Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sechs Nobelpreisträger auf Weltkongress für Genetik

02.06.2008
Tagungspräsident Balling: Olympiade der Wissenschaft in Deutschland

Erstmals nach 81 Jahren findet der International Congress of Genetics (ICG) wieder in Deutschland statt. Vom 12. bis zum 17. Juli 2008 treffen sich allein sechs Nobelpreisträger in Berlin, um mit etwa 2.000 weiteren Wissenschaftlern aus aller Welt über neueste Erkenntnisse auf den Gebieten der Genetik und der Genomanalyse zu diskutieren.

Kongresspräsident ist der Braunschweiger Wissenschaftler Prof. Rudi Balling. Die Ausrichtung des 20. ICG in Berlin ist für ihn ein Zeichen, dass die genetische Forschung, die in Deutschland betrieben wird, international hohe Akzeptanz genießt. "Wir freuen uns, als hätten wir die Olympiade ins Land geholt", meint der wissenschaftliche Direktor des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Das Themenspektrum des Kongresses umfasst alle relevanten Bereiche der Genetik. Besonderes mediales Interesse dürften die Themen Stammzellforschung, Genetik von Krebserkrankungen, angewandte Pflanzengenetik und neue, futuristische Themen wie die Synthetische Biologie erregen. Über 280 hochkarätige Referenten, 10 Plenarvorträge, 54 Symposien und 1.400 wissenschaftliche Poster bieten einen Überblick über die Vielfalt der aktuellen Genforschung.

Die rechtlichen und ethischen Aspekte der Genetik stehen ebenso im Fokus, wie die Rolle der Gentechnik im Kampf gegen den Hunger. Auch die eigene Historie des Fachgebiets Genetik wird Thema eines Symposiums sein. Ausgerichtet wird der Kongress von der Deutschen Gesellschaft für Genetik (GfG).

Das 'Who's Who of Genetics' in Berlin

Bei den teilnehmenden Nobelpreisträgern handelt es sich um die 2007 ausgezeichneten Wissenschaftler Prof. Mario R. Capecchi und Prof. Oliver Smithies sowie Prof. Richard Axel (Nobelpreis, 2004), Prof. Christiane Nüsslein-Volhard und Prof. Eric F. Wieschaus (Nobelpreis, 1995) sowie Prof. Phillip A. Sharp (Nobelpreis, 1993). Capecchi und Smithies erhielten den 'Nobelpreis für Physiologie oder Medizin', weil sie die so genannte "Knock-Out-Technologie" entwickelt haben.

Mit ihrer Hilfe können bei Organismen wie beispielsweise Mäusen einzelne Gene zu Forschungszwecken gezielt 'ausgeschaltet' werden. Die Tübinger Professorin Christiane Nüsslein-Volhard bekam die höchste Wissenschaftsauszeichnung gemeinsam mit Eric F. Wieschaus für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung. Richard Axel wurde für seine Arbeiten zum Verständnis des Geruchssinns ausgezeichnet und Phillip A. Sharp erhielt den Preis für die Entdeckung so genannter 'Mosaikgene'. Bei ihnen ist die genetische Information für die Bildung von Proteinen durch andere Informationseinheiten (Introns) unterbrochen.

75. Jahrestag des nationalsozialistischen Eugenik-Gesetzes ist Anlass für Stellungnahme

Am 14. Juli wird das Thema 'Eugenik' Teil des Kongressprogramms sein. Vertreter der deutschen Humangenetik werden dann eine Stellungnahme zur Verantwortung für die Geschichte ihres Faches präsentieren. Dies geschieht anlässlich des 75. Jahrestags des Erlasses des "Gesetzes zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses", welches vom NS-Regime am 14. Juli 1933 in Kraft gesetzt wurde und die Grundlage für die menschenverachtenden Zwangssterilisationen und 'Euthanasieprogramme' war.

Die deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) bezieht in ihrer Erklärung Stellung zum Verhalten damals involvierter Wissenschaftler und gibt Auskunft über die aktuelle Position der deutschen Humangenetik. Danach stehen Prof. André Reis, Vorsitzender der GfH, und Prof. Wolfram Henn, Vorsitzender der GfH-Ethikkommission sowie Prof. Alfred Nordheim, GfG-Präsident und Mitunterzeichner der Erklärung, sowie die kanadische Expertin für Medizinrecht, Prof. Bartha Maria Knoppers, der Presse Rede und Antwort.

Vorläufiges ICG-Presse-Programm

12. Juli, 15 Uhr, ICC Berlin, Raum 44: Auftakt-Pressekonferenz mit den Nobelpreisträgern Prof. Mario R. Capecchi, Prof. Oliver Smithies, Prof. Christiane Nüsslein-Volhard, dem Generalsekretär des Europäischen Forschungsrats, Prof. Ernst-Ludwig Winnacker und dem Kongress-Präsidium.

14. -16. Juli, je 12.30 Uhr, ICC Berlin, Raum 44: 'Topic-Talks' - Pressegespräche zu den Themen Eugenik (14.07.)' Stammzellforschung (15.07.) und Krankheitsgenetik (16.07.).

Hannes Schlender | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de
http://www.geneticsberlin2008.com

Weitere Berichte zu: Genetik Humangenetik Nobelpreis Nobelpreisträger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht 4,6 Mio. Euro für Cloud Computing-Gemeinschaftsprojekt „Cloud Mall BW“
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt

05.12.2016 | Geowissenschaften

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz