Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von analogen Siebschaltungen zur modernen IT-Sicherheit

19.05.2008
Hohe Auszeichnung für den Vater der Wellendigitalfilter
US-Institut verleiht Kirchhoff-Preis an Bochumer Emeritus
Für sein Lebenswerk wird der "Vater der modernen Wellendigitalfiltertechnik", der Bochumer Emeritus Prof. Alfred Fettweis, heute in den USA geehrt. Als erster Europäer erhält er den nach dem deutschen Physiker Gustav Robert Kirchhoff benannten Preis für nachhaltige Beiträge zu Schaltungen, Systemen und zur Signalverarbeitung, den das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) seit 2005 verleiht. Die bahnbrechende Entwicklung der Wellendigitalfilter gelang Fettweis bereits Anfang der siebziger Jahre.

Wellendigitalfilter in der Sicherheitstechnik

Wellendigitalfilter stellen eine Klasse von Digitalfiltern mit besonders günstigen Eigenschaften dar. Sie sind traditionellen Filtern aus den klassischen Bauelementen der früheren Nachrichtentechnik nachgebildet und werden mit Hilfe moderner integrierter Digitalschaltungen betrieben. Zunächst lediglich für die Übersetzung analoger Siebschaltungen ins Digitale z. B. in Mobilfunk- und Hörgeräten benutzt, wird das zugrunde liegende Prinzip heute auch zur Lösung von Differentialgleichungen dynamischer Systeme mit Computern angewandt. Hierdurch lassen sich viele in Naturwissenschaft und Technik auftretende Problemstellungen zuverlässig lösen, weshalb die nach Wellendigitalprinzipien entworfenen Berechnungsverfahren gerade für sicherheitstechnische Anwendungen prädestiniert sind.

25 Jahre Professor in Bochum

Von 1967 bis 1992 hatte Prof. Fettweis in der RUB den Lehrstuhl für Nachrichtentechnik an der Fakultät für Elektrotechnik inne. Für sein umfangreiches wissenschaftliches Werk erhielt er zahlreiche nationale und internationale Preise und Ehrungen. Dazu gehören unter anderem drei ausländische Ehrendoktorwürden, Rufe an angesehene Hochschulen des Auslandes, aber auch die Mitgliedschaft in der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.

Vita Alfred Fettweis

Alfred Fettweis wurde am 27. November 1926 in Eupen (heute Belgien)geboren. Von 1946 bis 1951 studierte er Elektrotechnik an der Universität Löwen, Belgien, und erhielt dort sein Diplom als "Ingenieur civil electricien". Bereits während seiner "Industriejahre" von 1951 bis 1963 erhielt er die Gelegenheit, auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik zu arbeiten. Aus diesem Fachgebiet ging auch seine Doktorarbeit hervor, mit der er 1963 an der Universität Löwen zum "Docteur en sciences appliquées" promoviert wurde. 1967 wurde Fettweis Professor für Nachrichtentechnik an der Fakultät für Elektrotechnik der RUB, die er mit aufbaute. In 25 Jahren Zugehörigkeit hat er sich unermüdlich für die RUB eingesetzt: unter anderem als Dekan, als Mitglied der Kommission für Forschung, als Vertreter in der Fulbright-Kommission, als Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes - und hat so auch international maßgeblich zum Ansehen seiner Fakultät beigetragen. Auch heute noch beteiligt sich der 81-jährige aktiv am Lehrangebot der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB.

Weitere Informationen

Dr. Robert Grosche, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB, Tel. 0234/32-25666, E-Mail: robert.grosche@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Elektrotechnik Fettweis Nachrichtentechnik RUB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik