Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland aktiv bei der Erforschung seltener Erkrankungen

23.01.2008
BMBF fördert neue Forschungsverbünde mit 80 Millionen Euro / Deutsche Wissenschaftler führend an europäischen Projekten beteiligt

"Wir werden die Erforschung von seltenen Erkrankungen ausbauen und langfristig stärken", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Mittwoch in Berlin. "Denn viele seltene Krankheiten haben verheerende Konsequenzen, nicht nur für die Patienten sondern auch für die betroffenen Familien."

Sie verursachen chronische Leiden, senken die Lebenserwartung und führen zum Teil schon im Kindes- und Jugendalter zum Tod. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) wird daher die Arbeit von Forschungsverbünden in diesem Bereich fördern. Dafür sind in den nächsten zwölf Jahren rund 80 Millionen Euro vorgesehen. Die Forschungsverbünde sollen verschiedene Forschungs- und Entwicklungsschritte verknüpfen.

"Sowohl die Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Forschung als auch die Umsetzung in die Versorgung von Patientinnen und Patienten soll nachhaltig verbessert werden", sagte die Ministerin. Außerdem soll die Koordination zwischen wichtigen nationalen und europäischen Akteuren verbessert werden. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade in Deutschland ein großes Potenzial für die Erforschung von seltenen Erkrankungen existiert" sagte Schavan. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind nun aufgerufen, bis zum 12. Februar 2008 ihre Anträge zu Forschungsvorhaben einzureichen.

... mehr zu:
»Forschungsverbund
Deutsche Wissenschaftler in europäischer Forschungsförderung erfolgreich
Der Erfolg deutscher Forschergruppen bei der Bekanntmachung transnationaler Forschungsprojekten zu seltenen Erkrankungen innerhalb des europäischen Forschungsförderer-Netzwerks "E-RARE" bestätigt dieses Potenzial. Sechs der 13 Verbundprojekte, die ab 2008 für drei Jahre mit insgesamt rund zehn Millionen Euro gefördert werden, werden von deutschen Forschern koordiniert, an zehn Projekten sind deutsche Partner beteiligt. Die Projekte beschäftigen sich mit einem weiten Spektrum an Erkrankungen, etwa der Haut (Kindler-Syndrom), des Nervensystems (spinozerebrale Ataxien, Rett-Syndrom), der Leber (Autoimmunerkrankungen der Leber) und der Knochen (Osteopetrose). Die gemeinsame Ausschreibung wurde vom BMBF zusammen mit Forschungsförderern aus Frankreich, Israel, Italien, Spanien und der Türkei durchgeführt und stieß auf großes Interesse. Insgesamt wurden 125 Anträge eingereicht.

Krankheiten gelten als selten, wenn weniger als eine von 2.000 Personen davon betroffen ist. An einer einzelnen Krankheit leiden somit zwar nur wenige Patienten. Aber da es rund 5.000 bis 8.000 solcher Erkrankungen gibt, sind insgesamt Millionen Menschen betroffenen. Rund 80 Prozent der seltenen Erkrankungen haben einen genetischen Ursprung oder beruhen auf genetischen Risikofaktoren. Für viele dieser Erkrankungen sind die Gene, die die Krankheit auslösen, noch nicht identifiziert. Bei anderen Erkrankungen sind nicht einmal Ansätze zur Erforschung ihrer Ursachen bekannt. In der Versorgung bestehen ebenso Defizite wie bei der Diagnostik und der Therapie.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1756.php
http://asso.orpha.net/ERANET/cgi-bin/file/E-Rare_final_list_of_funded_projects.pdf

Weitere Berichte zu: Forschungsverbund

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie