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Bundeswettbewerb Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung

15.05.2008
Gewinner der ersten Wettbewerbsstufe erhalten Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Astrid Klug hat heute gemeinsam mit ihrer Kollegin Ursula Heinen aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium und Frau Prof. Dr. Beate Jessel, der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, den Gewinnern der ersten Stufe des Bundeswettbewerbs „idee.natur - Zukunftspreis Naturschutz“ die Siegerurkunden und das Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro überreicht.

Der Wettbewerb wird im Rahmen des Bundesförderprogramms für nationale bedeutende Naturschutzgroßprojekte vom Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium durchgeführt.

Für die Bereiche „Wälder“, „Moore“ und „Urbane/industrielle Landschaften“ werden im Rahmen des Wettbewerbs neue Naturschutzgroßprojekte gesucht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Konzepten, die die Integration von anspruchsvollen Naturschutzzielen und ländlicher Entwicklung beispielhaft und besonders überzeugend darstellen.

Astrid Klug und Ursula Heinen zeigten sich erfreut über die überraschend große Resonanz zum Wettbewerb und die hohe Qualität der eingereichten Beiträge. „Das Thema Naturschutz ist in vielen Regionen in sehr professionellen Händen. Das unterstreicht den hohen Stellenwert, den der Faktor Natur für viele Regionen in Deutschland hat. Die hohe Beteiligung zeigt zudem, dass wir in Deutschland noch ein großes Potenzial für anspruchsvolle Naturschutzgroßprojekte haben“, so Astrid Klug.

Ursula Heinen äußerte sich ebenfalls zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis: „Der integrative Leitgedanke des Wettbewerbs und die Aussicht auf Förderung durch zwei Bundesministerien hat offensichtlich in vielen Regionen den Weg für neue Entwicklungsmodelle und regionale Partnerschaften geöffnet. Das ist ein entscheidender Schritt hin zu einer starken ländlichen Bürgergesellschaft, in der die verschiedenen Akteure einer Region zusammenarbeiten“.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Frau Prof. Dr. Beate Jessel, betonte die neue Fokussierung auf urbane und industrielle Landschaften: „Es ist zu begrüßen, dass durch den Wettbewerb auch die urban und industriell geprägten Räume ins Blickfeld des Naturschutzes gerückt werden. Durch die Ausschreibung haben wir eine Reihe innovativer Ideen erhalten, wie auch hier Naturschutzgroßprojekte realisiert werden können, von denen die Besten im Rahmen des Wettbewerbs umgesetzt werden sollen“.

Die Preisträger sind:

Kategorie "Wälder":
• „Das Schwäbische Donautal - Auwaldverbund von nationaler Bedeutung“, Bayern
• „Die Nordvorpommersche Waldlandschaft“, Mecklenburg-Vorpommern
• „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“, Thüringen / Sachsen-Anhalt
• „Naturschutzgroßprojekt Nordschwarzwald“, Baden-Württemberg
Kategorie "Moore":
• „Moorlandschaft Ostfriesische Meere“, Niedersachsen
• „Allgäuer Moorallianz“, Bayern
• „Niedermoor-Regeneration und ländliche Entwicklung im Oberen Rhinluch“, Brandenburg
Kategorie "Urbane/industrielle Landschaften":
• „Integratives Naturschutzkonzept in urban-industriellen Lebensräumen des Ruhrge-biets“, Nordrhein-Westfalen
• „Landschaft der Industriekultur Nord“, Saarland
• „Lebens.Netz.Dresden“, Sachsen.
Astrid Klug und Ursula Heinen stimmten darin überein, dass der Wettbewerb „idee.natur“ mit der Initiierung zahlreicher neuer Projektideen schon jetzt ein wesentliches Ziel erreicht hat. Besonders erfreut zeigten sie sich, dass es mit dem Wettbewerb gelungen ist, im Vorfeld der 9. UN - Naturschutzkonferenz, die in der Zeit vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn stattfin-det, einen weiteren eindrucksvollen Beitrag zu leisten, der die internationalen Anstrengungen zum Schutz der Biodiversität unterstützt.

Die Preisträger sind nun aufgerufen, ihre Ideenskizzen bis zum Ende des Jahres zu realisierungsfähigen Konzepten auszuarbeiten. Aus ihnen wird die Jury bis zu fünf Projekte auswäh-len, die mit finanzieller Unterstützung des Bundes ab Mitte 2009 ihre Arbeit beginnen werden.

Dafür stellt das Bundesumweltministerium pro Projekt im Rahmen seines Förderprogramms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ mehrere Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu 12 Jahren bereit. Hinzu kommen Fördermittel aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium für flankierende Vorhaben der ländlichen und regionalen Entwicklung in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren.

Eine elfköpfige unabhängige Jury aus Vertretern von Kommunen und Naturschutzverbänden, Land- und Forstwirtschaft, Wissenschaft und Medien hatte am 18. April 2008 die zehn besten Konzepte auf der Grundlage einer fachlichen Vorprüfung durch die beiden Bundesministerien und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ausgewählt. Ausschlaggebende Kriterien waren die bundesweite naturschutzfachliche Bedeutung der Projektgebiete, die Beispielhaftigkeit der Projektideen und deren Umsetzungschancen sowie das Potenzial zur Ankurbelung der wirt-schaftlichen Entwicklung in der Region durch das Naturschutzgroßprojekt.

Mit der Bundesförderung für Naturschutzgroßprojekte unterstützt der Bund ausgewählte Regionen bei ihren Bemühungen, national besonders schützenswerte Naturräume und historisch gewachsene Naturlandschaften großräumig zu sichern. Bundesweit gibt es derzeit 29 in Durchführung befindliche und 38 erfolgreich abgeschlossene Naturschutzgroßprojekte mit einer Gesamtfläche von rund 2.250 Quadratkilometern. Dafür hat der Bund mehr als 370 Millionen Euro Bundesmittel bereitgestellt. Jährlich stehen derzeit 14 Millionen Euro zur Verfü-gung.

Weitere Informationen zum Bundeswettbewerb „idee.natur – Zukunftspreis Naturschutz“ sind unter www.idee-natur.de erhältlich; zum Bundesförderprogramm unter www.bfn.de

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de
http://www.idee-natur.de
http://www.bmu.de/presse

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