Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sieger im Businessplan-Wettbewerb 2008 gekürt: Findige RUB-Forscher gründen Unternehmen

19.06.2008
Ausgezeichnet: Die besten Geschäftspläne
Sieger im Businessplan-Wettbewerb 2008 gekürt
Findige RUB-Forscher gründen Unternehmen

Neue Arzneimittel aus natürlichen Substanzen gegen Allergien, ein neues Produktionssystem zur Herstellung von Impfstoffen und ein Informationsnetzwerk mit Community-Funktionen: Das sind die Geschäftsideen und -pläne, die im Businessplan-Wettbewerb "ruhr@venture 2008" die ersten drei Plätze belegt haben und am 18. Juni in der Ruhr-Universität ausgezeichnet wurden. Die Sieger erhielten Preisgelder in Höhe von 12.500, 8.000 und 5.000 Euro, um ihre Pläne zu verwirklichen.

Allergieschutz aus dem Stall

Den ersten Platz belegt die gerade erst gegründete Protectimmun GmbH aus Bochum. Dr. Marion Kauth, Prof. Dr. Albrecht Bufe, Prof. Dr. Otto Holst und Dr. Till Gombert entwickeln innovative Arzneimittel auf der Basis von natürlichen Substanzen aus dem "allergie-schützenden" Milieu traditioneller Bauernhöfe. Das Projekt "Protectimmun" ist aus einer Forschungskooperation der Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Experimentelle Pneumologie (Prof. Bufe) und dem Forschungszentrum Borstel in Schleswig-Holstein, Strukturbiochemie (Prof. Holst) entstanden. Ziel ist, ein Medikament zu entwickeln, das Kinder vor Heuschnupfen und allergischem Asthma schützt. Internationale Studien belegen, dass Kinder, die sich in ihrem ersten Lebensjahr auf Bauernhöfen regelmäßig in Ställen aufgehalten haben, später nahezu immun gegen Heuschnupfen und allergisches Asthma sind. Vor diesem Hintergrund konnte das Team bei der intensiven Analyse von Staub und Bakterien aus diesen Ställen Substanzen identifizieren, die im Tiermodell den erwarteten Schutz vor der Entstehung von allergischem Asthma zeigen. Um diese Substanzen zu einer Allergie-Prophylaxe weiterzuentwickeln, die auf einfachem Wege den intensiven Stallkontakt im Säuglingsalter simuliert, wurde die Protectimmun GmbH gegründet. In sechs bis acht Jahren wird das Medikament voraussichtlich reif für den Markt sein. Dann werden allein in Deutschland jedes Jahr 100.000 Kinder davon profitieren können.

Impfung: natürliche Infektion nachahmen

Die Zweitplatzierten - Dr. Thomas Grunwald und Prof. Dr. Klaus Überla (Medizinische Fakultät der RUB) - gründen das Unternehmen Vakzin-Factory GmbH. Die Geschäftsidee basiert auf einem neuen Impfstoff gegen Atemwegsviren, der im Jahr 2006 patentiert wurde und mit dem Dr. Grunwald bereits im Erfinderwettbewerb 2006 der RUB erfolgreich war. Mit Hilfe der so genannten Vektor-Technologie lassen sich biotechnologisch veränderte Viren als Impfstoffe einsetzen: Der Geimpfte produziert die Virenbestandteile (Proteine), gegen die man impfen möchte, selbst - auf diese Weise wird die natürliche Virusinfektion nachgeahmt. Für einen solchen Vektor-Impfstoff gegen die Atemwegsinfektion, die das Respiratorische Syncytial Virus (RSV) auslöst, entwickelt die Vakzin-Factory GmbH ein neues Produktionssystem. Es soll später auch anderen Forschungseinrichtungen sowie Pharmafirmen zur Verfügung stehen, um Vektor-Impfstoffe herzustellen.

Rookai System: Netzwerk mit Community-Funktion

"Rookai" ist ein neu entwickeltes Informationsnetzwerk mit Community-Funktionen. Die Inhalte des Netzwerks - ob Text- oder Bilddateien, Musik oder Videos - sind mit Hilfe von "Plug-Ins" und Erweiterungen in Verzeichnissen zusammengefasst. Der Clou daran: berechtigte Nutzer können Inhalte hinzufügen, kommentieren und entfernen. Entwickelt hat das System Kai Piontek, der im zweiten Semester Angewandte Informatik an der RUB studiert.

Den Markt erobern
Weil eine gute Idee allein nicht reicht, um erfolgreich am Markt zu bestehen, hat der Hochschulgründerverbund Ruhr im vergangenen Jahr einen Businessplan-Wettbewerb ins Leben gerufen. Im Januar startete der zweite Durchgang. Wissenschaftler und Studierende der Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum konnten ihre Geschäftsideen vier Monate lang ausfeilen, sich von Profis beraten lassen und solide Geschäftspläne für eine Unternehmensgründung aufstellen. Mit Unterstützung der IHK und der Sparkasse Bochum wurden die drei besten Businesspläne aus zahlreichen Wettbewerbsbeiträgen mit insgesamt über 25.000 Euro prämiert. Das Preisgeld soll den Gründern von morgen helfen, ihre Ideen zu verwirklichen. Im Hochschulgründerverbund Ruhr kooperieren die Ruhr-Universität, die Forschungs- und Verwertungsgesellschaft rubitec und die Hochschule Bochum, um Existenzgründungen aus den Hochschulen anzustoßen und zu unterstützen.

Weitere Informationen

Dr. Karl Grosse, rubitec GmbH, Tel. 0234/32-11935, E-Mail: karl.grosse@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Asthma Businessplan-Wettbewerb Geschäftsidee Impfstoff RUB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie