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Bundesverdienstorden für Peter Grünberg

08.04.2008
Bundespräsident Köhler überreicht Ehrung an den Nobelpreisträger bei Zeremonie in Berlin

Bundespräsident Horst Köhler zeichnet am heutigen Dienstag in Schloss Bellevue in Berlin persönlich die Nobelpreisträger Professor Dr. Peter Grünberg und Professor Dr. Gerhard Ertl mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.

Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bundespräsident ihre herausragenden Verdienste um die grundlagen- und anwendungsorientierte Spitzenforschung. Die weltweit anerkannten Wissenschaftler haben technische Entwicklungen ermöglicht und verbessert, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Grünbergs Entdeckung des neuen physikalischen Phänomens des Riesenmagnetowiderstandes war wesentliche Basis für die rasante weltweite Entwicklung der Kommunikations- und Informationstechnologie und für zukünftige Innovationen auf dem Gebiet dieser Schlüsseltechnologien. Er erhielt 2007 den Nobelpreis für Physik zusammen mit dem Franzosen Albert Fert. Die beiden Festkörperphysiker wurden für ihre Arbeiten rund um den Riesenmagnetowiderstand geehrt, die in den 90er-Jahren den Durchbruch zu Giga-Byte-Festplatten ermöglichten. Ihre Forschung legte den Grundstein für den Forschungsbereich Spintronik, der den quantenmechanischen Spin der Elektronen für die Mikro- und Nanoelektronik nutzbar macht. Dank dieser Grundlagenforschung gelang es, leistungsfähige Lese-Schreib-Köpfe für Festplatten zu entwickeln.

Grünbergs Riesenmagnetowiderstands- oder GMR-Effekt (englisch: Giant Magnetoresistance) findet man heute in fast jeder Festplatte. Der GMR-Effekt dient dem präzisen Auslesen von Daten. Diese sind auf engstem Raum in winzigen Bereichen unterschiedlicher Magnetisierung gespeichert. Ein Sensor, der den GMR-Effekt nutzt, registriert diese kleinen Unterschiede als große messbare Änderung und arbeitet daher hochempfindlich. Das erkannte auch die Industrie: Bereits 1997 kam der erste GMR-Lesekopf für Computerfestplatten auf den Markt. Der GMR-Effekt bescherte dem Forschungszentrum Jülich als Patentinhaber Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Längst hat der GMR-Effekt in verbesserten Leseköpfen für Festplatten, Videobänder sowie in MP3-Playern weltweite Verbreitung gefunden. Peter Grünberg erhielt dafür 1998 den Zukunftspreis des Bundespräsidenten und 2006 den Erfinderpreis der Europäischen Kommission.

Auf dem Feld der physikalischen Chemie hat Professor Ertl als Pionier der Oberflächenforschung u. a. die Entwicklung moderner und neuartiger Katalysatoren entscheidend vorangetrieben.

Mehr Informationen und Bilder zu Peter Grünberg: http://www.fz-juelich.de/gruenberg

Mehr Informationen und Bilder zu Gerhard Ertl: http://www.fhi-berlin.mpg.de/ertl07.epl

Pressekontakt: Kosta Schinarakis, Tel. 02461 61-4771, E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de

Das Forschungszentrum Jülich…

…betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie & Umwelt sowie Information. Einmalig ist dabei die Verknüpfung mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing. In Jülich werden sowohl langfristig angelegte, grundlagenorientierte Ergebnisse als auch konkrete technologische Anwendungen erarbeitet. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/gruenberg

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