Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochdotierter Preis für Deutschen Quantenphysiker

14.01.2008
Für seine herausragenden Forschungen auf dem Gebiet der Experimentalphysik erhielt a.Univ.-Prof. Dr. Johannes Hecker Denschlag den Rudolf-Kaiser-Preis 2007.

Die mit 30.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für deutsche Nachwuchsphysiker wurde vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am vergangenen Freitag an der Universität Innsbruck in Österreich verliehen.

Ultrakalte Quantengase sind die Leidenschaft von Johannes Hecker Denschlag. Am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck erforscht er deren physikalische Eigenschaften. Dabei ist er sehr erfolgreich, wie Veröffentlichungen in dem Fachmagazin Nature und den wichtigsten Fachzeitschriften der Physik zeigen.

Die Rudolf-Kaiser-Stiftung würdigte nun seine bisherigen Leistungen mit dem Rudolf-Kaiser-Preis 2007. Dieser Preis wird zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Experimentalphysik an deutsche Nachwuchsforscher vergeben und ist mit 30.000 Euro dotiert. Über die Vergabe des Preises entscheidet das Kuratorium der Stiftung auf einen entsprechenden Vorschlag des Stiftungsbeirats.

... mehr zu:
»Atom »Experimentalphysik
Abstoßend und doch unzertrennlich
Im Jahr 2006 konnte Johannes Hecker Denschlag weltweit erstmals über "verhängnisvolle Affären" in der Quantenwelt berichten. Was man aus dem Liebesleben kennt, ist auch in der Welt der Quanten möglich: Zwei Atome bilden ein repulsiv gebundenes Paar, d.h. sie stoßen sich ab und sind gerade deshalb unzertrennlich. In enger Zusammenarbeit mit Theoretikern hatte das Team um Hecker Denschlag diesen Bindungszustand erstmals nachgewiesen. Die Forscher legten dazu um ein Bose-Einstein-Kondensat aus Rubidium-Atomen langsam ein dreidimensionales, optisches Gitter aus Laserstrahlen. Überall dort, wo zwei Atome an einem Gitterplatz zu liegen kommen, bildet sich ein repulsiv gebundenes Paar. Obwohl sich die Atome abstoßen, können sie den Gitterplatz nicht verlassen, weil sie sich gegenseitig dabei behindern. Diese Einsicht gibt der Grundlagenforschung einen wichtigen Anstoß und trägt zum besseren Verständnis dieser komplexen quantenmechanischen Systeme bei. „Der Preis ist eine große Anerkennung für meine Arbeit und motiviert mich, dieses Forschungsthema mit Freude und Elan weiterzuverfolgen", freut sich Johannes Hecker Denschlag. „Der Preis ist aber auch eine Auszeichnung für meine Arbeitsgruppe, denn Experimentalphysik ist immer auch Teamarbeit.“
Namhafte Lehrer und Förderer
Johannes Hecker Denschlag wurde 1969 in Mainz geboren und studierte an der Universität Mainz Physik. Sein Doktoratsstudium absolvierte er in der Forschungsgruppe von Anton Zeilinger und Jörg Schmiedmayer am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck. Von 1998 bis 2000 arbeitete Hecker Denschlag als Postdoc in der Arbeitsgruppe von Physik-Nobelpreisträger William D. Phillips am National Institute of Standards and Technology (NIST) in Gaithersburg, USA. Hier begann er seine Forschungen an Bose-Einstein-Kondensaten, die er dann an der Universität Innsbruck in der Arbeitsgruppe von Wittgenstein-Preisträger Rudolf Grimm weiterführte. Inzwischen leitet er am Institut für Experimentalphysik eine eigene Arbeitsgruppe. Er wurde im Jahr 2005 an der Universität Innsbruck habilitiert und 2006 zum außerordentlichen

Professor ernannt.

Kontakt:
a.Univ.-Prof. Dr. Johannes Hecker Denschlag
Institut für Experimentalphysik
Universität Innsbruck
Technikerstraße 25 /IV, A-6020 Innsbruck
t: +43 512 507 6340
f: +43 512 507 2921
e: Johannes.Denschlag@uibk.ac.at
w: http://johannes.ultracold.at
Dr. Christian Flatz
Public Relations
Institut für Quantenoptik und Quanteninformation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
A-6020 Innsbruck, Technikerstraße 21a
Tel. +43 650 5777122
E-Mail: pr-iqoqi@oeaw.ac.at

Dr. Christian Flatz | IQOQI
Weitere Informationen:
http://www.iqoqi.at/media/download/

Weitere Berichte zu: Atom Experimentalphysik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie