Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drahtloser Herzschrittmacher

22.04.2008
Essener Kardiologe erhielt den mit 25.000 € dotierten Max Schaldach Preis

Den mit 25.000 € dotierten Max Schaldach Preis erhielt jetzt Privatdozent Dr. Heinrich Wieneke, Oberarzt der Uni-Klinik für Kardiologie, auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Die Auszeichnung bekam er für die Entwicklung eines ersten, sondenlosen Herz-Schrittmachersystems.

Bei diesem vollkommen neuartigen Konzept handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Klinik für Kardiologie und dem Institut für angewandte Physik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. "Durch diesen Ansatz könnten Menschen mit Herzschrittmachern viele Schwierigkeiten erspart bleiben.

Dazu gehören beispielsweise der Bruch der Schrittmacherdrähte, das Herausrutschen der Stimulationssonde oder auch die Sondeninfektion", erklärt Privatdozent Dr. Heinrich Wieneke. Gleichzeitig dämpft er zu schnelle und zu hohe Erwartungen: Das System sei zunächst am Tiermodell erprobt. Bis die ersten Patienten von den Vorteilen profitieren könnten, seien noch einige Hürden zu nehmen.

Hohe Komplikationsrate bei derzeitigen Herzschrittmachern
Trotz technischer Weiterentwicklungen ist die Schrittmachertherapie auch heute noch mit einer hohen Komplikationsrate behaftet. Der weitaus größte Teil der Schwierigkeiten ist hierbei auf die Sonden bzw. die Schrittmacherdrähte zurückzuführen. Neben den direkten Schwierigkeiten wie beispielsweise dem Bruch der Drähte oder Lungenerkrankungen wird bei den meisten Patienten aufgrund der Sondenführung eine Stimulation durchgeführt, die im Hinblick auf die Herzfunktion ungünstig ist und mit der Neuentwicklung verbessert werden könnte.

In den letzten beiden Jahren ist in der Klinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Essen in Kooperation mit Prof. Erhard Kisker vom Institut für angewandte Physik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ein sondenloser Schrittmacher auf der so genannten Induktionstechnologie basierend entwickelt worden.

Bei diesem Herz-Schrittmacher erfolgt die Energieübertragung über eine Sendeeinheit, die über dem Herzen implantiert wird. Die kleine Empfangseinheit sitzt als Empfänger im Herzen selbst. Diese besteht aus einer Mikrospule mit 2500-5000 Windungen mit speziellem magnetischen Spulenkern. Es wird mittels eines gepulsten Magnetfeldes ein Spannungsimpuls generiert, mit dem eine zuverlässige Stimulation des Herzens möglich ist (3 V, 0.5 ms). In ersten tierexperimentellen Untersuchungen konnte bereits eine sichere Stimulation des Herzens gezeigt werden. Geplant ist eine weitere Miniaturisierung und Erprobung des Systems.

Nähere Informationen:
Privatdozent Dr. Heinrich Wieneke, Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Westdeutsches Herzzentrum Essen, Universitätsklinikum Essen, Tel.: 0201 / 723 - 4807; heinrich.wieneke@uk-essen.de

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsklinikum-essen.de

Weitere Berichte zu: Herzschrittmacher Kardiologie Stimulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie