Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Carus-Preis der Stadt Schweinfurt 2008 an Guido Kroemer und Josef Penninger

14.04.2008
Die Oberbürgermeisterin der Stadt Schweinfurt, Gudrun Grieser, übergibt im Rahmen eines Festaktes am 18. April 2008 in Schweinfurt den Carus-Preis der Stadt Schweinfurt an Guido Kroemer ML, Villejuif bei Paris, und Josef Penninger ML, Wien. Beide Wissenschaftler waren im Oktober 2007 von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina mit der Carus-Medaille ausgezeichnet worden.

Im Rahmen der Feierstunde übergibt der Präsident der Leopoldina, Volker ter Meulen, auch die Cothenius-Medaille der Leopoldina an Klaus Wolff ML, Wien, der zur offiziellen Preisverleihung während der Jahresversammlung der Leopoldina 2007 nicht anwesend sein konnte.

Seit 1938 wird die Carus-Medaille der Leopoldina für bedeutende naturwissenschaftliche oder medizinische Forschungsleistungen an jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen.

Sie ist seit 1961 mit dem Carus-Preis verbunden, der von der Stadt Schweinfurt gestiftet und mit jeweils 5 000 Euro dotiert ist. Die Carus-Medaille geht auf eine Stiftung aus Anlass des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Akademie Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), zurück. Sie wurde 1896 erstmals vergeben. 2007 erhielten sie Guido Kroemer, Humanmediziner aus Villejuif, Frankreich, für seine wegweisende Erforschung der Rolle der Mitochondrien im Prozess der Regulation des programmierten Zelltods und Josef Penninger, Humanmediziner aus Wien, für seine grundlegenden Beiträge zur Erforschung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Cothenius-Medaille wird an bedeutende Forscher für ihr herausragendes naturwissenschaftliches oder medizinisches Lebenswerk verliehen. Die Leopoldina würdigte die Verdienste von Klaus Wolff auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Dermatologie mit der Cothenius-Medaille 2007.
... mehr zu:
»Dermatologie

Dr. Guido Kroemer, PhD ist einer der erfolgreichsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Biomedizin. Nach seiner Promotion zum Dr. med. an der Universität Innsbruck habilitierte er sich ebendort. Danach erhielt er an der autonomen Universität Madrid den PhD in molekularer Biologie. Nach Forschungsaufenthalten in USA, Frankreich und Spanien wurde er im Jahr 2007 Direktor am INSERM, Unité 884, in Villejuif bei Paris.

Er ist seit 2007 Mitglied der Leopoldina-Sektion Mikrobiologie und Immunologie. Auf Guido Kroemer gehen wegweisende Hypothesen zurück, mit denen die Kontrolle des programmierten Zelltods, der Apoptose, erklärt werden können. Ein Schwergewicht seiner Arbeit liegt dabei in der Erforschung der Rolle der Mitochondrien im Prozess der Regulation des Zelltods.

Guido Kroemer gehört auf seinem Forschungsgebiet zu einem der am häufigsten zitierten Wissenschaftler Europas und ist der meistzitierte Wissenschaftler Frankreichs. Seine Arbeiten haben Implikationen bei der Suche nach Medikamenten, die zum Beispiel das massenhafte Zellsterben, etwa nach Schlaganfällen, verhindern sollen. Weitere konkrete Anwendungen erhofft man sich auf dem Gebiet der Krebs- und AIDS-Forschung.

Prof. Dr. Josef Penninger ist einer der weltweit führenden Forscherpersönlichkeiten auf dem Gebiet der Molekularen Medizin. Er hat in Innsbruck Medizin studiert und wurde ebendort zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert.

Seine immunologisch bzw. molekularbiologisch ausgerichtete Postdoktoranden-Ausbildung erhielt er am Ontario Cancer Institut in Toronto, Kanada. Nach Stationen als Forschungsgruppenleiter am Amgen Institut in Toronto und als Professor am Department of Immunology and Medical Biophysics der Universität Toronto ist er seit 2002 als wissenschaftlicher Direktor des IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien tätig.

Josef Penninger ist seit 2004 Mitglied der Leopoldina-Sektion Mikrobiologie und Immunologie. Seine herausragenden Forschungsleistungen haben wesentlich zum Verständnis der Molekularpathogenese von Krebs, Autoimmunkrankheiten sowie von Erkrankungen des Herzens und des Bewegungsapparates beigetragen und neue Strategien für deren Behandlung eröffnet.

Prof. Dr. Klaus Wolff hat in Wien Medizin studiert und wurde ebendort zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Nach der Facharztausbildung in Dermatovenerologie in Wien und einem Forschungsaufenthalt an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, wurde er Leiter der Abteilung für experimentelle Dermatologie an der Universität Wien.

Nach einer Gastprofessur an der Harvard Universität in Boston, Massachusetts, wurde er 1976 Ordentlicher Universitätsprofessor und Vorstand der Dermatologischen Klinik der Universität Innsbruck. Fünf Jahre später erfolgte die Berufung an die Universität Wien, wo er bis zu seiner Emeritierung als Ordinarius und Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie tätig war. Er ist seit 1984 Mitglied der Leopoldina-Sektion Innere Medizin und Dermatologie.

Klaus Wolff lieferte wesentliche Beiträge zum besseren Verständnis der Physiologie und Pathophysiologie der Haut. Ein ganz wesentlicher Schwerpunkt in seinem klinischen und forscherischen Wirken war das Melanom, der bösartigste Hautkrebs des Menschen, zu dessen Prävention, Frühdiagnose und Therapie sein Team durch neue, höchst innovative Ansätze Entscheidendes beigetragen hat. Ähnlich groß war sein Interesse an entzündlichen Hautkrankheiten, besonders an der Schuppenflechte und der atopischen Dermatitis.

Die von ihm mitentwickelten Therapieformen haben die Therapiemöglichkeiten für diese Krankheiten beträchtlich erweitert, ihre Morbidität deutlich verringert und die Lebensqualität der betroffenen Patienten entscheidend verbessert.

Ort: Diele des Alten Rathauses, Markt 1, 97421 Schweinfurt
Zeitpunkt: 18. April 2008, 11.30 Uhr
Zur Akademie Leopoldina
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung.

Im Juli 2008 wird die Leopoldina im Rahmen eines Festaktes in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler offiziell die Aufgaben der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Deutschland übernehmen.

Der Leopoldina gehören zurzeit etwa 1 300 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus 30 weiteren Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, Technik-, empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 32 Mitglieder der Leopoldina.

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug | idw
Weitere Informationen:
http://www.leopoldina-halle.de

Weitere Berichte zu: Dermatologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen