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Innovationspreis Technologiemanagement 2008

24.06.2008
Wer Spitzenforschung betreiben möchte, muss an der Spitze forschen. Nur so können schon heute Lösungen für künftige Marktprobleme entwickelt werden und Ideen für Zukunftsmärkte entstehen. Mit dem Innovationspreis Technologiemanagement prämiert das Fraunhofer IAO alle zwei Jahre institutseigene Forschung der Extraklasse.

Elf Forschungsteams des Fraunhofer IAO waren in diesem Jahr angetreten, um die Innovationsstärke ihrer Projektarbeiten unter Beweis zu stellen. Am Freitag, 13. Juni 2008, zeichnete Prof. Dieter Spath, Leiter des Fraunhofer IAO, die nachfolgend aufgeführten Forschungsprojekte mit dem Innovationspreis Technologiemanagement 2008 aus.

Die Projektauswahl und Platzierung erfolgte auf Basis einer Bewertung deren Industrierelevanz und -attraktivität, ihres Kundennutzens, der Kreativität der entwickelten Lösung sowie des eingesetzten methodisch-wissenschaftlichen Ansatzes.

Platz 1:

Titel
Innovative Interaktionskonzepte in der Bankfiliale der Zukunft:"Virtuelles Ticketing" und "Digitale Kundenerfassung".
Projektbeschreibung
Ziel des Projekts ist es, neue Konzepte und Methoden für eine Bankfiliale der Zukunft zu entwerfen. Neben marktbezogenen Überlegungen werden in diesem Zusammenhang auch strukturelle und technische Gestaltungsmöglichkeiten berücksichtigt. So basiert das Konzept des "Virtuellen Ticketing" etwa auf dem strategischen Ziel, den persönlichen Kundenkontakt wieder verstärkt zu fördern, indem Begegnungsanlässe aktiv generiert werden. Dies geschieht durch eine Verknüpfung von bereits vorhandenen SB-Geräten mit zusätzlichen, neuartigen Serviceleistungen, wie etwa der optionalen Terminvereinbarung via SB-Gerät und Mobiltelefon.

Begründung der Jury

Mit dem Show Case "Bank & Zukunft" und den darin präsentierten innovativen Ansätzen hat das Fraunhofer IAO ein wichtiges Demonstrationslabor erhalten, das die Abstraktheit von Zukunftsszenarien überwindet und die darin integrierten innovativen IT-Konzepte praxisnah "verständlich und erlebbar" macht. Über 400 nationale und internationale Fachbesucher aus der Finanzbranche haben den Show Case bereits besucht und die dort erlebbaren Lösungsansätze durchweg positiv gewürdigt.

Zwischenzeitlich konnten die darin gewonnenen Prozessideen erfolgreich in konkrete Gestaltungsprojekte im Bankensektor überführt und in die Pflichtenhefte für Filialneugestaltungen von Bankfilialen integriert werden.

Preisträger
Martin Engstler, Christian Vocke.
Platz 2 (zweifach vergeben):
Titel
M3V: Mobile Multimediale Multilieferanten - Vertriebsinformationsplattform für Handelsvermittlungen und -vertreter.
Projekt
Ziel des Projekts M3V ist es, die komplexen Kommunikations¬prozesse von Handelsvertretungen durch den Einsatz mobiler IuK-Technologien zu unterstützen. Konkret sind hier die Abstimmungsprozesse mit Lieferanten, deren Produkte vertrieben werden, sowie mit Kunden, die als potenzielle Abnehmer in Frage kommen, angesprochen. Durch die Integration der Lieferantenunternehmer in eine zentrale Plattform sowie durch die stationäre und mobile Unterstützung der Handelsvertreter kann deren Versorgung mit aktuellen Informationen sichergestellt werden.

Begründung der Jury

Im Rahmen des Projekts M3V wurde ein zielgruppenspezifischer Ansatz erarbeitet, der insbesondere auf die Bedürfnisse von Handelsvermittlungen und -vertretungen zugeschnitten ist. Für die tiefe Integration der Lieferantenunternehmen in die Plattform wird auf bereits bestehenden Standards wie BMEcat und openTrans zurückgegriffen, die maßgeblich durch das Fraunhofer IAO entwickelt wurden. Das entwickelte Referenzprozessmodell und die implementierte Software-Plattform zeigen, wie software-technische Innovationen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Optimierung ihrer Prozesse unterstützen und somit deren Wettbewerbsfähigkeit stärken können.

Preisträger
Holger Kett, Jochen Kokemüller.
Titel
Information Worker's Workplace (IWWP) - Produktivitätssteigerung durch einen High-End-Arbeitsplatz mit einem Multi-Monitor-Setting.
Projekt
Um seine Tätigkeit performant ausüben zu können, ist ein Wissensarbeiter heute auf zwei Faktoren angewiesen: seine Kollegen und eine gute Arbeitsinfrastruktur. Der Information Worker's Workplace (IWWP) verbindet diese beiden Anforderungen. Durch drei große auflösungsstarke Bildschirme eignet er sich sowohl für den Einzelnen als auch für Kleingruppen als flexible, leistungsstarke Arbeitsinfrastruktur. Neben zahlreichen Visualisierungsmöglichkeiten bietet der IWWP die Möglichkeit, individuelle Arbeitsplatzprofile abzuspeichern, in denen nicht nur Desktop relevante Einstellungen hinterlegt werden können, sondern auch Elemente der Arbeitsplatzspeicherung (z.B. die Tischhöhe) oder der Raumsteuerung (z.B. Lichtverhältnisse).

Begründung der Jury

Der IWWP stellt eine herausragende Innovation für die Wissensarbeit im Büro dar. Die intensive Zusammenarbeit der Preisträger mit Unternehmen wie Deutsche Telekom, Microsoft und Fujitsu-Siemens hat dazu beigetragen, eine von der Praxis anerkannte und für sie gut handhabbare Lösung zu entwickeln. Die im Rahmen der Forschungsarbeiten nachgewiesene Produktivitätssteigerung von mehr als 35 Prozent, die der Einsatz des IWWP gegenüber der Single-Monitor-Konfiguration bietet, unterstreicht das Potenzial des High-End-Arbeitsplatzes für die moderne, effiziente Büro- und Arbeitswelt. Nach zahlreichen positiven Reaktionen aus Fachkreisen, etwa im Rahmen der CeBIT, hat sich ein Industriekonsortium aus dem Office 21®-Partnerkreis inzwischen für die Vermarktung des IWWP entschieden.

Preisträger
Udo-Ernst Haner, Jan-Paul Leuteritz, Alexander Rieck.
Sonderpreis:
Titel
Grid Technologien für Forschung und Unternehmen.
Projekt
Ziel der Arbeiten war es, Grid Computing, sprich die einfache, gemeinschaftliche Verwendung von verteilten Ressourcen wie Daten, Software und Hardware, zur industriellen Anwendung zu führen und somit den Einsatz in Unternehmen voran zu bringen. Grid Computing erlaubt nicht nur den flexiblen Zugriff auf verteilte Ressourcen, sondern ermöglicht auch eine optimierte Ressourcenauslastung, die hilft, Kosten einzusparen. Darüber hinaus unterstützt Grid Computing den Austausch und die Kooperation verschiedener Unternehmensstandorte.

Begründung der Jury

Die Jury honoriert die umfassenden Leistungen für die Einführung und Nutzung von Grid Technologien in Wissenschaft und Industrie mit einem zusätzlichen Sonderpreis. Besonders hervorzuheben ist dabei die gelungene Kombination von technologischen Leistungen und Beratungsdienstleistungen. Die Preisträger haben durch die Kombination von Kreativität und systematischen Vorgehensweisen gezeigt, wie IT-technische Innovationen schnell und erfolgreich in Unternehmen umgesetzt und gewinnbringend eingesetzt werden können.

Preisträger
Julian Bart, Jürgen Falkner.
Portraits der Preisträger sind auf Anfrage über die Pressestelle zu beziehen.
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer IAO
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2124, Fax +49 711 970-2299
presse@iao.fraunhofer.de

Claudia Garád | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iao.fhg.de/
http://www.izs.fraunhofer.de/iao.html

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