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Ausgründung aus der Leibniz Universität Hannover erfolgreich

30.05.2008
Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover und des Laser Zentrums Hannover erhalten für ihre Gründungsvorhaben insgesamt rund eine halbe Million Euro aus dem Förderprogramm „EXIST-Forschungstransfer“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Das Programm fördert besonders anspruchsvolle technologieorientierte Unternehmensgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Die Projekte wurden neben 13 anderen bundesweit als Sieger gekürt. Ein großer Erfolg für das Gründungprojekt „starting buisness“ an der Leibniz Universität Hannover, das von der Forschungs- und Technologiestelle uni transfer organisiert und betreut wird.

Martin Hoffmann, Moez Mnif und Michael Wittke promovieren am Institut für Systems Engineering im Fachgebiet System- und Rechnerarchitektur der Leibniz Universität. Während ihrer Forschungsarbeit entstand die Idee, eine Spezialkamera für den Einzelhandel zu entwickeln.

Die „Smart Camera“, die jetzt zur Marktreife gebracht werden soll, dokumentiert und analysiert das Kaufverhalten der Kunden im Einzelhandel. Durch den Transfer von Daten kann zum Beispiel herausgefunden werden, wie viele der Kunden, die einen Laden betreten, auch tatsächlich kaufen. Mit ihrem Ausgründungskonzept haben die Wissenschafter die beiden hochrangig besetzten Jurys von EXIST-Forschungstransfer überzeugt.

Sie erhalten Fördermittel in Höhe von rund 300.000 Euro, um ihre aufwendigen Entwicklungsarbeiten fortzusetzen und die Gründung des eigenen Unternehmens „Volavis“ vorbereiten zu können, ein weiterer Erfolg für die Ingenieuere. Bereits Anfang des Jahres hatten sie mit ihrem Geschäftsmodell den Gründerwettbewerb „Hochschul-Impuls“ der Wirtschaftsfördergesellschaft hannoverimpuls gewonnen.

Fördermittel aus dem EXIST-Forschungstransfer in Höhe von mehr als 200.000 Euro fließen an ein weiteres technologieorientiertes Gründungsvorhaben aus Hannover. Am Laser Zentrum Hannover (LZH) arbeiten Dr. Stephan Barcikowski und Niko Bärsch mit ihren Kollegen daran, hochreine Nanopartikel zu erzeugen. Die Nachfrage nach Nanomaterialien steigt - besonders in Wachstumsbranchen wie der Automobilindustrie, dem Energiesektor oder der Medizintechnik. Die verfügbaren Nanomaterialien weisen jedoch Verunreinigungen auf und sind für Anwendungen mit hohen Ansprüchen an Reinheit oder Stabilität nicht geeignet. Die Forscher am LZH wollen mit der Gründung der Particular GmbH diese Marktlücke schließen, indem sie hochreine Nanopartikel aus beliebigem Material durch Laserabtrag in Flüssigkeiten herstellen. Insbesondere für die Medizintechnik ergeben sich daraus hochinnovative neue Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel Kunststoffnanokomposite für bioaktive Implantate und Katheter.

Die Wissenschaftler erhalten bei der Gründung ihrer Unternehmen umfassende Unterstützung. Die Gründungsvorhaben werden an der Leibniz Universität beziehungsweise am LZH durch das gemeinsame EXIST-Projekt „starting business“ betreut. Darüber hinaus nutzen die Gründer das umfassende Beratungsangebot des Gründungsnetzwerks in Hannover.
Stichwort
„Starting business“ – neues Gründungsprojekt an der Leibniz Universität Hannover „Starting business“ bietet Hochschulabsolventinnen und -absolventen eine optimale Betreuung auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Seit Januar 2008 ist das neue Gründerprojekt in der Forschungs- und Technologiekontaktstelle der Leibniz Universität Hannover (uni transfer) angesiedelt. Die Angebote richten sich an Gründungsinteressierte, die sich aus ihrem Studium oder ihrer Arbeit in einer Fakultät heraus selbstständig machen wollen. „Unser Ziel ist es, den Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die unternehmerische Selbstständigkeit als Alternative zur abhängigen Beschäftigung nahezubringen. Gründungen aus der Hochschule treiben den Technologietransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft voran“, erklärt Dr. Daniela Rassau von „starting business“.

uni transfer berät bereits seit einigen Jahren Gründungsinteressierte erfolgreich. Unter dem Namen „starting business“ wurde das vorhandene Angebot jetzt erweitert. Neu sind zum Beispiel Ansprechpartner in den Fakultäten Elektrotechnik und Informatik, Mathematik und Physik und in der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Sie können Ideen direkt vor Ort identifizieren und auf ihre Umsetzbarkeit hin prüfen. In Planspielen üben zukünftige Gründerinnen und Gründer, im Team Ideen zu vermarkten und Konzepte zu entwickeln. Die Teilnehmenden erproben kaufmännisches Denken und Handeln und stellen die Marktfähigkeit der Idee auf den Prüfstand.

Dr. Stefanie Beier | Leibniz Uni Hannover
Weitere Informationen:
http://www.startingbusiness.uni-hannover.de
http://www.uni-hannover.de

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