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Im Fokus steht die Förderung junger Wissenschaftler und der interdisziplinäre Diskurs

16.06.2008
Heidelberger Akademie der Wissenschaften begeht Jahresfeier 2008 - Junge Wissenschaftler mit Preisen ausgezeichnet

Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht ein erfolgreiches für die Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Wie der Sekretar der Philosophisch-Historischen Klasse, Prof. Dr. Dr.-Ing. E.h. Hermann H. Hahn in seinem Geschäftsbericht 2007/08 auf der heutigen Jahresfeier der Heidelberger Akademie feststellte, konnte die Landesakademie Baden-Württembergs vor allem in der Förderung junger Wissenschaftler reüssieren:

Neben dem bereits seit 2002 bestehenden WIN-Programm wurden erstmals die so genannten Akademiekonferenzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs durchgeführt. Ziel des neu aufgelegten Programms war es, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, in eigener Regie und Verantwortung eine Konferenz zu organisieren. Die Auswahl des Themas, die Planung des Programms und die Auswahl der Teilnehmer blieben den jungen Wissenschaftlern freigestellt. Die Resonanz der jungen Wissenschaftler auf dieses neue und in der deutschen Forschungslandschaft konzeptionell einmalige Förderinstrument fiel ausgesprochen positiv aus, so dass auch im nächsten Jahr fortgeführt werden soll.

Ebenfalls ein Meilenstein im vergangenen Jahr war die Aufnahme zweier neuer umfangreicher Forschungsprojekte. Das Vorhaben "The Role of Culture in early expansions of humans" weist ein Fördervolumen von 600.000 € und einen Förderzeitraum von 20 Jahren auf. Es untersucht die Wege, auf welchen sich die Gattung Mensch von Afrika ausgehend in den letzten zwei Millionen Jahren in verschiedenen Wanderungswellen nach Asien und Europa ausbreitete. Die Forschungsstellen sind am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und an der Universität Tübingen angesiedelt. Ebenfalls bedeutsam für die Akademie war die Aufnahme des Vorhabens "Nietzsche-Kommentar" mit einem Fördervolumen von 205.000 Euro über einen Förderzeitraum von 15 Jahren. Es ist mit einer Forschungsstelle an der Universität Freiburg untergebracht.

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Als nicht ganz unproblematisch hingegen erweist sich für die Akademien der Wissenschaftsratsbeschluss, keine rein naturwissenschaftlichen Forschungsprojekte mehr zu fördern. "Wir sehen noch nicht, dass die Naturwissenschaften ihre Anbindung an die Akademie verlieren", so Hahn. Doch es bedürfe in Zukunft einiger Anstrengungen, hervorragende Naturwissenschaftler noch gezielter an die Akademie zu binden. "Wir positionieren uns in der Diskussion um die Rolle der Landesakademien und handeln bewusst zukunftsorientiert, auch in dem wir jüngere Mitglieder zuwählen. Die Akademie lebt in hohem Maße von den Interaktionen aller Mitglieder. Aus diesem Grund sind Forschungsprojekte in unterschiedlichster Form, die Themen aus beiden Klassen ansprechen, von allergrößter Bedeutung", so Hahn. Auch werde, gerade in Hinsicht auf das anstehende 100-jährige Jubiläum der Akademie, die Kooperation mit den Universitäten in Baden-Württemberg systematisch ausgebaut.

Der Akademiepreis 2008 wurde Dr. Axel Griesmaier verliehen, er studierte Physik an der Universität Stuttgart, wo er auch mit Auszeichnung promovierte. Den Akademiepreis erhält er für seine Doktorarbeit "Erstmalige Bose-Einstein Kondensation von Chrom-Atomen (BCE) und die Untersuchung der in Quantengasen neuartigen dipolaren Wechselwirkungen. Der Walter-Witzenmann-Preis 2008 wurde Alexander Sigelen verliehen. In seiner Untersuchung "Zacharias Geizkofler (1560-1617). Fürstendienst und Familienpolitik. Ein biographische Fallstudie zur politischen Kultur im Heiligen Römischen Reich um 1600", rekonstruiert er anhand des politischen Handelns, Redens und Denkens des Reichspfennigmeisters Geizkofler die politische Kultur im Heiligen Römischen Reich um 1600 und die häufig nicht bewusst reflektierten Spielregeln der Politik jener Epoche.

Der Dulger-Preis 2008 (Sigrid-und-Viktor-Dulger-Stiftung) ging an Dr.-Ing. Nico Kämpchen für seine ingenieurswissenschaftliche Arbeit "Feature-Level Fusion of Laser Scanner and Video Data for Advanced Driver Assistance Systems". Kämpchen erhielt sein Diplom in Elektrotechnik von der Universität Stuttgart, einen Master of Science in Künstlicher Intelligenz von der University of Edinburgh und promovierte an der Universität Ulm. Seit 2006 ist er Angestellter der BMW Forschung und Technik GmbH. Der Karl-Freudenberg-Preis 2008 ging an den Biologen Dr. Martin van der Laan.

Als preiswürdig erkannt wurde seine Forschungsarbeit "Rekonstitution der Membraninsertion von mitochondrialen Vorstufenproteinen". Seine wissenschaftlichen Untersuchungen über den Import wasserlöslicher wie auch wasserunlöslicher Vorstufenproteine in die zellulären Kraftwerke, erlauben neue Einsichten in die Steuerung von Zellprozessen.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, wiedergegründet im Jahre 1909, ist die Landesakademie Baden-Württembergs und eine der acht deutschen Akademien der Wissenschaften. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung verantwortet sie derzeit 21 Forschungsvorhaben, in denen etwa 240 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die rund 180 gewählten Mitglieder der Heidelberger Akademie treffen sich regelmäßig zum fächerübergreifenden Gespräch, die Akademie veranstaltet wissenschaftliche Tagungen sowie öffentliche Vortragsreihen.

Rückfragen bitte an:

Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: johannes.schnurr@adw.uni-heidelberg.de

Dr. Johannes Schnurr | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/adw
http://www.haw.baden-wuerttemberg.de

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