Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hervorragende deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft

14.04.2008
Kopernikus-Preis von DFG und FNP geht an Münchner Chemiker und Physiker aus Warschau

Für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft erhalten der Münchner Chemiker Professor Wolfgang Domcke und der Warschauer Physiker Professor Andrzej Sobolewski den Kopernikus-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP).

Die beiden Wissenschaftler werden damit für ihre langjährige fruchtbare Kooperation auf dem Gebiet der Theoretischen Chemie im Bereich der Photochemie und Photophysik biologisch relevanter Moleküle und für ihr gemeinsames Engagement in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet. Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert und wird am 14. Mai in Warschau von den Präsidenten der DFG und FNP, Professor Matthias Kleiner und Professor Maciej ?ylicz, verliehen.

Die beiden Preisträger haben sich - jeweils für sich und durch ihre Zusammenarbeit - vor allem auf den Gebieten der Quantendynamik und Quantenchemie einen Namen gemacht. Wolfgang Domcke hat seit 1999 den Lehrstuhl für Theoretische Chemie an der Technischen Universität (TU) München inne, an die der heute 60-Jährige nach seiner Habilitation in Physik in Freiburg und Stationen in Heidelberg und Düsseldorf kam.

... mehr zu:
»FNP

Der 56 Jahre alte Andrzej Sobolewski ist seit 1991 Professor am Institut für Physik der Polnischen Akademie der Wissenschaften und wurde seither mit zahlreichen internationalen und nationalen Preisen geehrt, darunter 2007 mit der wichtigsten Auszeichnung für polnische Forscher, dem Preis der Stiftung für die polnische Wissenschaft.

Beide Forscher arbeiten bereits seit über 20 Jahren erfolgreich in zahlreichen Projekten zusammen, dokumentiert in mehr als 60 gemeinsamen Publikationen. Sie entdeckten einen Mechanismus, der die Photostabilität des Trägers der genetischen Information, der DNS, erklären kann: Nach ihren Berechnungen besitzen die Basenpaare Adenin-Thymin (oder Adenin-Uracil) und Cytosin-Guanin spezifische Mechanismen, um nach UV-Anregung in kürzester Zeit vom instabilen angeregten Zustand in den stabilen Grundzustand zurückzukehren.

Die zugrunde liegenden Prozesse laufen in wenigen Femtosekunden ab - also auf einer Zeitskala, in der Licht nur wenige Hundertstel einer Haaresbreite zurücklegen kann. Ohne die Moleküle zu schädigen, wird die zugeführte Strahlungsenergie als Wärme abgeleitet. Beide konnten auch zeigen, dass der von ihnen vorgeschlagene Mechanismus für diese Basenpaare besonders effektiv ist und dass vergleichbare Mechanismen für die Photostabilität von Proteinen eine Rolle spielen. Bei allen ihren Arbeiten nimmt für beide Forscher die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stets einen hohen Stellenwert ein.

Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden und werden gemeinsam betreut und haben bei beiden Wissenschaftlern wertvolles Handwerkszeug erlernen können.

Diesem Engagement maß auch die Jury des Kopernikus-Preises bei ihrer Entscheidung über die diesjährigen Preisträger besonderes Gewicht bei. Das aus deutschen und polnischen Wissenschaftlern bestehende Gremium wählte Domcke und Sobolewski unter 29 Kandidatinnen und Kandidaten aller Fachgebiete aus. Der Münchner Chemiker und sein Warschauer Physikerkollege sind das zweite Wissenschaftler-Tandem, das den Kopernikus-Preis erhält, den DFG und FNP seit 2006 alle zwei Jahre an jeweils eine wissenschaftliche Persönlichkeit aus Deutschland und Polen vergeben.

Die ersten Preisträger waren die Pharmakologen Professor Eberhard Schlicker von der Universität Bonn und Professorin Barbara Malinowska von der Universität Bialystok.

Der nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543) benannte Preis soll nach dem Willen von DFG und FNP ein Symbol der engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen im Bereich der Forschung sein. Das Preisgeld von 50 000 Euro kommt zu gleichen Teilen von den beiden Organisationen; die beiden Preisträger erhalten jeweils 25 000 Euro und können diese Summe für alle wissenschaftlichen Zwecke verwenden, die DFG und FNP mit ihren Programmen fördern.

Ein Schwerpunkt soll dabei jedoch in der Intensivierung der gemeinsamen Nachwuchsförderung liegen. Die DFG hatte bereits im Jahr 2006 eine Vereinbarung mit der FNP geschlossen, um insbesondere die Zusammenarbeit herausragender Nachwuchswissenschaftler aus allen Fachgebieten zu unterstützen. Neben dem Kopernikus-Preis setzen beide Organisationen bereits seit einigen Jahren Akzente für eine intensive Kooperation in der Wissenschaftsförderung.

Ansprechpartner für den Kopernikus-Preis bei der DFG ist Dr. Torsten Fischer, Bereich Internationale Zusammenarbeit, Tel. +49 228 885-2372, Torsten.Fischer@dfg.de.

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de
http://www.dfg.de/aktuelles_presse/preise/

Weitere Berichte zu: FNP

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie