Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG richtet Reinhart Koselleck-Projekte ein

31.01.2008
Bis zu 1,25 Millionen Euro für herausragende Wissenschaftler mit besonders innovativen Forschungsvorhaben

Mehr Freiraum für risikoreiche Forschungen - unter diesem Motto führt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein neues Fördermodul ein. In den sogenannten "Reinhart Koselleck-Projekten" will Deutschlands größte Forschungsförderorganisation künftig mit einem vereinfachten Antragsverfahren besonders innovative Forschungsvorhaben herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen.

Der Hauptausschuss der DFG stimmte der Einrichtung dieser neuen Fördervariante in seiner Januarsitzung in Bonn zu. Koselleck-Projekte können über fünf Jahre mit insgesamt bis zu 1,25 Millionen Euro gefördert werden.

Das nach dem 2006 verstorbenen Bielefelder Historiker Reinhart Koselleck benannte neue Programm richtet sich an Forscherinnen und Forscher, die sich durch einen herausragenden wissenschaftlichen Lebenslauf auszeichnen und über großes wissenschaftliches Potenzial verfügen. "Sie sollen in die Lage versetzt werden, hochinnovative und im positiven Sinne auch risikoreiche Forschungsvorhaben zu realisieren, die in anderen Verfahren nicht gefördert werden", so DFG-Präsident Matthias Kleiner. Solche Forschungsvorhaben ließen sich einerseits in ihrem Verlauf noch weniger vorhersagen als andere wissenschaftliche Projekte, andererseits seien sie in der Regel besonders komplex, so Kleiner weiter.

... mehr zu:
»Lebenslauf

Vor diesem Hintergrund setzen die Koselleck-Projekte beim Antragsverfahren und der Förderdauer andere Akzente als die übrigen Förderverfahren der DFG. Statt für zunächst maximal drei Jahre, wie dies bislang bei der Einzelförderung im Normalverfahren üblich ist, werden sie über fünf Jahre gefördert. Und statt mit einer detaillierten Beschreibung des Forschungsvorhabens kann die Förderung mit einer nur 5-seitigen Skizze beantragt werden. "Beides macht deutlich, dass den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein besonderer Vertrauensvorschuss gewährt wird", unterstrich Kleiner. Ein solcher Vertrauensvorschuss sei nur dann möglich, wenn aufgrund des bisherigen wissenschaftlichen Lebenslaufs der Antragsteller eine besonders große Kreativität und ein hohes innovatives Potenzial erwartet werden könnten. Diese Frage stehe auch bei der Begutachtung der Förderanträge durch die Fachkollegien der DFG im Vordergrund, betonte Kleiner. "Hier müssen besonders hohe Qualitätsmaßstäbe gelten."

Die ersten Anträge für Koselleck-Projekte können zum 1. Juni 2008 bei der DFG gestellt werden. Die Förderung soll zwischen 500 000 Euro und 1,25 Millionen Euro betragen. Gedacht ist primär an Bewerbungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen. Forscherinnen und Forscher außeruniversitärer Einrichtungen sollen sich vor allem dann bewerben können, wenn ihr Projekt nicht im Rahmen der Arbeit ihrer jeweiligen Institution durchgeführt werden kann. Dies muss im Rahmen der Begutachtung ausdrücklich festgestellt werden.

Die Koselleck-Projekte werden als Einzelförderung im Rahmen des Normalverfahrens der DFG eingerichtet. Mit ihnen treibt die DFG die Weiterentwicklung und Flexibilisierung ihrer Förderinstrumente voran. "Dies ist für uns eine kontinuierliche Aufgabe. Wir wollen unsere hervorragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in jeder Phase ihrer Karriere optimal fördern. Dabei wollen wir alle Verfahren so gestalten, dass den Antragstellern möglichst wenig Zeit für administrative Angelegenheiten abverlangt wird", sagte DFG-Präsident Kleiner.

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: Lebenslauf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften