Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationskerne in Ostdeutschland

30.04.2008
Vier Leibniz-Institute sind an den neuen "Zentren für Innovationskompetenz" des Bundesforschungsministeriums (BMBF) beteiligt. Die acht Sieger der zweiten Auswahlrunde erhalten in den nächsten Jahren zusammen 50 Millionen Euro Fördergelder des BMBF, um exzellenten Nachwuchs für Spitzenforschung in den neuen Bundesländern anwerben zu können.

Vier Leibniz-Institute sind an den neuen "Zentren für Innovationskompetenz" des Bundesforschungsministeriums (BMBF) beteiligt, zum Teil federführend. Mit dem Programm fördert das BMBF den Aufbau von Standorten für Spitzenforschung in den neuen Bundesländern.

Am vergangenen Freitag gab das Ministerium die acht Sieger der zweiten Auswahlrunde bekannt, die in den nächsten Jahren zusammen 50 Millionen Euro Fördergelder erhalten werden. Aus einer ersten Programmrunde waren 2004 bereits sechs Zentren für Innovationskompetenz hervorgegangen, drei davon mit Beteiligung von Leibniz-Instituten.

"Das Ergebnis unterstreicht die herausragende Rolle, die Leibniz-Einrichtungen in den neuen Bundesländern spielen", sagt Prof. Ernst Th. Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. "Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betreiben exzellente Grundlagenforschung, die auch die Anwendung im Blick hat", erläutert Rietschel. "Was sich anhört wie ein Widerspruch, das ist bei uns Programm." Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagte bei der Vorstellung der Sieger in Berlin: "Um die Innovationskraft in Ostdeutschland zu stärken, brauchen wir eine leistungsfähige Wirtschaft. Und die siedelt sich dort an, wo es Forschung mit Weitblick gibt."

... mehr zu:
»BMBF »Fördergeld »Plasma

Das BMBF stellt jedem Zentrum für Innovationskompetenz in den kommenden fünf Jahren jeweils rund 6,25 Millionen Euro Starthilfe zur Verfügung. Das Geld wird für die Umsetzung des Konzeptes und die Besetzung von zwei international ausgeschriebenen Nachwuchsforschergruppen à fünf Personen verwendet. "Durch diese hervorragenden Rahmenbedingungen können die Zentren den besten wissenschaftlichen Nachwuchs anziehen und eine Spitzenposition einnehmen", sagte Schavan.

Die acht neuen Zentren entstehen derzeit an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Dresden, Halle, Greifswald, Potsdam, Jena und Freiberg. Aus der ersten Auswahlrunde waren die Standorte Rostock, Greifswald, Leipzig, Dresden und Ilmenau erfolgreich hervorgegangen.

Folgende Leibniz-Einrichtungen sind an den neuen Zentren für Innovationskompetenz beteiligt:

Astrophysikalisches Institut Potsdam (AIP), Projekt: innoFSPEC
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena, Projekt: SEPTOMICS
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP), Greifswald, Projekt: plasmatis

Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF), Desden, Projekt: B Cube

Mehr zu den einzelnen Projekten:

plasmatis, Greifswald
Die Initiative plasmatis will durch systematische Grundlagenforschung die Wechselwirkung zwischen physikalischem Plasma und lebender Materie erforschen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen könnte die Anwendung von Plasmaquellen bei Heilungsprozessen, insbesondere bei chronischen Wunden, entscheidend verbessert werden. Die Untersuchungen der Initiative sollen zur systematischen Erschließung innovativer therapeutischer Ansätze führen. Wichtig ist hierbei vor allem das Zusammenspiel zwischen der antiseptischen Wirkung von Plasma und seiner Fähigkeit, die Neubildung von gesundem Gewebe zu unterstützen. Die Wissenschaftler analysieren, wie man das Wachstum und die Vitalität von Zellen und Gewebe direkt (Prokaryonten-Eukaryonten) oder auch indirekt beeinflussen kann, beispielsweise durch Veränderungen des lebensnotwendigen Umfeldes (physiologische Flüssigkeiten).
Kontakt:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann
INP Greifswald e. V.
Tel.: (03834) 55 43 10
Email: weltmann@inp-greifswald.de
SEPTOMICS - Fighting Sepsis, Saving Lives, Jena
Die Sepsis (umgangssprachlich "Blutvergiftung") ist die schwerste Form einer Infektion mit oft tödlichem Ausgang. Maßgeblich für das Überleben der Patienten sind ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit und ein schneller, am jeweiligen Patienten orientierter Therapiebeginn. Die Initiative will in einem interdisziplinären Zentrum Diagnose- und Therapieansätze für die lebensbedrohliche Sepsis erforschen und neue molekularbiologische und früh einsetzbare Diagnostika entwickeln. Kostenintensive Therapien könnten dann zielgenau eingesetzt und Behandlungskosten reduziert werden.
Kontakt:
Prof. Dr. Konrad Reinhart
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tel.: (03641) 93 23 101
Email: konrad.reinhart@med.uni-jena.de
innoFSPEC (Innovative faseroptische Spektroskopie und Sensorik), Potsdam
Die Initiative will faseroptische Sensorik und Vielkanal-Spektroskopie zusammenführen, um innovative Analyseverfahren zu entwickeln. Die Lichtübertragung über optische Fasern, seit Jahren in der IT-Branche fest verankert, soll auch für den Bereich der Mess- und Analyseverfahren erschlossen werden. Das Potenzial der Faseroptik für solche Verfahren ist heute erst in Ansätzen verwirklicht und besitzt enorme Wachstumschancen. Die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Anwendungsfelder sind vielfältig: von der Fluoreszenzspektroskopie bis zur Krebsfrüherkennung, von Sensornetzwerken für Gas-, Druck- und Temperaturmessungen bis zur Prozesskontrolle in Chemie, Biotechnik, Lebensmitteltechnik, Pharmazie und Lasertechnologie.
Kontakt: Dr. Martin Roth
Astrophysikalisches Institut Potsdam
Tel.: (0331) 74 99 313
Email: mmroth@aip.de
Prof. Dr. Hans-Gerd Löhmannsröben
Universität Potsdam, Institut für Chemie
Tel.: (0331) 977 52 22
Email: loeh@chem.uni-potsdam.de
B Cube Dresden - Molecular Bioengineering, Dresden
B Cube strebt die Entwicklung neuer Materialien und Technologien nach dem Vorbild der Natur an. In der Pflanzen- und Tierwelt existiert eine Vielzahl bisher kaum erforschter funktionaler Systeme, die komplexe Prozesse in flexibler Weise verwirklichen. Wenn man sich diese natürlichen Vorbilder zu Nutze macht, ist die Entwicklung effizienterer neuer Materialien und Technologien möglich.

Um diese Ziele zu erreichen, identifiziert und analysiert B Cube natürliche Strukturen, wie sie insbesondere in Lebensräumen mit Extrembedingungen, z.B. in der Wüste, vorkommen. Anschließend werden die erfassten Strukturen und Funktionen in künstliche Systeme übersetzt und gegebenenfalls neu kombiniert. Denkbar sind so z.B. die Herstellung selbstheilender Materialien oder rohstoff- und energieeffizientere Prozesse auf Basis künstlicher Zellsysteme.

Kontakt: Dr. Carsten Werner
Technische Universität Dresden/BIOTEC
B Cube
Tel.: (0351) 463 40 332
E-Mail: werner@bcube-dresden.de
http://www.bcube-dresden.de
Kontakt: Leibniz-Gemeinschaft
Josef Zens
Schützenstraße 6a
10117 Berlin
Tel.: + 49 (0) 30 20 60 49-42
Fax: + 49 (0) 30 20 60 49-55
E-Mail: zens@leibniz-gemeinschaft.de
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft sowie sechs assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de
http://www.inp-greifswald.de
http://www.innofspec-potsdam.de

Weitere Berichte zu: BMBF Fördergeld Plasma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie