Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung von Umwelteinflüssen auf die Fortpflanzung

26.05.2008
Hallesche Wissenschaftler sind in den kommenden drei Jahren Teil eines europaweiten Projektes der Europäischen Union zur Untersuchung von Umwelteinflüssen auf die Fortpflanzung von Mann und Frau. Das Projekt wird durch die EU mit zehn Millionen Euro gefördert.

Wissenschaftler des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind an einem europäischen Forschungsverbund beteiligt, der von der Europäischen Union (EU) mit etwa 10 Millionen Euro gefördert wird.

Der international zusammengesetzte Verband untersucht die negativen Einflüsse von Umweltchemikalien auf Fruchtbarkeit und Fortpflanzung von Mann und Frau. Startschuss ist ein Treffen am 22. und 23. Mai in Kopenhagen, an dem die beteiligten Wissenschaftler sowie Vertreter der EU und der dänischen Regierung teilnehmen.

Den Wissenschaftlern aus Halle und den Partnern aus Großbritannien, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Finnland, Dänemark, Spanien, Bulgarien und der Schweiz wird insgesamt eine Summe von zehn Millionen Euro für grundlagenwissenschaftliche und epidemiologische Studien von der EU zur Verfügung gestellt. Das hallesche Institut ist die einzige beteiligte Einrichtung aus Deutschland, die experimentell arbeitet. "Wir sind sehr erfreut und stolz, dass unsere langjährige Kompetenz auf diesem Gebiet international anerkannt wird", sagt Professor Dr. Dr. Bernd Fischer, Direktor des Anatomischen Instituts.

... mehr zu:
»Disruptor »Fortpflanzung »Hormon

Professor Fischer ist der Projektleiter für die Forschungsaufgaben in Halle. Sein langjähriges Forschungsgebiet ist die Wirkung von endokrinen Disruptoren auf die weibliche Reproduktion und die Embryonalentwicklung. Als endokrine Disruptoren bezeichnet man Chemikalien, die im Körper als Hormone wirken und damit das Hormonsystem des Menschen negativ beeinflussen können. Diese Stoffe können natürliche Substanzen sein, die zum Beispiel in Pflanzen vorkommen, oder aber synthetische Stoffe aus der Industrie und Landwirtschaft, wie Bestandteile von Kunststoffen oder Pestizide.

Diesen Stoffen ist der Mensch jeden Tag ausgesetzt. Man nimmt sie hauptsächlich über die Nahrung auf. Diese Verbindungen können wie körpereigene Hormone wirken. Hormone dienen der Steuerung von Körperfunktionen, die sich vom Wachstum über die Fortpflanzung bis hin zum täglichen Verdauungsvorgang erstrecken. Die Disruptoren können insbesondere die Entwicklung und Funktion des männlichen und weiblichen Fortpflanzungssystems beeinflussen, das einer strengen hormonellen Regulation und Kontrolle unterliegt.

Das internationale Forschungsvorhaben ist in drei Teilgebiete untergliedert. Halle ist Teil des Projektes "Reproductive effects of environmental chemicals in females" ("Wirkung von Um-weltchemikalien auf die weibliche Reproduktion") und arbeitet dabei mit den Universitäten Aberdeen und Nottingham in Großbritannien, der Universität Mailand und einer Forschergruppe in Frankreich (INRA Jouy-en-Josas bei Paris) zusammen.

Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren durchgeführt. Neben Projektleiter Professor Fischer arbeiten auf hallescher Seite drei Wissenschaftlerinnen (Dr. Anne Navarrete Santos und die Doktorandinnen Kristina Hart und Juliane-Susanne Schmidt) und zwei weitere Mitarbeiterinnen in dem Projekt. "Die EU wird normalerweise als Financier von Strukturmaßnahmen wahrgenommen. Sie ist aber auch einer der wichtigsten Geldgeber für Forschung. Und sie ist derzeit besonders aktiv auf den Gebieten Gesundheit und Umwelt. So kümmert sich die EU viel direkter um die Belange ihrer Bürger als häufig von ihnen wahrgenommen", so Professor Bernd Fischer.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Disruptor Fortpflanzung Hormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften