: Ihre Ansprechpartner am Alfred-Wegener-Institut sind Dr. Hannes Grobe (Tel. 0471 4831-1220, E-Mail: Hannes.Grobe@awi.de), sowie in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Ralf Röchert (Tel. 0471 4831-1680; E-Mail: Ralf.Roechert@awi.de).

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Das MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde - insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi.de
http://www.pangaea.de
http://www.cwhonors.org/archives/2008/index.htm

Weitere Berichte zu: Informationstechnologie PANGAEA®

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie