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Millennium-Technologiepreis an Robert Langer für seine Medikamenteninnovationen

12.06.2008
Der Millennium-Technologiepreis 2008 wurde Professor Robert Langer für seine Innovationen auf dem Gebiet der gezielten Medikamentenapplikation und der Züchtung künstlicher Gewebe verliehen.

Die Stiftung Technology Academy Finland vergibt diesen weltweit höchstdotierten Technologiepreis für Innovationen, die die Lebensqualität der Menschen verbessern und die nachhaltige Entwicklung unterstützen.

Die finnische Staatspräsidentin Tarja Halonen überreichte Professor Langer am Mittwochnachmittag im Rahmen eines Festaktes im Finlandia-Haus in Helsinki den Hauptpreis - 800 000 Euro - zusammen mit der Skulptur "Huippu" (= Gipfel, Spitze).

Professor Langer hat Polymermaterialien und Technologien entwickelt, mit denen Arzneistoffe exakt in das kranke Gewebe appliziert werden können und die Freisetzung der Wirkstoffe reguliert werden kann. Seine Innovationen finden bereits breite Anwendung in der Behandlung von Krebs sowie Herz- und verschiedenen anderen Erkrankungen. Jährlich werden über 100 Millionen Menschen nach den von Prof. Langer entwickelten Verfahren behandelt, und ihre Zahl ist in starkem Wachsen begriffen.
Mit seiner Polymermaterialforschung hat Langer auch den Weg für die Schaffung neuer Biomaterialien gewiesen und u. a. die Züchtung künstlicher Haut ermöglicht. Die Technologie zum Züchten künstlicher Gewebe könnte in den nächsten Jahren die gesamte Krankenpflege revolutionieren. "Es ist durchaus möglich, dass wir in Zukunft komplette neue Organe nach dieser Technologie züchten können", stellt Robert Langer fest.

Robert Langer, als Vater der gezielten Medikamentenapplikation und der Entwicklung der Technologie zur Züchtung künstlicher Gewebe bekannt, gehört zu den produktivsten Erfindern in der Geschichte der Medizin. Die von ihm geleitete MIT-Forschungseinheit ist das weltweit größte Laboratorium für medizinische Technik.

Weitere Millennium-Gewinner 2008 wurden auf dem Festakt mit je 115 000 Euro und Preisgegenständen ausgezeichnet: Die von Alec Jeffreys entwickelte DAN-Fingerabdrucktechnik hat die kriminaltechnische Untersuchung und die Verfahren zur Feststellung von Verwandtschaftsbeziehungen revolutioniert. Der von Andrew Viterbi entwickelte Viterbi-Algorithmus wird als Fehlerkorrekturverfahren bei drahtlosen Kommunikationsgeräten, zum Beispiel Handys, eingesetzt. Als vierte Innovation wurde der von Emmanuel Desurvire, Randy Giles und David Payne entwickelte optische Verstärker für Lichtleiternetze, der die Übertragungskapazität des globalen Datennetzes enorm gesteigert hat, prämiert.

"Jede dieser Innovationen erfüllt glänzend die wichtigste der von uns an die auszuzeichnende Innovation gestellten Forderungen, nämlich dass sie der Menschheit zum Nutzen gereicht", konstatierte Stig Gustavson, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Technology Academy Finland, bei der Preisverleihung.

Petja Partanen | The Millennium Prize Foundation
Weitere Informationen:
http://www.millenniumprize.fi
http://www.millenniumprize.fi/en/media/2008-laureates

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