Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verleihung des Hans-Martin-Preises 2007

19.03.2008
Das Institut für Arbeitswissenschaft der Universität Kassel würdigt zwei Wissenschaftler mit der Verleihung des Hans-Martin-Preises 2007. Für die bemerkenswerte Dissertation "Belastung und Beanspruchung durch computervermittelte Kommunikation" erhält Dr. Jürgen Klippert den mit 3500 Euro ausgezeichneten Hans-Martin-Preis.

Die Projektidee "Analyse der Arbeitsbedingungen in der Tierhaltung und Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für eine menschengerechte Arbeit" von Prof. Dr. Oliver Hensel wird mit dem Hans-Martin-Preis in Höhe von 1500 Euro ausgezeichnet.

Die nach seinem Stifter, Prof. Dr.-Ing. Hans Martin, Leiter der Arbeitsgruppe Arbeitswissenschaft am Fachbereich Maschinenbau der Uni Kassel, benannten Preise wurden vom Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel im Rahmen einer Feier am 18. März vergeben.

Jürgen Klippert hat in seiner Dissertation die Problematik der computervermittelten Kommunikation im Arbeitsleben behandelt. Die Bestandteile vieler Produkte werden heute an verschiedenen Orten rund um den Globus produziert, um sie schließlich zu einem fertigen Produkt zu montieren. Die Komponenten für Automobile beispielsweise, die in Deutschland montiert werden, kommen aus ganz Europa. Umgekehrt gehen Automobilkomponenten, die in Deutschland hergestellt werden, in die ganze Welt und werden dort verbaut.

Die meisten Komponenten für elektronische Geräte kommen aus Asien und werden in aller Welt in elektronische Geräte wie Computer oder Unterhaltungselektronik eingebaut. Die Zusammenarbeit zwischen den Zulieferern und dem Hersteller muss von den Beschäftigten in Logistik und Produktion koordiniert werden, damit das richtige Teil zur rechten Zeit am richtigen Ort ist. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Hersteller beginnt aber schon weit vor der Montage von Endprodukten.

Bereits während der Produktentwicklung arbeiten die Partner weltweit zusammen, um einwandfreie Funktion und reibungslose Montage sicher zu stellen. Diese Formen der internationalen Zusammenarbeit haben in den letzten Jahren enorm zugenommen. Daher spielen Medien wie E-Mail, Videokonferenzen und Telefon eine immer gewichtigere Rolle bei der Kommunikation am Arbeitsplatz.

Bei Entwicklungsprojekten wird von den Beteiligten auf gemeinsame Datenbestände, die auf zentralen Server-Computern bereitgestellt werden, zugegriffen. Die Menge der zu verarbeitenden Informationen steigt stetig an. Viele Beschäftigte sehen sich einer riesigen Informationsflut ausgesetzt, aus der sie die wesentlichen Informationen für ihre Tätigkeit herausfiltern müssen.

Viele E-Mails beispielsweise sind Werbesendungen, die den Empfänger unerwünschterweise erreichen. Diese so genannten Spam-Mails erschweren die Informationsverarbeitung am Arbeitsplatz noch zusätzlich. Missverständnisse durch unachtsame Formulierungen in den Botschaften können zu Konflikten führen, die weitere E-Mail-Fluten auslösen. Diese Form von Belastungen am Arbeitsplatz untersuchte Jürgen Klippert in seiner Dissertation. Er hat eine Systematik erarbeitet, mit der sich die Belastungen klassifizieren lassen, die dazu dienen kann, dass die Beschäftigten die Belastungen durch mediale Kommunikation besser in den Griff bekommen, um daraus resultierende psychische Beschwerden zu minimieren.

Prof. Dr. Oliver Hensel, Fachgebietsleiter Agrartechnik am Witzenhäuser Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel, will in einer Analyse die Arbeitsbedingungen in der Massentierhaltung untersuchen, um sie im Sinne einer humanen Arbeit zu verbessern. Konkret sollen die Arbeitsbedingungen in der Milcherzeugung untersucht werden, wie durch unterschiedliche Formen des Melkens die Belastungs- und Beanspruchungssituation der Arbeitenden optimiert werden kann.

Dieser Preis soll insbesondere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler motivieren, innovative arbeitswissenschaftliche Lösungen für Probleme des Arbeitslebens zu erarbeiten. Damit soll zum einen eine Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses angestrebt werden und zum anderen die Arbeit in einer friedlichen Umwelt menschlicher gestaltet werden.

Info
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Hans Martin
Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement Heinrich-Plett-Str. 40
34109 Kassel
tel (0561) 804-4441
e-mail martin@ifa.uni-kassel.de

| Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Berichte zu: Arbeitswissenschaft Dissertation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über 1,6 Millionen Euro für Forschung im Bereich Innovative Materialien und Werkstofftechnologie
17.05.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht MHH-Forscher beleben Narbengewebe in der Leber wieder
16.05.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Krebs erregende Substanzen aus Benzinmotoren

24.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich

24.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Orientierungslauf im Mikrokosmos

24.05.2017 | Physik Astronomie