Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Communicator-Preis 2008 an Günter M. Ziegler

08.04.2008
Berliner Wissenschaftler erhält 50 000 Euro für herausragende öffentliche Vermittlung der Mathematik

Der Mathematiker Günter M. Ziegler erhält in diesem Jahr den "Communicator-Preis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Der Professor an der Technischen Universität (TU) Berlin wird damit für die herausragende öffentliche Vermittlung seiner Forschungsarbeiten in der Diskreten Mathematik und für seine erfolgreichen Bemühungen um ein neues, frisches Bild der Mathematik in der Öffentlichkeit ausgezeichnet.

Der "Communicator-Preis - Wissenschaftspreis des Stifterverbandes" gilt in Deutschland als die wichtigste Auszeichnung für die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Öffentlichkeit. Mit ihm zeichnen die DFG und der Stifterverband seit dem Jahr 2000 Wissenschaftler aus, die ihre Forschungsarbeiten und Fachgebiete einem breiten Publikum vielfältig, originell und kreativ nahebringen und sich darüber hinaus um den immer notwendigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verdient machen. Gekürt werden die Preisträger von einer Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten. In diesem Jahr hatten sich 51 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Gebieten um den Preis beworben oder waren für ihn vorgeschlagen worden, fast doppelt so viele wie 2007. Das Niveau der Bewerbungen und Vorschläge war ausgesprochen hoch; 13 Kandidatinnen und Kandidaten kamen in die engste Wahl, in der sich schließlich Ziegler durchsetzte.

Mit dem 44-jährigen Professor am Institut für Mathematik der TU Berlin wird ein junger und unkonventioneller Wissenschaftler ausgezeichnet, der nach Einschätzung der Jury die Außendarstellung und Außenwahrnehmung der noch immer oft verkannten und ungeliebten Mathematik erfolgreich verändert. Ziegler erhält den Preis im "Jahr der Mathematik", das er als Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), mit dem von ihm initiierten "Redaktionsbüro Mathematik" und mit hohem persönlichem Engagement wesentlich mitgestaltet. Dies gab jedoch nicht den Ausschlag für die Auszeichnung, wie die Jury betonte; vielmehr sei Ziegler auch ohne dieses Großereignis ein würdiger Preisträger.

... mehr zu:
»Stifterverband

Tatsächlich geht der Berliner Mathematiker bereits seit rund zehn Jahren von sich aus aktiv auf Öffentlichkeit und Medien zu, um die Bedeutung der Mathematik und der von ihm vertretenen Diskreten Geometrie verständlich zu machen. Dafür nutzt er ebenso ungewöhnliche wie wirksame Formen und Formate, die teilweise von ihm erst entwickelt worden sind. Besonderen Erfolg haben Zieglers "Mathe-Quiz" und sein "Science Café", in dem Mathematiker mit Vertretern anderer Wissenschaften über Gott und die Welt reden. Veranstaltungen wie diese mit oft mehreren Hundert Zuhörern stehen neben zahlreichen Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen und -kolumnen sowie Hörfunk- und Fernsehauftritten.

Sehr öffentlichkeitswirksam ist auch Zieglers Engagement als Wissenschaftsorganisator, vor allem in der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. Von 1997 bis 2000 war er Herausgeber der "DMV-Mitteilungen", die unter seiner Ägide von einer nüchternen Mitgliederzeitschrift zu einem spannenden Magazin wurden. Zieglers eigene Kolumne in den DMV-Mitteilungen, die in bislang 25 Folgen Phänomene der "Mathematik im Alltag" behandelte, hat auch weit außerhalb des Faches eine große Fangemeinde und erscheint inzwischen auch als Internet-Science-Blog. Seit 2006 ist Ziegler Präsident der Mathematiker-Vereinigung und baut auch als solcher neue Strukturen bei der Präsentation seines Faches in der Öffentlichkeit auf, etwa mit einem DMV-Abitur-Preis für Schülerinnen und Schüler.

Mit dem - gemeinsam mit Martin Aigner verfassten - "Buch der Beweise" ist Günter M. Ziegler schließlich sogar ein internationaler Wissenschaftsbestseller gelungen. In ihm werden wichtige Sätze der Mathematik so anschaulich dargestellt, dass auch der Laie Freude an der mathematischen Argumentation gewinnt und die Faszination dieser Wissenschaft erkennt. Vor zehn Jahren zunächst auf Englisch erschienen, hat das "Buch der Beweise" inzwischen eine Auflage von mehr als 40 000 Exemplaren und ist in zehn Sprachen übersetzt.

Diese Vermittlungsleistungen machen Ziegler nach Ansicht von DFG und Stifterverband geradezu zu einem prototypischen Kommunikator. "Mathematik kann man auch als Laie nie genug haben, denn sie ist unerlässlich für das Verständnis der Welt", sagte der Präsident des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker, anlässlich der Bekanntgabe des Preisträgers. DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner hob hervor, "dass Zieglers Engagement als Wissenschaftsvermittler eng verknüpft ist mit seinen herausragenden wissenschaftlichen Leistungen". Für diese erhielt der schon mit 24 Jahren am Massachusetts Institute of Technology (MIT) promovierte und mit 32 Jahren zum Professor berufene Mathematiker 2001 den Gottfried Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG, die bedeutendste Auszeichnung für Forscher in Deutschland. Als Mitglied der "Berlin Mathematical School" und des DFG-Forschungszentrums Matheon steht Ziegler auch heute für mathematische Forschungen auf höchstem Niveau.

Ziegler ist der neunte Wissenschaftler, der den Communicator-Preis erhält. Unter den bisherigen Preisträgern waren unter anderen der Astrophysiker Harald Lesch, der Katholische Theologe Hubert Wolf sowie der Paläobiologe und Afrikaforscher Friedemann Schrenk. Im vergangenen Jahr wurde mit der Arbeitsgruppe Glaziologie am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut erstmals ein Wissenschaftlerteam ausgezeichnet.

Verliehen wird der Communicator-Preis am 3. Juli in Leipzig im Rahmen des diesjährigen Wissenschaftssommers von DFG-Präsident Kleiner und Stifterverbands-Präsident Oetker. Das Preisgeld stammt vom Stifterverband, in dem sich mehr als 3000 Unternehmen und Privatpersonen für die Förderung der Wissenschaft und deren Austausch mit der Öffentlichkeit engagieren. Darüber hinaus erhält Günter M. Ziegler ein Hologramm, das den Communicator-Preis symbolisiert. Das von dem Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltete Werk soll die Bedeutung der Transparenz in der Wissenschaft sichtbar machen und zeigen, dass es sich lohnt, die Dinge "ins rechte Licht zu rücken". Wie das Hologramm entfaltet auch die Wissenschaft nur dann ihre ganze Strahlkraft.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Communicator-Preis und zum diesjährigen Preisträger unter

www.dfg.de/aktuelles_presse/preise/communicator_preis/2008/

Die Homepage von Günter M. Ziegler findet sich unter www.math.tu-berlin.de/~ziegler.

Thomas Vogt
Redaktionsbüro Jahr der Mathematik / TU Berlin
Tel. +49 30 314-78788, E-Mail: vogt@jahr-der-mathematik.de
Dr. Kristina R. Zerges
TU Berlin / Referat für Presse und Information
Tel. +49 30 314-23922, E-Mail: zerges@tu-berlin.de

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: Stifterverband

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten