Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heinrich Dräger-Preis für Intensivmedizin verliehen

29.04.2008
Anlässlich des Deutschen Anästhesie Congresses (DAC) 2008 in Nürnberg verlieh die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) den diesjährigen Heinrich Dräger-Preis für Intensivmedizin an den Privat-Dozenten (PD) Dr. Tobias Eckle, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, und an Dr. Rainer Kiefmann, Oberarzt am Zentrum für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Sie teilen sich den mit 10.000 Euro dotierten Preis, der von Dräger gestiftet und von Sebastian Kässner, Marketingchef für Deutschland und Südosteuropa des Unternehmensbereichs Medizintechnik, übergeben wurde.


Der Preis

Mit dieser jährlichen Ehrung werden bedeutsame wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Intensivmedizin ausgezeichnet, die erstmals in dem der Preisverleihung vorhergehenden Jahr in inländischen oder ausländischen wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert oder von einer dieser Zeitschriften zur Publikation angenommen wurden.

Auch in diesem Jahr wurden zwei wissenschaftliche Arbeiten gleichermaßen gewürdigt: der Beitrag von PD Dr. Eckle unter dem Titel: „Cardioprotection by Ecto-5’ Nuclotidase (CD73) and A2B Adonosine Receptors“1 und die Arbeit von Dr. Kiefmann zum Thema „RBC Induce Hypoxic Lung Inflammation“2.

Die Preisträger

Im Rahmen seines zweijährigen Forschungsaufenthaltes an der US-amerikanischen Columbia-Universität New York untersuchte der 37-jährige Preisträger Dr. Rainer Kiefmann unter der Leitung von Prof. J. Bhattacharya, wie sich die Abnahme der Sauerstoffkonzentration im Gewebe (Hypoxie) auf die Lungenstrombahn auswirkt.

1 Veröffentlicht in: Circulation, S. 1581-1590, 2007
2 Zur Veröffentlichung vorgesehen in: Blood, 2008
Dr. Kiefmann konnte in seiner Arbeit zeigen, dass rote Blutkörperchen während der Hypoxie Sauerstoffradikale freisetzen und zwar bedingt durch die Autoxidation des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Diese Sauerstoffradikale bewirken, dass weiße Blutkörperchen in die Lungenkapillaren einwandern, einen Entzündungsprozess auslösen, Gewebe schädigen und schließlich den Gasaustausch in der Lunge stören. In der Folge wird die Aufnahme des Blutes mit Sauerstoff behindert, die Hypoxie verstärkt und somit ein Circulus vitiosus (Teufelskreis) ausgelöst. Die roten Blutkörperchen spielen also bei der Pathogenese der durch die Hypoxie verursachten Gewebeschädigung eine zentrale Bedeutung. Aus diesem entdeckten Mechanismus könnten sich bei Hypoxie-bedingten Gewebeschäden, zum Beispiel dem Herzinfarkt, neue Therapien ergeben.

Unter der Leitung von Prof. H. Eltzschig gelang PD Dr. Tobias Eckle durch pharmakologische und genetische Studien an der Universität Tübingen der Nachweis, dass der körpereigene Botenstoff Adenosin eine entscheidende Bedeutung als Schutzmechanismus bei akutem Herzinfarkt hat. In seiner Arbeit untersuchte der 34-jährige, welche Bedeutung die Adenosinbildung durch das Enzym CD73 beim akuten Herzinfarkt hat und belegte, dass die Aktivierung von Adenosin A2B Rezeptoren dazu führen kann, dass bei einem Herzinfarkt weniger Gewebe zerstört wird. PD Dr. Tobias Eckle fand heraus, dass sowohl mit dem Verabreichen des Enzyms CD73 eine neue Therapiemöglichkeit für den akuten Herzinfarkt besteht, als auch durch die Einnahme von Medikamenten, die den A2B Rezeptor stimulieren. Langfristiges Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung neuartiger pharmakologischer Behandlungsverfahren, um Herzinfarkte in der perioperativen Phase und während der Intensivbehandlung zu vermeiden, oder aber sie effektiver behandeln zu können.

Namensgebung des Preises

Die Namensgebung des Preises geht zurück auf den Firmengründer des Drägerwerks, Heinrich Dräger. Mit ihm begann 1889 die Erfolgsgeschichte des Konzerns. Es war vor allem sein Erfindergeist, der die mittlerweile 119- jährige Firmengeschichte noch heute prägt.

Über Dräger:

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA ist ein international führender Konzern der Medizin- und Sicherheitstechnik: Dräger-Produkte schützen, unterstützen und retten Leben. 1889 gegründet, erzielte der Technologiekonzern im Jahre 2007 weltweit einen Umsatz von 1.819,5 Mio. Euro und ein EBIT von 151,9 Mio. Euro. Heute beschäftigt der Lübecker Konzern rund 10.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Vertriebs- und Servicegesellschaften weltweit und ist in rund 190 Ländern vertreten. Die Tochtergesellschaft Dräger Medical bietet Produkte, Dienstleistungen und integrierte Systemlösungen. Diese begleiten Patienten von der Notfallmedizin, über den perioperativen Bereich, die Intensiv- oder Perinatalmedizin bis hin zur Heimbeatmung.

Fachpressekontakt:
Birgit Diekmann
Tel.: +49 451 882 1215
E-Mail: birgit.diekmann@draeger.come

Birgit Diekmann | Drägerwerk AG & Co. KGaA
Weitere Informationen:
http://www.draeger.com

Weitere Berichte zu: Gewebe Herzinfarkt Hypoxie Intensivmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise